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Allgemeines Vorgehen bei Helerei (Ebay)

| 15.02.2014 10:24 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Philipp Adam


Guten Tag,

ich arbeite bei einem Unternehmen in Hamburg, das
Werkzeuge (eigene Marke, Fachhandel) in ganz
Deutschland verkauft.

Uns ist aufgefallen, das es einige Verkäufer bei Ebay gibt
(alle aus Hamburg) die unsere Werkzeuge, oftmals mit
defekter Verpackung, leichten Gebrauchsspuren etc.
in großen Mengen, stark unter Preis verkaufen.

Die ganze Ware kann eigentlich nur aus unserem
Rückläufer Lager stammen. Wir finden hier Artikel,
die nie offiziell im Verkauf waren, Samples, alte
Modelle usw. Die räumliche Nähe ist auch sehr
verdächtig, auch in dem Umfang...

Wir haben die Verkäufe anhand der Bewertungen
zurückzuverfolgt, das ganze geht schon mindestens 14 Monate so,
mehrere Ebay Accounts (4 Verkäufer) konnten wir finden
die fast ausschließlich unsere Rücklaufer verkaufen.
Insgesamt über 100.000 EUR Umsatz sind nachvollziehbar,
anhand der Bewertungen, aber nicht jeder Ebay Verkäufer
bewertet auch.... Der Gesamtschaden dürfte höher liegen.

Mein Verdacht ist, das einige unserer Mitarbeiter Rücklaufer
nicht in die Warenwirtschaft eingeben und abzweigen,
oder auf "Schrott" schreiben, obwohl diese noch einen
Restwert haben. Diese Ware gelangt dann zu den Ebay
Verkäufern, und wir zu Geld gemacht. Da wir als großeres
Unternehmen sehr viele Rückläufer haben, dürte das in
dem Umfang durchaus machbar sein.

Wie gehen wir hier vor? Ich glaube, wir können nicht im Lager
Kameras aufstellen und tausend Stunden Video
Material sichten.

Ist es sinnvoll direkt an die Ebay-Verkäufer heranzutreten?
Welche Vorraussetzungen müssen gegeben sein, damit
wir die Verkaufer wegen Helerei anzeigen können?
Wie sieht hier ein begründeter Verdach aus?
Polizei oder Dedektiv?

Ich müßte meinen Chefs etwas vorschlagen...
Ich würde gerne wissen wie man allgemein hier vorgeht.

Danke

Sehr geehrte Fragende,

gerne beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes.

§ 259 StGB (Hehlerei) lautet:

(1) Wer eine Sache, die ein anderer gestohlen oder sonst durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, ankauft oder sonst sich oder einem Dritten verschafft, sie absetzt oder absetzen hilft, um sich oder einen Dritten zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Die §§ 247 und 248a gelten sinngemäß.

(3) Der Versuch ist strafbar.

Aus dieser Norm schließt man, dass derjenige, der sich vorliegend die Artikel rechtswidrig beschafft hat nicht tauglicher Täter einer Hehlerei sein kann. Es kann aber auch sein, dass bei Ihnen beispielsweise Mitarbeiter A die Artikel stehlt und sie Mitarbeiter B gibt. Dieser stellt sie dann bei Ebay rein. Somit wäre B Hehler im Sinne dieser Norm. Falls die von Ihnen bekannten Verkäufer Kenntnis vom Ursprung der Artikel haben, machen sie sich auch wegen Hehlerei strafbar. Dass Sie vorliegend nicht wissen, inwieweit die Verkäufer vielleicht involviert sind, rate ich Ihnen von einer Kontaktaufnahme ab.

Darüber hinaus kämen vorliegend auch Delikte wie Diebstahl und Betrug zu Lasten Ihrer Firma in Betracht. Näheres dazu kann ich Ihnen leider nicht genau sagen.

Ob die Polizei hier der richtige Ansprechpartner ist, ist fraglich. Zwar unterliegt die Polizei als Strafverfolgungsbehörde dem Legalitätsprinzip, d.h. sie muss bei einem Anfangsverdacht tätig werden. Ob dieser Anfangsverdacht hier gegeben ist, halte ich hier für mehr als fraglich. Ein Anfangsverdacht, der Anlass zum Einschreiten gibt und zur Erforschung des Sachverhaltes verpflichtet, setzt voraus, dass zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für eine verfolgbare (ohne erkennbare Verfolgungshindernisse, wie etwa offensichtlicher Schuldausschließungsgründe bei Kindern) Straftat vorliegen (vgl. § 152 Abs. 2 in Verbindung mit § 160 Abs. 1 StPO). Hier legen bei Ihnen nur bloße Vermutungen vor.

Falls Sie hier etwas unternehmen möchten, rate ich Ihnen einen Detektiv einzuschalten. Dieser wird erst einmal eventuelle Beweise sichern.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen weitergeholfen zu haben und stehe Ihnen für eine kostenlose Nachfrage zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Philipp Adam
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 15.02.2014 | 11:40

Hallo Herr Adam,

vielen Dank für Ihre Antwort. Ein Nachfrage

- Ein Ebay Verkäufer hat ja Artikel verkauft (Muster, Samples)
die nur bei uns im Lager gestohlen seien können.
- Weiterhin kennen wir alle unsere Kunden sehr gut,
wir können definitiv ausschließen, das ein Kunde von
uns Ware in dem Umfang (100.000 EUR) mit Verpackungsschäden
an die Verkäufer in Hamburg verkauft hat. Die einzigen
die große Mengen an Ware mit Verpackungsschäden haben,
sind wir selbst. Und wir verkaufen grundsätzlich keine
Ware mit Verpackungsschäden, sondern packen um oder
verschrotten ...

Ware das nicht ein begründeter Anfangsverdacht?
Zusätzlich zu den günsten Preisen (unter EK Niveau von
unseren Kunden) und der räumlichen Nähe?

Auch wenn das vier Verkäufer sind, ich denke wenn einer
angezeigt und die Herkunft nachweisen müß, fällt das
alles schnell zusammen.

Danke & viele Grüße



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.02.2014 | 12:12

Sehr geehrter Fragender,

gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage aufgrund der neuen Informationen.

Wenn es tatsächlich so ist, dass die Artikel bei Ihnen im Lager gestohlen wurden, kann man einen Anfangsverdacht bejahen. Das heißt, dass Sie hier auf jeden Fall Strafanzeige erstattet können und den Vorfall zur Anzeige bringen können.

Auch die Tatsache, dass die Preise sehr günstig sind, kann hier einen Anfangsverdacht begründen.

Ich rate Ihnen daher die Sache zur Anzeige zu bringen. Sie sollten jedoch schauen, dass Sie die Anzeige direkt beim zuständigen Fachkommissariat (Kriminalpolizei) aufgeben.

Ich hoffe Ihre Frage beantwortet zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Philipp Adam
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 15.02.2014 | 12:17

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