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Als Deutscher mit Schweizer Wohnsitz Haus in Deutschland kaufen Steuer

30.10.2020 01:38 |
Preis: 63,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

ich bin Deutscher und habe seit 2 Jahren meinen Wohnsitz und Lebensmittelpunkt in der Schweiz. Hier habe ich auch eine GmbH gegründet, deren Angestellter ich bin. Die GmbH und ich sind in der Schweiz steuerpflichtig, ich muss jährlich eine Steuererklärung in der Schweiz erstellen.

Wenn ich nun ein Haus in Deutschland kaufe, in dem aber jemand anders lebenslanges Wohnrecht / Nießbrauch hat - was ändert sich dadurch für mich steuerlich/rechtlich:
1) während der Lebensdauer der Bewohner (ich bekäme keine Miete, nur der Hauspreis wäre durch das Wohnrecht günstiger)
2) später, wenn ich entweder dort teilweise selber leben würde (max.1 Monat im Jahr, auf einzelne Tage verteilt) oder das Haus vermiete?

In beiden Fällen frage ich mich, ob man mir dadurch einen Lebensmittelpunkt in Deutschland konstruieren könnte (ich habe früher, vor meinem Wegzug an der Adresse gewohnt, bin dort aufgewachsen)

Könnten meine Schweizer Einkünfte auf einmal in Deutschland versteuert werden müssen? Ggf. sogar rückwirkend?
Und falls ich einmal die Schweizer Staatsbürgerschaft annehme, ändert es etwas?

Es ist mir wichtig, die Entscheidung zu fällen, ob ich das Haus kaufen kann oder dadurch steuerliche Nachteile zu erwarten habe.
Bzw. in welchem Szenario ich steuerliche Nachteile hätte.

Unabhängig vom Hauskauf in Deutschland würde ich die meiste Zeit weiterhin in der Schweiz verbringen, dort ebenfalls Eigentum erwerben, meine kleine Firma bleibt dort und mein berufliches und privates Leben finden weiterhin in der Schweiz statt.

Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!

30.10.2020 | 07:49

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Wenn ich nun ein Haus in Deutschland kaufe, in dem aber jemand anders lebenslanges Wohnrecht / Nießbrauch hat - was ändert sich dadurch für mich steuerlich/rechtlich:

1) während der Lebensdauer der Bewohner (ich bekäme keine Miete, nur der Hauspreis wäre durch das Wohnrecht günstiger)

Solange Sie keine Wohnung in Deutschland vorhalten, in welche Sie jederzeit zurückkehren könnten, begründen Sie keinen Wohnsitz nach § 8 AO . Das Wohnrecht sollte die gesamte Immobilie umfassen, so dass kein Zweifel besteht, dass Sie keine direkte Zugriffsmöglichkeit haben.

2) später, wenn ich entweder dort teilweise selber leben würde (max.1 Monat im Jahr, auf einzelne Tage verteilt) oder das Haus vermiete?

Sobald Sie dort tatsächlich selber leben, haben wir einen Wohnsitz nach § 8 AO und auch eine Steuerpflicht.

Dann wäre unter Anwendung des Doppelbesteuerungsabkommen zu klären, wo Steuern zu zahlen sind. Aller Voraussicht nach wäre dies immer noch die Schweiz (was die GmbH dort betrifft).

Sie müssten dann nur deutsche Einkommen in Deutschland versteuern.

Eine schweizerische Staatsbürgerschaft ändert nicht an Ihrer Steuerpflicht in Deutschland. Eine rückwirkende Besteuerung würde nicht stattfinden, erst mit Einrichtung des Wohnsitzes wäre eine Steuerpflicht in Deutschland gegeben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 30.10.2020 | 09:05

Erst einmal vielen Dank für die Hilfe.

"Keine Wohnung in Deutschland vorhalten, in welche Sie regelmäßig zurückkehren"
Kern meiner Frage:
->könnte dies unterstellt werden, weil ich dort wie gesagt aufgewachsen bin? (Meine Eltern hätten das Wohnrecht).

"unter Anwendung des Doppelbesteuerungsabkommen zu klären, wo Steuern zu zahlen sind. Aller Voraussicht nach wäre dies immer noch die Schweiz (was die GmbH dort betrifft"
->Genau, die GmbH bleibt in der Schweiz und zahlt dort die Steuern- aber wie sieht es mit des Versteuerung meines oben genannten Schweizer Angestelltengehalts aus, welches die GmbH mir zahlt?

"Aller Voraussicht nach"
-> hier bitte ich um eine Präzisierung der Umstände!


Zu 2) die Frage der Vermietung ist noch offen. Wenn ich dort auch später nie lebe, sondern vermiete. Wie sieht es in dem Fall mit sonstigen Deutschen bzw. den Schweizer Einnahmen, die Sie oben ansprechen, aus?

Vermutlich hätte ich die aber ohnehin nie, da auch Deutsche Aufträge über die Schweizer GmbH abgewickelt werden.

Ich danke Ihnen!
Freundliche Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 31.10.2020 | 08:37

Gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

Aufgrund des emotionalen Bezugs wird Ihnen keine Wohnungsnahme dort unterstellt. Erhält ein Dritter ein lebenslanges Wohnrecht, dies sollten Sie ins Grundbuch eintragen lassen, dann können Sie dort gut argumentieren, dass Sie keinen Wohnsitz dort genommen haben.

Dann droht also keine Gefahr aus dieser Richtung.

Vermieten Sie die Wohnung, so sind Sie mit diesen Einkünften in Deutschland beschränkt steuerpflichtig und müssen diese Einkünfte in Deutschland versteuern.

Ihr Gehalt in der Schweiz wird nur dort versteuert, wenn die Firma in der Schweiz sitzt und Sie Ihre Arbeitsleistung in der Schweiz erbringen. Beide Voraussetzungen liegen meiner Auffassung nach vor.

Mit freundlichen Grüßen

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