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Allgemeine Fragen zur Liquidation

04.04.2014 11:13 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


13:00

Zusammenfassung: Zu den Anforderungen an eine Liquidation

Sehr geehrter Anwalt,

Ich hätte eine ganz allgemeine Frage, die ich im Rahmen meines Studiums benötige.

1. Zählen die Gehaltskosten der Mitarbeiter, die bis zum Ablauf der Kündigungsfrist noch anfallen, mit zu den Liquidationskosten und sind daher mit in der Liquidationseröffnungsbilanz als Verpflichtung anzusetzen?
2. Wenn dem so wäre und ich ungekündigte Arbeitsverhältnisse habe, wie wären diese dann bei der Liquidationseröffnungsbilanz zu beurteilen?
3. Oder setze ich dann maximal eine sich theoretisch ergebende Abfindungsverpflichtung an?
4. Ich setze meine Vermögensgegenstände in der Liquidationseröffnungsbilanz zu Zerschlagungswerten an. Unter Aufdeckung stiller Reserven. Aber weiterhin gilt das Anschaffungskostenprinzip: keine Aufdeckung stiller Reserven über die Anschaffungskosten hinaus möglich. Richtig so? Oder gelten sogar die fortgeführten Anschaffungskosten als Obergrenze? (so verstehe ich zumindest den IDW RS HFA 17)
04.04.2014 | 11:50

Antwort

von


(407)
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96114 Hirschaid
Tel: 095432380252
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Zu 1)
In der Liquidationsbilanz sind die bereits bestehenden Verbindlichkeiten zu passivieren. Gehälter für die Zukunft entstehen aber erst noch. Eine Passivierung scheidet damit aus. Auch Rückstellungen sind nicht zu bilden, da unklar ist, ob die Gehälter Oberhaupt anfallen (Stichwort Aufhebungsvertrag).

Zu 2)
Im Rahmen einer Bilanzierung werden Vertragsverhältnisse nicht beurteilt. Dies kann im Anhang/Lagebericht - so denn einer erstellt wird - erfolgen.

Zu 3)
S.o.

Zu 4)
Nach $ 71 Abs. 2 Satz 2 GmbHG unterliegt die Liquidationsbilanz den "normalen" Bewertungsvorschriften des HGB. Somit stellen aufgrund des Niederstwertprinzips tatsächlich die AHK die Obergrenze des möglichen Wertansatzes dar. Im übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Veröffentlichungen/Stellungnahmen/Standards des IDW zwar für WPs verbindlich sein mögen. Es kann aber nicht davon ausgegangen werden, dass die rechtlichen Anforderungen an eine Liquidationsbilanz deckungsgleich mit dem entsprechenden Prüfungsstandard sind. Dies gilt auch andernorts, z.B. bzgl. der Überschuldungsbilanz nach $ 19 InsO: Die rechtlichen Anforderungen an eine solche liegen UNTER denen des IDW S6, so dass es juristisch nicht zwingend auf die Einhaltung irgendeines IDW-Standards ankommt.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Thomas Henning

Rückfrage vom Fragesteller 04.04.2014 | 12:15

Zu 1). Die gehälter fallen allerdings sicher an. Stichwort bis zum Ablauf der Kündigungsfrist müssen die AN weiter beschäftigt werden!!!

Zu 2) hiermit meine ich die bilanziere Bewertung der Gehälter die meiner Ansicht in die Eröffnungsbilanz gehören. Wie sind sie in der Bilanz zu bewerten.

Zu 3). Abfindungen sind meiner Ansicht nach auch in der Liquidationsbilanz anzusetzen? Und wie sind diese zu bewerten?

Zu 4) angenommen ich wäre Wp somit wären die IDW Standarte verbindlich! Zählt dann weiterhin das Anschaffungswertprinzip oder die fortgeführten Anschaffungskosten gemäß IDW 17

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 04.04.2014 | 13:00

Hallo

und danke für die Nachfragen.

Zunächst ist der Anfall der Gehälter nicht zwingend, wie oben dargestellt. Des weiteren gilt bei der Bilanzierung, dass Ausgaben in der Periode zu erfassen sind, in der sie anfallen. Demzufolge sind künftige Gehälter nicht im Voraus zu bilanzieren. Andernfalls müssten zB auch bei befristeten Mietverhältnissen alle künftigen Mieten bilanziert werden, was bei üblichen Befristungen von bis zu 10 Jahren zwangsläufig zur bilanziellen Überschuldung führen würde. Gleiches gilt für Abfindungen entsprechend.

Die Frage zu 4) bezog sich auf die rechtlichen Erfordernisse und nicht auf standesrechtliche Vorschriften. Diese wären mit der jeweiligen Kammer - hier der Wirtschaftsprüfer Kammer - zu klären.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Henning
Rechtsanwalt

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