Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Alleiniges Sorgerecht oder Umgangssperre einklagen?


| 18.12.2006 14:59 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Der Fall ist etwas kompliziert, deshalb bitte ich um Entschuldigung des langen Textes wegen...

Meine Freundin und ich leben seit einem Jahr mit meinem Sohn aus einer früheren Beziehung zusammen. Die KM des 3-jährigen hat das Kind seit 1 Jahr nicht mehr gesehen, und mehr als ein halbes Jahr keinen Kontakt gesucht. Die KM befindet sich seit über 3 Jahren in psychischer Behandlung und lebt auch jetzt wieder seit Mai in einer Psychiatrie (z.T. geschlossene Abteilung). Das Kind lebt seit seiner Geburt bei mir.

Die ersten zwei Lebensjahre fanden z.T. Besuche in meinem Elternhaus statt bei denen sie sich unfähig gezeigt hat, ein
Kind zu versorgen(z.B. als Säugling fast mit heißer Milch verbrüht). Sie zeigt nur sporadisch Interesse an ihrem Sohn, sobald sie eine Psychose bekommt hört man monatelang gar nichts von ihr. Zusammenarbeit mit dem JA war von meiner Seite gegeben, sie hat auf ein Angebot meinerseits eine Umgangsregelung zu finden direkt eine Anwältin eingeschaltet, ohne vorab ein gemeinsames Gespräch beim JA zu vereinbaren.

Sie hat den Kleinen letztes Jahr im November das letzte Mal gesehen.

Vor zwei Monaten zum Geburtstag des Kindes hat sie ein Geschenk geschickt, aber kein Anruf, auch sonst keine Frage nach Wohl de Kleinen im letzten 3/4 Jahr.

Jetzt rief sie an und teilte mit sie möchte sich im Januar mit dem JA in Verbindung setzen.

Ich möchte dem Kontakt der beiden nicht im Weg stehen, im Gegenteil, ich bin auf ihre Forderungen immer eingegangen. Die letzte gemeinsam mit dem JA gefundene Regelung sprach ihr ein wöchentliches Umgangsrecht von 3 Stunden zu, sie hat es nicht wahrgenommen, ist nicht erschienen. Der Kleine kennt sie nicht mehr, sagt zu meiner Lebensgefährtin Mama, da sie sich so verhält und in der öffentlichkeit der Eindruck entsteht, sie sei die Mutter. Wir erklären ihm aber, dass er eine "richtige" Mutter hat.

Ich möchte gerne, dass sich meine Ex entweder regelmäßig um unseren Sohn kümmert oder sich solange zurückhält, bis er alt genug ist, selbst zu entscheiden. Außerdem denke ich dass ein unregelmäßiger Umgang mit einer psychisch labilen Mutter auch eine Gefahr für das Kind bedeuten kann.

Was bedeutet denn Gefährdung des Kindeswohls, ab wann kann man eine Umgangssperre einklagen? Meine Frage, habe ich eine Chance auf alleiniges Sorgerecht, ABR habe ich schon.

Ich hoffe, der Fall ist nicht zu undurchsichtig und ich habe alle relevanten Punkte genannt.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage und kann Ihnen diesbezüglich folgendes mitteilen:

Eine Untersagung der Ausübung des Umgangsrechtes liegt dann vor, wenn davon auszugehen ist, dass das Wohl des Kindes nachhaltig gefährdet wär. Ein Ausschluss des Umgangsrechtes ist also nur dann möglich,wenn es nach den Umständen des Einzelfalles unumgänglich ist, durch Ausschluss des Umgangsrechtes eine Gefährdung der körperlichen oder seelischen Entwicklung des Kindes abzuwenden und dies nicht auf andere Art und Weise geschehen kann.

Man muss also den Einzelfall untersuchen. Eine feste Regelung gibt es nicht.In Ihrem Fall könnte eine Kindswohlgefährdung darin liegen, dass die Mutter psychisch labil ist. Dies muss aber in Abwägung dazu gesetzt werden, dass das Kind ein Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen hat und das langfristig. Sie haben ausgeführt, dass das Kind seine Mutter gar nicht mehr erkennt. Es ist davon auszugehen, dass Ihr Sohn mit seiner Mutter irgendwann Umgang pflegen möchte. Somit hat eine behutsame Nauanbahnung des Kontaktes stattzufinden. Ihre Aufgabe ist es, darauf hinzuwirken, dass der Kontakt bestehen bleibt.

Mir ist bewußt,dass die Entfremdung von Seiten der Mutter kam, jedoch das Umgangsrecht ganz einzustellen, sehe ich als sehr schwierig an. Es bestände die Möglichkeit, das Umgangsrecht unter Aufsicht durchzuführen. Wenn ich Sie richtig verstanden haben,ist die Kindsmutter zwar psychisch krank, jedoch nicht gewalttätig, auch nicht gegenüber Ihrem Sohn. Jedoch würde ich das Umgangsrecht wirklich nur unter Auflagen durchführen lassen. Wenn sich herausstellen sollte, dass Ihr Sohn dadurch psychische Probleme, Angstzustände oder ähnliches erhält, kann das Umgangsrecht erst einmal ausgeschlossen werden.

Sie haben vorgebracht, dass sie Ihren Sohn fast verbrüht hätte. Seit dem ist jedoch nichts mehr geschehen, nehme ich an. Wie gesagt, ich würde Ihnen empfehlen, Besuche nur unter Aufsicht durchführen zu lassen.

Bezüglich des alleinigen Sorgerechts kann ich Ihnen mitteilen, dass es wesentlich ist, ob eine alleinige Sorge dem Wohl des Kindes am meisten gerecht wird.Ich gehe davon aus, dass Sie die Entscheidungen auf Grund der Tatsache, dass die Kindsmutter in der Psychatrie ist, alleine treffen. Daher ist anzunehmen, dass die folgenden Prinzipien zu Ihren Gunsten sprechen:
- Förderungsprinzip: Wie eignet sich der Elternteil zu der Erziehungs- und Betreuungsaufgabe?
-Kontinuitätsprinzip: Besteht Einheitlichkeit, Gleichmäßigkeit und Stabilität der Erziehungsverhältnisse?
-Was will das Kind?
- Wie ist die Bindung zu den Eltern?
-Nestprinzip: Wie ist die Bindung zu den Geschwistern, welche sonstigen Bezugspersonen gibt es und wie ist das lokale Umfeld?

Da Sie sich bis jetzt um das Kind gekümmert haben, spricht dies alles für Sie, so dass es möglich ist, die alleinige Sorge zu beantragen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen im Rahmen der Erstberatung auf Grund Ihrer Angaben eine erste rechtliche Orientierung geben konnte. Bitte beachten Sie, dass auf Grund von Umständen, die der Bearbeiterin nicht bekannt sind, eine andere rechtliche Beurteilung möglich ist.

Mit freundlichen Grüßen

Christine Gerlach
Rechtsanwältin
Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank, jetzt hab ich endlich einen Ratschlag, der mich fachlich weiterbringt. Ich denke, wir werden abwarten, ob es zum erneuten Gespräch mit dem JA kommt und die Forderung nach betreutem Umgang durchsetzen.
Sollte dann wieder über längere Zeit "Umgangsverweigerung" von Seitens der Mutter kommen, werden wir uns einen Anwalt suchen.

Vielen Dank Ihnen, frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr! "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER