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Als Fahrradfahrer Kollision mit Fahrradweg querendem Auto

06.07.2020 23:02 |
Preis: 47,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Höchstgeschwindigkeit Fahrrad

Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender Sachverhalt:
Ein Radweg verläuft im Abstand von einigen Metern parallel zur Hauptstrasse.
Autofahrer aus der Nebenstrasse müssen den Radweg queren, um auf die Hauptstrasse abbiegen zu können. Aus Sicht des abbiegenden Autofahrers steht ein Vorfahrt Achten Schild noch vor dem Radweg.
Der Radweg ist für den Radverkehr in beide Richtungen freigegeben.

Ich fuhr auf dem Radweg mit ca 25km/h bis 30 km/h, als ein Autofahrer den Radweg überquerte, teilweise auf dem Radweg stehen blieb und mit dem hinteren Teil des Autos den Radweg zum grossen Teil überdeckte.

Obwohl ich eine Vollbremsung einleitete, bin ich als Radfahrer mit dem Auto kollidiert - ein Ausweichen war nicht mehr möglich.

Der Autofahrer und sein Beifahrer behaupten nun, er hätte sich über den Radweg vorgetastet und wäre bereits seit mehr als 5 Sekunden gestanden, als es zur Kollision gekomnen ist, weshalb ich zu 100% Schuld wäre.

Ob das Auto bei der Kollision tatsächlich gestanden hat, kann ich nicht sagen - wenn es gestanden sein sollte, waren es deutlich unter 2 Sekunden. Auch hat sich das Auto nicht vorgetastet, sonst hätte ich früher bemerkt, dass mir das Auto die Vorfahrt nehmen wird.

Weitere Zeugen gibt es natürlich keine.

Nun die Fragen:
Wenn das KFZ tatsächlich bei der Kollision gestanden ist, ich jedoch auf Grund meines Bremsweges die Kollision nicht verhindern kann, spielt es dann tatsächlich eine Rolle, ob und wie lange das KFZ bei der Kollision gestanden ist?

Natürlich kam auch der Vorwurf, der Radfahrer war zu schnell.
Was ist die Höchstgeschwindigkeit für Radfahrer auf Radwegen?

Was ist die Höchstgeschwindigkeit für Radfahrer auf gemeinsamen Rad/Fusswegen, falls der Radweg frei ist - sprich keine weiteren Radfahrer oder Fussgänger unterwegs sind?

Ändert sich diese Höchstgeschwindigkeit im Kreuzungsbereich?

Freundliche Grüsse
K

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich geht von jedem Fahrzeug ein Betriebsgefahr aus, sodass daher grundsätzlich die Haftungsquote 50% gilt. Um diese jedoch abzuwenden, müssen weitere Beweise zur Verfügung stehen.

Das wären bei Ihnen schwierig.
Der Autofahrer war zu zweit unterwegs. Zeuge ist bei einem Auto auch z.B. der Fahrer, wenn er nicht gleichzeitig Halter ist. Wäre also der Halter ein anderer, so hätten Sie bereits 2 Zeugen gegen sich.

Nun die Fragen:
Wenn das KFZ tatsächlich bei der Kollision gestanden ist, ich jedoch auf Grund meines Bremsweges die Kollision nicht verhindern kann, spielt es dann tatsächlich eine Rolle, ob und wie lange das KFZ bei der Kollision gestanden ist?

Natürlich kam auch der Vorwurf, der Radfahrer war zu schnell.
Was ist die Höchstgeschwindigkeit für Radfahrer auf Radwegen?

Eine Höchstgeschwindigkeit für Radfahrer gibt es auf Radwegen nicht. Diese haben sich aber so zu verhalten, dass sie jederzeit bremsen können und die Geschwindigkeit ist den Verkehrsverhältnissen anzupassen (- z.B. unübersichtliche Stellen, Kreuzungen, Schulen - wie das genau aussieht, müsste ggf. ein Ortstermin entscheiden).

Was ist die Höchstgeschwindigkeit für Radfahrer auf gemeinsamen Rad/Fusswegen, falls der Radweg frei ist - sprich keine weiteren Radfahrer oder Fussgänger unterwegs sind?
S.O.

Ändert sich diese Höchstgeschwindigkeit im Kreuzungsbereich?
S.O.

Wie gesagt, eine Höchstgeschwindigkeit gibt es nicht. In einem Gerichtsverfahren würde der Richter entscheiden müssen, was angemessen ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 13.07.2020 | 08:31

Sehr geehrte Frau Seiter,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Ausser einer Bremsspur und den Kollisionsspuren kann ich nichts vorweisen - so wie es aussieht, kommt der Autofahrer damit auch noch durch - werde mir lokal einen Anwalt suchen.

Für die Zukunft:
Leider kann ich mit dem Hinweis auf einen Vor Ort Termin nicht viel anfangen.
Für Autofahrer gibt es klare Geschwindigkeitsbeschränkungen.
Fährt das vorfahrtsberechtigte Auto in die Seite des einbiegenden Autos, wird niemand sagen: Hier 50 zu fahren - sind Sie komplett wahnsinnig?
Es wird eher darum gehen, ob die 50 eingehalten wurden.

>Eine Höchstgeschwindigkeit für Radfahrer gibt es auf Radwegen nicht.
>Diese haben sich aber so zu verhalten, dass sie jederzeit bremsen können und die Geschwindigkeit ist den Verkehrsverhältnissen anzupassen

Für mich hört sich das so an, als ob ich zwar jeder Zeit 50 fahren darf, als Radfahrer jedoch immer bereit sein muss, Fahrfehler anderer Verkehrsteilnehmer auszugleichen. Gelingt mir das nicht, habe ich als Radfahrer immer zumindest Teilschuld. Ist das so richtig?
Was sagen aktuelle Gerichtsurteile dazu?

Wie sieht es mit der Verwendung von Loop Cams aus, welche die Aufzeichnung nach 30min überschreiben?
Ist das ein probates Medium, um sich vor Gericht gegen derart dreiste Autofahrer zu verteidigen?

Mit freundlichem Gruss

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.07.2020 | 19:01

Grundsätzlich haben sich beide Verkehrsteilnehmer vorsichtig zu verhalten - also auch Autofahrer, wenn Sie mit der Gefahr rechnen müssen - also zB querende Radwege.

Das Verwenden von Dashcams - insbesondere dann die Weitergabe - sind umstritten - aber Bayern hat angekündigt, ein Bußgeld wegen Verstoßes gegen die Dsgvo zu erlassen - selbst wenn das Video an die Polizei übergeben wurde.

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