Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Amazon, eBay und PayPal Gebühren WO in ELSTER Umsatzsteuervoranmeldung eintragen?

16.02.2016 13:18 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin gewerblicher Verkäufer und vorsteuerabzugsberechtigt.

Ich brauche eine VERBINDLICHE Antwort auf folgende Fragen, das das Internet voll ist mit widersprüchlichen Aussagen:

1.) eBay stellt mir eine reine netto Rechnung aus. Ich weiß bereits, dass ich aus dieser netto Rechnung die Umsatzsteuer hier in Deutschland abführen muss, wegen dem Reverse-Charge-Verfahren und diesen Steuerbetrag dann aber gleich wieder in der Umsatzsteuervoranmeldung geltend machen kann, sodass quasi plus/minus null entsteht. Beispiel: meine netto Rechnung beträgt 200€. Daraus ergibt sich 38€ Umsatzsteuer, richtig? Ist es nun korrekt, dass ich diese 200€ Nettorechnung im ELSTER Steuerformular in die Kennziffer 46 eintrage und dementsprechend die 38€ sowohl in die Kennziffer 47, als auch in die Kennziffer 67? Habe ich das so auch richtig gerechnet?

Des weiteren wäre für mich wichtig zu wissen, WIE bzw. als WAS ich diese Ausgabe in meiner Buchführung verbuche? Da scheiden sich ja im Internet die Geister. Die Einen sagen als Werbekosten, die Anderen sagen als Nebenkosten des Geldverkehrs und dann habe ich noch gelesen als sonstige Betriebsausgabe oder als Dienstleistung eines aus dem Ausland ansässigen Unternehmens? Im Endeffekt handelt es sich ja um eine Verkaufsprovision von eBay. Wie ist diese buchhalterisch zu behandeln?

2.) Amazon stellt mir wiederum eine brutto Rechnung aus, in der 19% Umsatzsteuer angeführt ist. Beispiel aus einer Rechnung: Gesamtsumme 515,83€, 19% Umsatzsteuer 82,30€, Preis ohne Umsatzsteuer 433,53€. Auch hier muss ich wissen, in welche Zeilen ich im ELSTER Formular welche Beträge eingeben muss. Amazon hat Sitz in Luxembourg laut Rechnung. Und auch hier: wie ist diese Ausgabe buchhalterisch zu behandeln? Bisher habe ich es als Werbekosten verbucht, weil Amazon ja eine Plattform ist, in der man seine Artikel bewirbt und dementsprechend die 82,30€ als Vorsteuer geltend gemacht, bin mir aber unsicher, ob das so richtig ist/war. Ich verstehe diese Amazon Rechnungen eh nicht richtig. Hat jetzt Amazon insgesamt 515,83€ Provision einbehalten und führt die 82,30€ selbst ans Finanzamt ab oder aber haben die nur 433,53€ einbehalten und wiederum ICH muss die 82,30€ abführen. Ich denke eher das Letztere, oder? Das verwirrt mich wirklich, denn bei eBay bekommt man eine netto Rechnung und bei Amazon eine brutto Rechnung. Warum?

3.) PayPal hat auch, sowie die beiden anderen Unternehmen, Sitz in Luxemburg und hier steht auf der Rechnung keinerlei Steuer, sondern der Hinweis: "Dieser Kontoauszug ist keine Rechnung im Sinne des UStG, weil PayPal Gebühren keine Umsatzsteuer beinhalten. Der Kontoauszug darf als Gebührenbeleg für Buchhaltung und steuerliche Zwecke verwendet werden." So weit, so gut. Heißt das also, dass ich hier nicht, wie bei eBay, die Steuer heraus rechnen muss? Somit sind PayPal Gebühren eine reine Betriebsausgabe oder Nebenkosten des Geldverkehrs oder wie sind diese zu verbuchen? Müssen die PayPal Gebühren also nirgendwo in der ELSTER Erklärung eingetragen werden, weil ich ja quasi eigentlich eine Leistung eines in der EU ansässigen Unternehmens in Anspruch nehme?

Fazit - DAS ist mir wichtig:
- WIE und als WELCHE ART DER AUSGABE muss ich PayPal, Amazon und eBay verbuchen?
- in WELCHE KENNZIFFERN im ELSTER Formular ist WAS genau einzutragen?
- wie verhält es sich mit der Umsatzsteuer in den Amazon Rechnungen?
- warum stellt eBay eine netto und Amazon eine brutto Rechnung aus?

Anmerken möchte ich, dass JEDES Unternehmen selbstverständlich meine Umsatzsteuer ID Nummer hat und diese auch auf jeder Rechnung aufgeführt ist.

Ich freue mich auf Ihre Antwort.



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Sie nehmen als gewerblicher Verkäufer die Dienste von PayPal, Amazon und eBay ja in Anspruch, um Ihr Gewerbe ausführen zu können. In der Einnahmen-Überschussrechnung würde ich die Gebühren für diese Dienste als "Bezogene Fremdleistungen" in Zeile 26 des Formulars eintragen. Wie das in Ihrer Buchhaltungssoftware bezeichnet ist, hängt von dem jeweiligen Programm ab. Bei mir heißt die Position beispielsweise "Bezogene Leistungen für unmittelbaren Betriebszweck". Im EÜR-Formular tragen Sie hier die netto-Beträge der jeweiligen Rechnungen ein.

2. Im Elster-Formular für die USt-Voranmeldung können Sie wie folgt verfahren: Amazon weist nach Ihrer Schilderung ganz normal 19 % deutsche USt auf der Rechnung aus. Den USt-Betrag können Sie also (wie bei der Rechnung eines deutschen Unternehmens) im Feld 66 des Formulars erfassen. Bei der eBay-Rechnung ist ihr Vorgehen nicht ganz korrekt: der Nettobetrag muss in Feld 52 eingetragen werden, die darauf abgeführte USt in Feld 53. Den ausgewiesenen Betrag aus Feld 53 machen Sie dann in Feld 67 wieder als Vorsteuerabzugsbetrag geltend. PayPal dagegen führt umsatzsteuerfreie Bankumsätze an seine Kunden aus (§ 4 Nr. 8 UStG ), daher wird hier keine USt berechnet. Hier müssen Sie also nichts abführen und damit auch nichts in der USt-Voranmeldung angeben.

3. Warum die eBay-Rechnung keine (deutsche) USt enthält, die Amazon-Rechnung aber schon, kann ich leider auch nicht genau sagen. eBay erläutert das auf seiner Website so (http://pages.ebay.de/help/account/vat-ov.html):

"Sollten Sie sich bei uns als gewerblicher Nutzer angemeldet haben, und haben dazu noch eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer auf Ihrem eBay Konto hinterlegt, sind unsere eBay Gebühren rein netto, also ohne Luxemburger Umsatzsteuer. Auf Ihrer Rechnung sehen Sie Ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und einen Hinweis, dass Sie als Leistungsempfänger unter Umständen die Steuer schulden (Umkehr der Steuerschuld)."

Das ist auch insoweit richtig, als es sich bei den Leistungen von eBay um solche im Sinne von § 13b Abs. 2 Nr. 1 UStG handelt und daher die Steuerschuldnerschaft (anders als sonst) beim Leistungsempfänger liegt (d. h. bei Ihnen).

Das gleiche gilt aber eigentlich auch für Amazon, die ebenfalls im EU-Ausland ansässig ist und das auf der Website auch so schildert (https://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html?nodeId=3486601):

"Wenn Sie innerhalb eines Mitgliedslandes der Europäischen Union (außer Luxemburg) ein Unternehmen betreiben und eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-Id.Nr.) der Steuerbehörden dieses Landes zugeteilt bekommen haben, wird Amazon in der Regel keine Umsatzsteuer auf Ihre Verkäufergebühren berechnen."

Da nach Ihrer Schilderung auch Amazon Ihre USt-ID hat und ausweist, müsste es hier ebenfalls eine Rechnung rein netto geben. Insoweit kann ich leider nichts zur Aufklärung beitragen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 16.02.2016 | 20:05

Ich weiß jetzt, warum Amazon in den Rechnungen die Umsatzsteuer aufführt. Es gab wohl ein technisches Problem bei meiner Anmeldung dort damals, wodurch meine Umsatzsteuer ID nicht abgespeichert wurde. Das heißt, Amazon hat mir jetzt seit Monaten falsche Rechnungen mit Umsatzsteuer ausgestellt. Die wollen die aber nun nicht korrigieren, sondern ich bekomme erst AB JETZT Rechnungen ohne Umsatzsteuer.

Nun stellt sich mir die Frage: habe ich die Rechnungen mit Umsatzsteuer dann trotzdem richtig verbucht? Denn ich habe ja wie gesagt die Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend gemacht. Oder sollte ich da jetzt noch was abändern? Neu ausgestelle Rechnungen bekomme ich ja wie gesagt nicht.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16.02.2016 | 21:55

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Sie können ja nur das verbuchen und steuerlich berücksichtigen, was Ihnen an Unterlagen zur Verfügung gestellt wird. Und betragsmäßig macht es auch keinen Unterschied, ob Amazon selbst die USt an die deutschen Finanzämter abführt, oder ob Sie das tun. In beiden Fällen durften Sie auch die USt als Vorsteuer geltend machen. Auch in Ihrer Buchhaltung sieht es - jedenfalls bei der Summe der einzelnen Konten - gleich aus, lediglich die Buchungssätze sind andere. Dazu kommt noch: Ihre Voranmeldungen (für 2015) können Sie nicht mehr ändern, nur noch die Jahres-Umsatzsteuererklärung (sofern Sie die noch nicht abgegeben haben). Insoweit sehe ich da eigentlich keinen akuten Handlungsbedarf.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 90147 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
äußerst kompetenter Anwalt ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
schnelle Antwort und toller Service ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank an Frau RAin Stadler für die schnelle Einschätung, sogar mit Nennung des Aktenzeichens zum Nachlesen. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER