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Ameisenbefall Erdgeschosswohnung

05.07.2018 19:05 |
Preis: 80,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


Guten Tag

Ich habe zum 01.01.2017 eine Wohnung in Berlin angemietet (Mindestmietzeit 2 Jahre), in der im Juni 2017 zum ersten Mal eine Ameisenplage auftrat. Dabei sind buchstäblich tausende (!) von grossen (!) Flugameisen zum sog Hochzeitsflug aus allen Ritzen im Flur gekrochen und haben sich in der Wohnung verbreitet.

Selbstverständlich habe ich unverzüglich den Vermieter informiert und dieser hat einen Kammerjäger geschickt der überall Frassköder ausgelegt hat.

Nach einigen Wochen war der Spuk auch vorbei. Zuvor hatte ich jedoch Ameisen überall, auch nachts im Bett und in allen Schränken etc,

Da der Ausbruch fast genau zeitgleich mit dem großen Regen kam bei dem in unserem Keller das Wasser knöchelhoch stand und es feucht die Wände hoch zog hatte ich vermutet dass sich die Insektenplage durch Wasserbedingte Vertreibung aus tieferen Nestern in meine Wohnung verlegt hatte und daher wollt ich fair sein und habe keine Miet-Minderung geltend gemacht oder die Miete unter Vorbehalt gezahlt.

Leider hat sich das Spiel aber dieses Jahr bei bestem Wetter komplett wiederholt. Ich habe wieder sofort angezeigt, es war auch schon ein Schädlingsbekämpfer hier aber der sagte es wird wieder 4-6 Wochen dauern bis die weg sind. Ich sauge täglich hunderte Ameisen weg, es stinkt übel nach deren Sekret, ich muss sofort den Beutel entsorgen nach dem Saugen und die Wohnung öfter wischen usw. und wieder laufen die Viecher überall herum, im Bett, sie fallen in Wasserkocher etc.

Widerlich!

Ich kann mir daher nicht mehr vorstellen, dass der Vermieter vor der Vermietung nichts davon gewusst haben will. Ein solches Ausmaß entsteht m.E. Kaum in 1 Jahr!

Daher nun meine grundsätzlichen Fragen:

1) stellt so eine 4-6 Wochen im Jahr auftretende Plage einen schweren Mangel dar?

2) hätte mich der Vermieter vor Anmietung in Kenntnis darüber setzen müssen wenn die Plage bei den Vormietern oder in Nachbarwohnungen auch schon aufgetreten ist?

3) wie sehen prinzipiell meine Rechte zu Miet-Minderung, fristloser/vorzeitiger Kündigung und Schadenersatz aus?

Ich würde bei arglistiger Täuschung den Vertrag anfechten wollen und so gestellt werden wollen als hätte ich die Wohnung nie gemietet

Sprich: Erstattung der gezahlten Miete und Kosten für den Einbau einer Küche und 1x Umzug. Ist das realistisch?

Oder gibt es maximal Minderung?

Wie hoch wäre diese ca?

Sofern es sich um einen schwerwiegenden Mangel handelt könnte ich aber zumindest vorzeitig kündigen oder? Und die Kosten für einen unfreiwilligen Umzug erstattet bekommen?

4) da der Vermieter sicherlich freiwillig keine Angaben zu älteren ähnlichen Vorfällen machen wird, kann man ggf. Über das Gericht erwirken dass die Vormieter über das Melderegister ermittelt und als Zeugen geladen werden?

Bzw kann das Gericht den Vermieter bzw die Hausverwaltung „verdonnern" wahrheitsgemäße Auskünfte hierüber zu erteilen?

Danke vorab für die Mühen
05.07.2018 | 20:55

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihren Fragen:

1) stellt so eine 4-6 Wochen im Jahr auftretende Plage einen schweren Mangel dar?

Es stellt einen zur Mietminderung Berechtigten Mangel dar, der auch im Bereich von 50 % oder höher angesiedelt werden kann, wenn ein ameisenfreies Schlafen / Aufhalten nicht mehr möglich ist.

2) hätte mich der Vermieter vor Anmietung in Kenntnis darüber setzen müssen wenn die Plage bei den Vormietern oder in Nachbarwohnungen auch schon aufgetreten ist?

Nur, wenn er nicht davon ausgehen durfte, dass das Problem gelöst war, es also vor Ihnen mindestens zweimal auftrat.

3) wie sehen prinzipiell meine Rechte zu Miet-Minderung, fristloser/vorzeitiger Kündigung und Schadenersatz aus?

Minderung siehe oben.
Vorzeitige Kündigung nur dann, wenn der Kammerjäger nicht bestätigen kann, dass er die Ursache beseitigt hat und das nächste Jahr Gefahr gelaufen wird, dass es sich wiederholt.

Ich würde bei arglistiger Täuschung den Vertrag anfechten wollen und so gestellt werden wollen als hätte ich die Wohnung nie gemietet

Sprich: Erstattung der gezahlten Miete und Kosten für den Einbau einer Küche und 1x Umzug. Ist das realistisch?

Erstattung der Miete ist nicht möglich, da Sie diese bislang gezahlt hatten und den Mangel kannten.
Die Einbaukosten der Küche und auch die Umzugskosten sind dann zu erstatten.

4) da der Vermieter sicherlich freiwillig keine Angaben zu älteren ähnlichen Vorfällen machen wird, kann man ggf. Über das Gericht erwirken dass die Vormieter über das Melderegister ermittelt und als Zeugen geladen werden?

Ja, das wäre möglich, wobei Sie auch die Nachbarn befragen sollten.

Bzw kann das Gericht den Vermieter bzw die Hausverwaltung „verdonnern" wahrheitsgemäße Auskünfte hierüber zu erteilen?

Ja, die Hausverwaltung können Sie selbst als Zeugen benennen, wobei diese auch die Wahrheit sagen müssen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung besitzen sollten, könnten wir für Sie eine kostenfreie Deckungsanfrage durchführen.

Mit freundlichen Grüßen


Dr. Hoffmeyer, LL.M.
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