Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Altersteilzeit Arbeitszeitenänderung

| 26.07.2012 18:33 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Vogt


Ich arbeite seit 01.12.2009 in der Altersteilzeit.
Und voraussichtliches Ende wäre in 3,5 Jahren.
Dann würde ich direkt im Anschluß in Rente gehen.

Seit Beginn der ATZ arbeite ich Montag und Dienstag jeweils 8 Stunden und Mittwochs 4 Stunden.

Mein Arbeitgeber möchte nun die Arbeitszeiten wie folgt ändern:
Freitag: 10 Stunden
Samstag: 8 Stunden
Sonntag: Frei
Montag: 10 Stunden
Dienstag: 10 Stunden

das kommende Wochenende wäre dann frei und das darauffolgende wie oben beschrieben.

Zum einen würden mir Aufgrund der Änderung 4 Arbeitsstunden fehlen und ich bin Jahrgang 1951 und nun schon seit 43 Jahren in dieser Firma beschäftigt.
Gesundheitlich bin ich auch angeschlagen und voraussichtlich nicht mehr in der Lage solche Wochenenden am Stück zu arbeiten.

Nun zu meinen Fragen:
1) Kann der Arbeitgeber einfach so die Zeiten und die Arbeitstage ändern?
2) Was passiert wenn mir der Arbeitgeber kündigt?
Habe ich dann Anspruch auf Abfindung? Wenn ja in welcher Höhe?
3) Würde ich nach einer Kündigung Arbeitslosengeld bekommen? Wenn Ja, in welcher Höhe bzw. nach welchem Gehalt wird es berechnet?
Nach meinem Lohn in der ATZ oder nach meinem Lohn in der normalen Arbeitszeit?
4) Was würde passieren wenn ich kündigen würde?
In Bezug auf Abfindung und Arbeitslosengeld.
5) Falls Frage 1) mit Ja beantwortet wird, welche Optionen habe ich dann? Muss ich klein beigeben?

im Vorraus vielen Dank für Ihre Mühe!
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne darf ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

1.

Durch die Möglichkeit Altersteilzeit in Anspruch zu nehmen, soll Arbeitnehmern der gleitende Übergang in den Ruhestand ermöglicht werden.

Hierbei kommen grundsätzlich das so genannte Blockmodell und das Kontinuitätsmodell in Betracht.

Beim Blockmodell geht der Arbeitnehmer in Vorleistung, in dem er in der ersten Hälfte der Altersteilzeit vollschichtig arbeitet, um das erarbeitete Wertguthaben in der zweiten Hälfte der Altersteilzeit, in der so genannten Freistellungsphase, „abzufeiern".

Im Kontinuitätsmodell hingegen arbeitet der Arbeitnehmer mit verringerter Stundenzahl bis zum Renteneintritt durch.

Beiden Modellen ist gemein, dass es sich grundsätzlich um ein normales (Teilzeit)Arbeitsverhältnis handelt. Das bedeutet wiederum, dass der Arbeitgeber, sofern im Arbeitsvertrag, in der Altersteilzeitvereinbarung oder im Tarifvertrag nichts Abweichendes vereinbart wurde, die Verteilung der Arbeitszeit während der Arbeitsphase im vereinbarten Arbeitszeitrahmen bestimmen kann. Hierbei muss er allerdings nach billigem Ermessen handeln, d.h. er muss die berechtigten Belange des Arbeitnehmers in seine Entscheidung mit einbeziehen.

In Ihrem Fall müsste also zunächst geprüft werden, ob eine bestimmte Verteilung der Arbeitszeit explizit vereinbart wurde. Wenn nicht, wird Sie der Arbeitgeber grundsätzlich frei einteilen können. Wenn Sie allerdings aus gesundheitlichen Gründen nicht dazu in der Lage sind, entsprechend der neuen Einteilung zu arbeiten und eine andere Einteilung durchaus möglich wäre, wird Ihr Arbeitgeber hierauf Rücksicht nehmen müssen.

2.

Grundsätzlich handelt es sich in einem Altersteilzeitarbeitsverhältnis um ein auf den Renteneintritt befristetes Arbeitsverhältnis.

Das bedeutet, dass eine ordentliche Kündigung nur zulässig ist, wenn es im Arbeitsvertrag/in der Altersteilzeitvereinbarung ausdrücklich so vereinbart wurde oder in einem Tarifvertrag für zulässig erklärt wurde, § 15 Abs. 3 TzBfG. Fehlt eine solche Vereinbarung, so ist die ordentliche Kündigung für beide Parteien unzulässig.

Wurde das Recht zur ordentlichen Kündigung vereinbart, so muss sich Ihr Arbeitgeber dennoch an die Regelungen des Kündigungsschutzgesetzes halten. Eine grundlose Kündigung wäre somit nicht zulässig.

Im Übrigen besteht ein Anspruch auf eine Abfindung, gleich ob nach einer Arbeitnehmer- oder Arbeitgeberkündigung, nur dann, wenn die zwischen den Parteien so vereinbart wurde oder eine entsprechende Betriebsvereinbarung existiert. Ein gesetzliches Recht auf eine Abfindung besteht nur in Ausnahmefällen, von denen hier leider keiner vorliegt.

3.

Falls Ihnen Ihr Arbeitgeber kündigt, würden Sie für die Dauer von 24 Monaten Arbeitslosengeld bekommen, § 147 Abs. 2 SGB III. Dies würde sich nach § 10 AltersteilzeitG nach Ihrem Gehalt vor der Reduzierung der Arbeitszeit bemessen.

Fall Sie selbst kündigen würden, müssten Sie mit einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld rechnen. Diese würde dazu führen, dass Sie für die Dauer von drei Monaten kein Arbeitslosengeld bekommen würden und sich Ihr Gesamtanspruch darüber hinaus um ein Viertel verkürzen würde. Sie hätten somit nach Ablauf der Sperrzeit nur noch Anspruch auf 18 Monate Arbeitslosengeld.

Zusammenfassend sollte daher aus meiner Sicht zunächst anhand der einschlägigen Verträge geprüft werden, ob die Neueinteilung der Arbeitszeit schon vom Grundsatz her zulässig ist. Falls ja, muss geprüft werden, ob Ihrem Arbeitgeber anhand Ihrer gesundheitlichen Einschränkungen die Neueinteilung der Arbeitszeit dennoch verwehrt ist. Hierzu müsste nötigenfalls Ihr Arzt konsultiert werden.

Abschließend hoffe ich, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Hierbei möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Sie können natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal mit mir Verbindung aufnehmen.

Für eine über diese Erstberatung hinausgehende Interessenvertretung steht Ihnen meine Kanzlei selbstverständlich ebenfalls gerne zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 27.07.2012 | 13:40

Nochmal zur Frage 2), falls ich mich jetzt grundsätzlich gegen die Arbeitszeitenänderung wehre bzw. sie verweigere kann mich dann der Arbeitgeber kündigen? Wäre das dann eine außerordentliche Kündigung? Oder wäre dies ein besonderer Grund für eine Kündigung? Und hätte dies wiederrum Auswirkungen auf das, von Ihnen oben beschrieben, Arbeitslosengeld und Zeit?

Vielen Dank für Ihre Mühen.
Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.07.2012 | 08:48

Sehr geehrter Ratsuchender,

falls Sie sich weigern, zu den geänderten Zeiten zu arbeiten, so kann Ihnen Ihr Arbeitgeber grundsätzlich eine außerordentliche Kündigung wegen Arbeitsverweigerung aussprechen. Falls Sie für die Wiegerung keinen wichtigen Grund hätten, also beispielsweise nicht darlegen könnten, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht zu den geänderten Zeiten arbeiten können, wäre diese Kündigung wirksam mit der Folge, dass Sie ebenfalls mit einer dreimonatigen Sperrzeit und entsprechenden Verkürzung des Arbeitslosengeldes rechnen müssten.

Mit freundlichen Grüßen


RA Michael Vogt

Bewertung des Fragestellers 31.07.2012 | 18:12

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Bin sehr zufrieden und kann den Anwalt nur weiterempfehlen. Danke!"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 31.07.2012 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69593 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ich bin sehr zufrieden mit der Beratung. Die Antworten kamen sehr zügig und waren sehr verständlich. Es wurde sehr gut auf die Fragen eingegangen. Ich kann Herrn Schröter basierend auf meiner Erfahrung uneingeschränkt weiterempfehlen. ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die Beratung ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Ich habe eine schnelle, hilfreiche Antwort erhalten. Vielen Dank dafür ...
FRAGESTELLER