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Alleiniges Sorgerecht gegen Willen der Mutter möglich?

| 14.10.2013 01:53 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Zusammenfassung: Es geht um die Ausübung der elterlichen Sorge bei Getrenntleben, das Aufenthaltsbestimmungsrecht, Übertragung der alleinigen Sorge auf ein Elternteil sowie die Zuweisung der ehelichen Wohnung.

Hallo!
Ich habe ein Problem, das mir schwer auf dem Herzen liegt!
Mein Mann und ich wollen uns scheiden lassen. Wir haben einen 6 jährigen gemeinsamen Sohn. Mein Mann ist sehr wütend und verletzt, gibt mir an allem die Schuld. Er war erst sehr verpicht darauf, das wir das alles zum Wohle unseres Kindes so glimpflich wie möglich lösen wollen. Nun habe ich aber heute mitbekommen, das er unseren Sohn gegen mich beeinflusst und das alleinige Sorgerecht durchboxen möchte. Ich arbeite im Schichtsystem und er dreht mir nun daraus einen Strick (er war immer da für unseren Sohn usw.) Ich habe die Unterstützung meiner Eltern in diesem Bezug. Er möchte mich aus der gemeinsamen Wohnung haben (wir stehen beide gemeinsam im Mietvertrag), aber ich weigere mich, da ich bei meinem Kind bleiben möchte! Ich habe nun sehr große Angst mein Kind zu verlieren! Mein Mann ist Choleriker, was sich auch sehr in der Erziehung unseres Sohnes widerspiegelte. Er hängt jedoch trotzdem an ihm.

Vielen Dank für ihre Antwort im Voraus!

Guten Morgen,
ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der dazu von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Grundsätzlich soll auch im Falle der Trennung und Scheidung das Sorgerecht gemeinsam bei beiden Eltern bleiben, § 1687 BGB.

Die Übertragung des alleinigen Sorgerechtes auf ein Elternteil alleine ist nur dann gerechtfertigt, wenn das Kindeswohl dies erfordert, vgl. § 1671 Abs. 1 Zif 2 BGB:

"Dem Antrag ist stattzugeben, soweit ...
zu erwarten ist, dass die Aufhebung der gemeinsamen Sorge und die Übertragung auf den Antragsteller dem Wohl des Kindes am besten entspricht."

Der Umstand alleine, dass Sie im Schichtsystem arbeiten, ist sicher kein entscheidendes Kriterium, hier sind alle Umstände abzuwägen, nicht nur die jeweilige Betreuungsmöglichkeit. Von großer Bedeutung ist auch, ob dem Kind ein Wechsel des sozialen Umfeldes, Freunde, Schule etc zugemutet werden kann.

Die Frage, wer die gemeinsam angemietete Wohnung alleine weiternutzen darf, ist in § 1361 b BGB geregelt.

Danach kann Ihr Mann die Überlassung der Wohnung an sich alleine nur verlangen, "soweit dies auch unter Berücksichtigung der Belange des anderen Ehegatten notwendig ist, um eine unbillige Härte zu vermeiden. Eine unbillige Härte kann auch dann gegeben sein, wenn das Wohl von im Haushalt lebenden Kindern beeinträchtigt ist."


Hier kommt es auf die konkreten, hier nicht bekannten Umstände an, wobei natürlich auch eine gewichtige Rolle spielt, bei wem das Kind zukünftig leben soll.

Diese Frage wiederum muss entweder von Ihnen beiden gemeinsam entschieden oder, falls das nicht möglich ist, durch eine familiengerichtliche Regelung über das Aufenthaltsbestimmungsrecht bestimmt werden, vgl. $ 1628 BGB.


Angesichts der Komplexität der Situation und der nicht ganz einfachen rechtlichen Bewertung empfehle ich Ihnen dringend, einen Kollegen/eine Kollegin vor Ort mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen zu beauftragen, damit dem Versuch Ihres Mannes, das Kind weiter gegen Sie zu beeinflussen, frühzeitig begegnet werden kann.

Zudem sollten Sie frühzeitig Kontakt mit dem Jugendamt Ihrer Stadt aufnehmen, um dort die Vorgänge bekannt werden zu lassen und ggf. auch Unterstützung zu erfahren.


Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 16.10.2013 | 22:20

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