Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Allgemeines Ermittlungen


| 24.05.2006 05:56 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Anwälte,

mich würde für die Zukunft interessieren, wie lange Ermittlungsverfahren im Durchschnitt dauern, gibt es bei den einzelnen Straftaten gravierende Unterschiede, gibt es dazu Statistiken im Internet ?

Meine zweite Frage bezieht sich darauf, bei welchen Straftaten, die Staatsanwaltschaft die Möglichkeit in Betracht zieht, noch vor einem Verfahren bei Gericht, den Täter oder Zeugen zu hören und wie man sich dann verhalten soll.Als Beispiel Aussage verweigern oder lieber Reden, Anwalt dabei haben oder sagen, verweigere die Aussage, wenn ich mich selberbelaste. Bedeutet im übrigen die Verweigerung der Aussage bei Gefahr der eigenen Belastung ein Schuldeingeständnis ?

Meine dritte Frage bezieht sich darauf, wieviel Strafe ein Amtsgericht eingentlich verhängen kann und ab wann ein Landgericht zuständig ist, als Beispiel nenne ich den Strafrahmen 3 Mon bis 5 Jahren.

Meine vierte Frage bezieht sich darauf, ab wieviel verhängter Freiheitsstrafe (entweder Bewährung oder ohne) man als vorbestraft gilt

MEine fünfte Frage bezieht sich auf die Dauer der Vorstrafen, wie lange bleiben Vorstrafen im Register eingetragen und wann werden sie wieder entfernt, wird hier zwischen Strafhöhe und jew, beg. Delikt unterschieden ?

Vielen Dank !

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),


sofern Sie in der Zukunft beabsichtigten, Straftaten zu begehen, muss ich Ihnen davon natürlich abraten.



Frage 1.

Statistiken, die im Internet veröffentlicht worden sind, sind hier nicht bekannt. Die Dauer eines Ermittlungsverfahrens kann nicht pauschal vorab bestimmt werden, da es von Tat, Täter, eines Geständnisses und vielen weiteren Einzelfagen abhängt.

Ist der Täter geständig, brauchen vielleicht keine weiteren Ermittlungen geführt werden; das Verfahren KANN dann in deri Monaten abgeschlossen sein.

Hanedlt es sich z.B. um ein Wirtschaftsdelikt, wird das Verfahren ggfs. drei Jahre dauern.

Diese Werte sind aber nicht verbindlich, da es neben der Tat und dem weiteren Täterverhalten auch auf die jeweilige Staatsanwaltschaft und der Auslastung des jeweiligen Dezenenten ankommt.

Frage 2.

Schon im Ermittlungsverfahren sollte man einen Rechtsanwalt beiziehen. Dieser bekommt die Akteneinsicht, wobei vor jeder Einlassung der Akteninhalt bekannt sein sollte, um nicht ggfs. bisher unbekannte Tatsachen einzuräumen.

Die Staatsanwaltschaft ist dabei "Herrin des Verfahrens" und kann nach eigenem Ermessen Zeugen hören. Im Ermittlungsverfahren ist der Täter aber immer zu hören, da ansonsten das Verfahren mangelhaft ist.

Ein Geständnis wirkt sich immer positiv auf eine mögliche Einstellung/Aburteilung aus, da dieses bei der Strafzumessung dann zugunsten des Täters zu berücksichtigen ist.

Eine Verweigerung der Aussage darf nach dem Gesetzeswortlaut NICHT zu Lasten des Täters herangezogen werden.


Frage 3.

Das Amtsgericht ist nach § 24 GVG zuständig für Verfahren, bei denen mit einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als vier Jahren zu rechnen ist.




Frage 4/5.

Die Tilgung von Vorstrafen ergibt sich aus § 46 BRZG. Da in der Tat zwischen Strafhöhe und Delikten unterschieden wird, habe ich nachstehend die Vorschrift aufgeführt.

1) Die Tilgungsfrist beträgt

1. fünf Jahre bei Verurteilungen

a) zu Geldstrafe von nicht mehr als neunzig Tagessätzen, wenn keine Freiheitsstrafe, kein Strafarrest und keine Jugendstrafe im Register eingetragen ist,

b) zu Freiheitsstrafe oder Strafarrest von nicht mehr als drei Monaten, wenn im Register keine weitere Strafe eingetragen ist,

c) zu Jugendstrafe von nicht mehr als einem Jahr,

d) zu Jugendstrafe von nicht mehr als zwei Jahren, wenn die Vollstreckung der Strafe oder eines Strafrestes gerichtlich oder im Gnadenweg zur Bewährung ausgesetzt worden ist,

e) zu Jugendstrafe von mehr als zwei Jahren, wenn ein Strafrest nach Ablauf der Bewährungszeit gerichtlich oder im Gnadenweg erlassen worden ist,

f) zu Jugendstrafe, wenn der Strafmakel gerichtlich oder im Gnadenweg als beseitigt erklärt worden ist,

g) durch welche eine Maßnahme (§ 11 Abs. 1 Nr. 8 des Strafgesetzbuchs) mit Ausnahme der Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis für immer und des Berufsverbots für immer, eine Nebenstrafe oder eine Nebenfolge allein oder in Verbindung miteinander oder in Verbindung mit Erziehungsmaßregeln oder Zuchtmitteln angeordnet worden ist,

2. zehn Jahre bei Verurteilungen zu

a) Geldstrafe und Freiheitsstrafe oder Strafarrest von nicht mehr als drei Monaten, wenn die Voraussetzungen der Nummer 1 Buchstaben a und b nicht vorliegen,

b) Freiheitsstrafe oder Strafarrest von mehr als drei Monaten, aber nicht mehr als einem Jahr, wenn die Vollstreckung der Strafe oder eines Strafrestes gerichtlich oder im Gnadenweg zur Bewährung ausgesetzt worden und im Register nicht außerdem Freiheitsstrafe, Strafarrest oder Jugendstrafe eingetragen ist,

c) Jugendstrafe von mehr als einem Jahr, außer in den Fällen der Nummer 1 Buchstaben d bis f,

3. zwanzig Jahre bei Verurteilungen wegen einer Straftat nach den §§ 174 bis 180 oder 182 des Strafgesetzbuches zu einer Freiheitsstrafe oder Jugendstrafe von mehr als einem Jahr,
4. fünfzehn Jahre in allen übrigen Fällen.

(2) Die Aussetzung der Strafe oder eines Strafrestes zur Bewährung oder die Beseitigung des Strafmakels bleiben bei der Berechnung der Frist unberücksichtigt, wenn diese Entscheidungen widerrufen worden sind.

(3) In den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1 Buchstabe e, Nr. 2 Buchstabe c, Nr. 3, Nr. 4 verlängert sich die Frist um die Dauer der Freiheitsstrafe, der für den Fall der Uneinbringlichkeit der Vermögensstrafe bestimmten Ersatzfreiheitsstrafe, des Strafarrestes oder der Jugendstrafe.

Nach § 45 BZRG gilt dieses jedoch nicht, bei Verurteilungen zu lebenslanger Freiheitsstrafe und bei Anordnung der Unterbringung in der Sicherungsverwahrung oder in einem psychiatrischen Krankenhaus.


Hieran können Sie erkennen, dass in der Tat nach dem jeweiligen Delikt unterschieden wird.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 24.05.2006 | 07:27

Vielen Dank, selbstverständlich will ich keine Straftaten begehen, wer begeht schon Straftaten vorsätzlich, dass sind sicherlich die wenigsten.
Zu meiner ersten Frage hätte ich gerne gewusst, ob sie wissen auch nach ihrern eigenen Erfahrungen als Anwältin, welche Straftaten länger dauern, dass ist ja auch in Hinblick auf die spätere Strafzumessung und Statisiken wichtig.
Das Wirtschaftsdelikte lange dauern ist mir bekannt, wie sieht es denn bei Internetkriminalität oder so Straftaten wie Beleidigung aus, kann man da nicht in etwa abschätzen, wie lange so was in der Regel dauert, also von den Anfängen der Ermittlung bis zum Bescheid kriegen der Ermittlungen überhaupt, also das Erfahren, dass überhaupt gegen einen ermittelt wird, dies würde mich mal brennend interessieren, wenns geht, bitte ein wenig konkretisieren, ich wäre ihnen sehr dankbar!
Liebe GRüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.05.2006 | 08:19

Der Hinweis musste erfolgen.


Bezüglich der Beleidigung zwischen Privatpersonen wird es in der Regel drei Monate dauern, bis es zu einem Einstellungsbescheid mit Hinweis auf das Privatklageverfahren kommen wird.

Bei der sogenannten Beamtenbeleidigung kommt es in der Regel nicht zur Einstellung und nach drei bis fünf Monaten wird die Anklage erhoben oder in Strafbefehlsverfahren entschieden.


Problematisch sind Internetdelikte: Ist der Täter schnell zu ermitteln, dauert das Ermittlungsverfahren in der Regel drei bis sechs Monate, wobei es dort auf den Umfang ankommt.

Wir haben hier z.B. einen Fall einer bekannten Internetverkaufsplattform, bei dem der Täter wohl fremde Namen benutzt hat. Das Verfahren dauert derzeit ein Jahr und ein Ende ist noch nicht absehbbar, da der Täter sich in England befindet. Es steht zu befürchten, dass das Verfahren noch länger dauert.


Die Zeitspanne hängt sehr von der jeweiligen Begehungsform ab, und KANN deshalb nicht weiter konkretisiert werden.


Auch die Frage, ob es zur Anklageerhebung, einem Strafbefehlsverfahren oder gar einer Einstellung kommt, hängt in der Tat vom konkreten Einzelfall ab, wobei es in der Tat ratsam ist, sofort einen Rechtsanwalt beizuziehen, damit dieser nach Akteneinsicht dann die notwendige Strategie mit dem Täter entwickeln kann.

Sollte Bedarf bestehen, müsste dann anhand eines konkreten Falles hier ggfs. eine persönliche Beratung dann erfolgen. In Ihrem Fall würde es sich dann anbieten, den Kollegen Jeromin (siehe Liste der Anwälte) aufzusuchen.

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Diese Antwort war sehr hilfreich, nur noch einmal, ich habe in dem Zusammenhang schon einige Fragen hier gestellt, wieso Anwälte immer gleich annehmen das man was angestellt hat, jedenfalls hört es sich so an, verstehe ich nicht, diese Fragen hier sollen, um es noch einmal zu sagen, lediglich einer Information dienen, denn jeder Bürger sollte sich doch grundlegend über so etwas informieren, jedenfalls sehe ich das so, es ist jedenfalls besser im Vorfeld einiges zu wissen, um hinterher, wenn es wirklich mal zu einem Verfahren kommen sollte, gut vorbereitet zu sein, dies werden sie mir als Bürger sicherlich zugestehen, dies wird erst einmal meine letze Frage sein! Danke "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER