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Als einzige Tochter enterbt - Pflichtteil


20.11.2007 20:16 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ernst G. Mohr



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe vor 6 Wochen durch Zufall erfahren, dass mein Vater verstorben ist, zu dem ich leider schon seit 10 Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Ich bin die einzige Tochter aus der geschiedenen Ehe mit meiner ebenfalls vor Jahren verstorbenen Mutter. Mein Vater hat danach nicht wieder geheiratet.

Nachdem ich den Schock einigermaßen verdaut und mich damit einigermaßen abgefunden hatte, dass wir nicht mehr die Gelegenheit einer Versöhnung hatten, habe ich mich beim Amtsgericht gemeldet, woraufhin ich heute eine Kopie des Testamts zugeschickt bekommen habe.

Darin steht, dass die alleinige und unbeschränkte Erbin eine Bekannte ist.

1) Wie hoch ist mein Pflichtteil und was gehört alles dazu (z.B. auch das Auto)?

2) Kann die Erbin ihr Erbe (oder Teile) vor Geltendmachung meines Pflichtteilsanspruches ausgegeben und somit den Pflichtteil verringern?

3) Was soll ich als nächstes tun? Brauche ich einen Anwalt? Und zahlt dafür die Rechtsschutzversicherung?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!
MfG

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Sehr geehrte Ratsuchende,

der Pflichtteil entspricht in der Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils, das der Pflichtteilsberechtigte erben würde. Nachdem Ihr Vater nicht mehr verheiratet war und Sie das einzige Kind sind, Sie durch das Testament nicht Erbin geworden sind, beträgt der Pflichtteil ½ des Nachlasswertes.

Es gibt jedoch Konstellationen, in denen das Testament ggf. wirksam angefochten werden kann. Hier kommt es insbesondere auf die Formulierung des Testamentes an, mit welcher Intension das Testament gefertigt wurde und wer als Erbe berufen wurde. Bereits hierzu empfiehlt es sich nach weiterer Erörterung des Sacherhaltes weiteren anwaltlichen Rat einzuholen.

Wichtig zu wissen ist wegen des Pflichtteilsanspruches, dass der Anspruch nur auf einen finanziellen Ausgleich geht. Zum Nachlass zählen alle Vermögenswerte, also u.a. auch der Pkw. Da es sich um einen Zahlungsanspruch handelt besteht aber kein Anspruch auf einzelne Gegenstände des Nachlasses.

Die Höhe des Nachlasses wird nach dem Bestand und dem Wert bestimmt, den der Nachlass zur Zeit des Erbfalls hatte. Etwaige danach erfolgte Verfügungen des Erben über Nachlassgegenstände ändern daher den Wert des Nachlasses nicht.
Ausnahmsweise kann es zu Abweichungen von der grundsätzlichen Berechnung des Pflichtteils kommen, wenn der Erblasser zu seinen Lebzeiten gewisse Zuwendungen an den Pflichtteilsberechtigten oder sonst an einen Abkömmling gemacht hat.

Der Pflichtteilsberechtigte kann den Wert des Nachlasses in der Regel nicht selbst ermitteln. Aus diesem Grund hat er gegen die Erben einen Auskunftsanspruch über den Bestand des Nachlasses und einen Mitteilungsanspruch hinsichtlich des Nachlasswertes.

Insoweit wäre zunächst so vorzugehen, dass man Einsicht in das Testament erhält, um dies weiter prüfen zu können. Sollte sich dann herausstellen, dass Anfechtungsgründe nicht vorliegen, das Testament wirksam errichtet ist (was jeweils in erster Linie eingehend geprüft werden sollte), so sollten dann gegenüber dem Erben Ansprüche auf Auskunft des Bestandes und des Wertes des Nachlasses gestellt werden, anschließend - nach weiterer Prüfung - die Ansprüche geltend gemacht werden.

Auch Pflichtteilsansprüche unterliegen im übrigen der Verjährung. Insofern wären bestimmte Fristen zu beachten.

In den meisten Erbsachen empfiehlt sich eine anwaltliche Beratung und eine sich anschließende anwaltliche Tätigkeit. In der Regel umfasst der Versicherungsschutz einer Familien-Rechtsschutzversicherung auch eine Beratung im Erbrecht bei eingetretenem Versicherungsfall.

Ich hoffe, Ihnen hiermit einen ersten Überblick verschafft zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Ernst G. Mohr

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