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Als Freiberufler, Entwicklung eigenes Software finanzieren

| 28.06.2017 19:52 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von


23:19

Zusammenfassung:

Es geht um drohende Scheinselbständigkeit bei freiberuflicher bzw. gewerblicher Tätigkeit und die Folgen.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin als Freiberufler (Systemsoftware-Entwicklung für verschiedene Kunden) tätig und registriert. Jetzt habe ich vor auch ein eigenes Softwareprodukt zu entwickeln und zu verkaufen.

Allerdings wird der Produkt sehr wahrscheinlich als "Trivialsoftware" von FA eingestuft, weil Software selber wird kostenlos für das breite Publikum angeboten und bloß Daten-Updates (tägliche Daten-/Statistik-Pakete usw.) werden als Monatliche/Jahres-Abo oder auch als Archivdaten-Pakete verkauft (Preisspanne ist 1 bis 10 Euro pro Abo).

Die Softwareentwicklung (fremde Softwareentwickler für Bezahlung engagieren) und Marketing (z.b. Werbungsmaßnahmen) möchte ich gerne selber aus mein Freiberufler-Einkommen finanzieren. Dabei möchte ich diese Ausgaben steuerlich absetzen können.

Der Verkauf von Software bzw. Updates-Abos wird über meine GmbH gehen. Aber für die Finanzierung gibt in der GmbH noch kein Geld.

Meine Frage ist ob ich wegen so eine Finanzierung/Absetzung als Privatperson/Freiberufler - mein Freiberufler-Status verlieren werde?
Weil damit Tätigkeiten werden gemischt und Business-Ausgaben für gewerbepflichtige Tätigkeit ("Trivialsoftware"-Entwicklung, "Trivialsoftware"-Werbung) werden auch meine freiberufliche Einkünfte "infizieren". Oder vielleicht ist es nicht so?

Und falls das ganze Konstrukt gewerbepflichtig wird - welche Varianten könnte sinnvol sein um so eine Finanzierung zu ermöglichen und dabei steuerlicher Last auf mein "Freiberufler"-Einkommen zu minimieren?
Als potenzielle Varianten betrachte ich zurzeit:
- alles als Privatperson zu machen
- alles als GmbH zu machen (auch Kunden-bezogene "freiberufliche" Projekte)
Vielleich gibt es noch bessere Variante.

28.06.2017 | 21:04

Antwort

von


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Gerne zu Ihren Fragen:
Die Problematik der Scheinselbstständigkeit steht auch für Ihr Vorhaben zur Diskussion nämlich dann, wenn Sie nur einen Auftraggeber – womöglich Ihre eigene GmbH - hätten und damit innerhalb dieser Konstrukts (wie Sie es selbst bezeichnen) integriert sind. Dann droht schnell die Scheinselbstständig.

Das FA prüft dies dann nach eigenem Ermessen und Maßstab. Ebenso auch das Gewerbeamt. Beide übrigens unabhängig voneinander.

Auch Sozialversicherungsfragen können relevant werden und ggf. durch die Clearingstelle der Dt. Rentenversicherung geprüft werden. Diese bietet eine kostenfreie Dienstleistung "Beratung zur Statusfeststellung"
an, die man "vorsorglich" in Anspruch nehmen sollte.

Sie sollten also das Ganze vor Ort mit einem Kollegen unter Vorlage Ihres vollständigen Geschäftsmodells prüfen lassen und ggf. auch einen Steuerberater beiziehen. Denn das ist aus der Ferne im Rahmen einer summarischen Ersteinschätzung nicht seriös zu leisten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer

Rückfrage vom Fragesteller 28.06.2017 | 21:43

Scheinselbstständigkeit ist nicht der Punkt meines Fragens.

Mich interessiert ob ich mein "Freiberufler"-Status verliere falls ich mit mein Einkomen aus freiberufliche Tätigkeit "Trivialsoftware"-Entwicklung/-Werbung finanzieren werde und setze die Abgaben steuerlich ab?

Was Scheinselbstständigkeit angeht - es ist eine ganz andere Thema die ich bereits längst geklärt habe.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.06.2017 | 23:19

Gerne zu Ihrer Nachfrage:

Auch diese Frage wird vom FA und dem Gewerbeamt unabhängig voneinander und ggf. vom Amts wegen geprüft und steht im Zusammenhang mit der Frage der (Schein)selbständigkeit. Denn je mehr Sie in einem abhängigen und/oder weisungsgebundenen Verhältnis – womöglich auch zu Ihrem „Konstrukt" sind, umso eher verlieren Sie den Status des Freiberuflers. Dabei mag Ihnen ein Modell dergestalt, dass Sie lediglich Ihrer eigenen GmbH weisungsunterworfen wären, nur vordergründig helfen, denn es kann möglicherweise als „Umgehungstatbestand" verworfen werden.

Es kommt deshalb letztlich darauf an, wie Ihr Vorhaben tatsächlich – nicht strukturell – geplant ist:

Steuerlich sind Sie Freiberufler nach § 18 EStG mit diesen Kriterien:

„Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer, Lotsen und ähnlicher Berufe.

Diese Liste ist nicht abschließend. Denn es gibt eine Reihe weiterer, ähnlicher Berufe: Designer, EDV-Berater, Web-Designer, deren Status als Freiberufler durch das Finanzamt anerkannt werden kann.

Ob Sie - wie Sie anfragen "Ihren Freiberufler"-Status verlieren, falls Sie mit mein Einkommen aus freiberufliche Tätigkeit "Trivialsoftware"-Entwicklung/-Werbung finanzieren werden", lässt sich mithin nicht abschließen bewerten.

Denn es kommt darauf an, wieweit diese weitere Tätigkeit mit der bisherigen freiberuflichen Tätigkeit "verwoben" ist und was entscheidend überwiegt. Das werden Sie dem FA überzeugend darlegen müssen.

Dabei kann auch eine Voranfrage beim FA zielführend sein.

Denn als Freiberufler haben Sie sich bei Aufnahme der Tätigkeit beim FA anzumelden (bzw. bei einer geplanten Veränderung).

Das FA wird sich dann an die tatsächlichen Fakten halten und sich nicht auf Umgehungstatbestände einlassen.

Als Freiberufler entgehen Sie zwar der Gewerbesteuer, zahlen also nur Einkommensteuer und Umsatzsteuer. Bei der Gründung einer GmbH entfällt aber das Privileg der Gewerbesteuerfreiheit für Freiberufler.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Ihr
W. Burgmer
- Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 28.06.2017 | 23:34

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Leider haben wir ein wenig aneinander-vorbei geschrieben. Da mich mehr die Frage Freiberufler/Gewerbepflichtiger hat interessiert und Herr Anwalt hat sich mehr auf Scheinselbständigkeit fokussiert (obwohl in meine Anfangsfrage kein einziges Wort über die Scheinselbständigkeit gewesen).

"
Stellungnahme vom Anwalt:

Ich akzeptiere Ihre Kritik, konnte allerdings auch nicht wissen, dass Sie die Frage der (Schein)selbständigkeit - die Auswirkung auf die Freiberuflichkeit hat - schon für sich geklärt hatten.

Freundliche Grüße also,
Ihr
W. Burgmer
- Rechtsanwalt

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 28.06.2017
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Leider haben wir ein wenig aneinander-vorbei geschrieben. Da mich mehr die Frage Freiberufler/Gewerbepflichtiger hat interessiert und Herr Anwalt hat sich mehr auf Scheinselbständigkeit fokussiert (obwohl in meine Anfangsfrage kein einziges Wort über die Scheinselbständigkeit gewesen).


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