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Als Einzelunternehmer in die Privatinsolvenz - Gründung einer Holding 2x 1EURO UG?

21.03.2018 19:03 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Gründung einer Kapitalgesellschaft vor Beantragung eines Insolvenzantrages

Sehr geehrte Damen und Herren,
meine derzeitige Lage als Einzelunternehmer ist nicht Schlecht. Ich habe für die Zukunft eine Gründung einer Holding-Struktur ins Auge gefasst. Ich bin mir nur nicht so sicher ob denn Sinn macht die Holding 1 EURO UG und zweite 1 Euro UG auf meinen Namen anzumelden.

Meine Überlegung war:
Ich gründe die Holding 1 EURO UG (Muttergesellschaft) und 1 Euro UG (Tochtergesellschaft).
In der Muttergesellschaft wird ein anderer Geschäftsführer eingesetzt.
In der Tochtergesellschaft bin ich selbst Geschäftsführer.

Jetzt zu meiner eigentlichen Frage bzgl. Haftung aus meiner bestehenden Einzelunternehmer Tätigkeit.

Angenommen und in einigen Monaten werden Steuerzahlung und diverse Forderung aus der Einzelunternehmer Tätigkeit nicht bezahlt werden können, von meinem Geschäftsführergehalt. Ich beantrage dann Privatinsolvenz um mir Luft zum Atmen zu verschaffen. Ist meine Holdingstruktur dadurch gefährdet und Haftbar zu machen? Oder ist besser die Gründung der Mutter- und Tochtergesellschaft durch eine dritte Person vorzunehmen?

Danke für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Die Gründung einer Kapitalgesellschaft, ob als einzelne Unternehmensgesellschaft oder im Wege einer Holdingstruktur schützt Sie nicht vor dem Zugriff des Finanzamtes oder des späteren Insolvenzverwalters auf die Gesellschafteranteile.

2. Zwar kann ein Gläubiger oder der Insolvenzverwalter nicht direkt auf die Vermögenswerte der Kapitalgesellschaft oder der Holding zugreifen. Allerdings besteht die Möglichkeit die Anteile und etwaige Gewinnansprüche zu pfänden und die Liquidation der Gesellschaft zu betreiben.

3. Die Gründung einer Holdingstruktur nur um hier den Zugriff von Gläubiger zu erschweren kann ich nicht empfehlen. Zum einen fallen hier Buchhaltungs- und Steuerberaterkosten für zwei Gesellschaften an. Zum anderen erreichen Sie damit nicht den von Ihnen vorgesehen Zweck.

4. Ausreichend erscheint mit die Gründung einer Kapitalgesellschafter in Form einer Unternehmensgesellschaft. Im Falle eines Antrages auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird der Insolvenzverwalter den pfändbaren Teil Ihres Einkommens als Geschäftfsührer verlangen. Ob die Gesellschafteranteile dann bei Ihnen liegen oder bei einem Dritten macht hierbei keinen Unterschied, wenn die Gesellschaft nicht über erhebliche Vermögenswerte verfügt, was bei einer Unternehmensgesellschaft, die aus dem Gewinn das Eigenkapital ansparen muss, in der Regel nicht der Fall ist.

Denn auch der Insolvenzverwalter wird die Gesellschafteranteile der Unternehmensgesellschaft nicht verwerten, wenn Sie hieraus Ihr Gehalt beziehen und damit den pfändbaren Betrag an die Insolvenzmasse abführen.

5. Sollten Sie danach einen Insolvenzantrag beabsichtigen, wäre die Gründung einer Kapitalgesellschafter und die Verlagerung des Unternehmensgegenstandes auf die Kapitalgesellschft durchaus sinnvoll. Neben der Haftungsbeschränkung wird auch die Ermittlung des pfändbaren Gehaltes, welches an den Insolvenzverwalter abgeführt werden muss, wesentlich erleichert, als dies bei einem Einzelunternehmen der Fall ist.

Auch Investitionen in der Kapitalgesellschafter können ohne Mitwirkung des Insolvenzverwalters vorgenommen werden, was bei einem Einzelunternehmen in der Regel nicht der Fall ist.

6. Wenn möglich sollten Sie Ihr Vorhaben zeitnah umsetzen, allerdings nicht in einer Holdingstruktur, der Kosten wegen, sondern zunächst mit einer Unternehmergesellschaft.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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