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Alleiniges Sorgerecht - Tochter will plötzlich zum Vater ziehen

| 30.10.2017 20:22 |
Preis: 32,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Tochter möchte nach einer kurzen Konfliktzeit (Hilfe im Haushalt, Lernen) plötzlich zu Ihrem Vater ziehen. Dieser hat vor 10 Jahren das Sorgerecht aufgegeben, nach dem er die Kinder mehrere Jahre gar nicht gesehen hatte. Auch danach war der maximale Zeitraum, den die Kinder bei ihm verbrachten, höchsten eininge Tage (keine Urlaube, kein Alltag, etc.) Nun, nachdem meine Tochter bei seiner neuen Frau gejobbt hat, nutzt er mmn die Gelegenheit, meine Tochter als "Arbeitskraft" an ihn zu binden.

Er zahl den minimalen Unterhalt, meine Tochter besucht eine private, von mir alleine bezahlte Schule und ich bewohne wegen der Kinder eine recht große Wohnung.

Habe ich aufgrund des alleinigen Sorgerechts eine Mitsprache, wo meine Tochter wohnt?
Welche Sorgfaltspflichten verletzte ich, wenn meine Tochter bei Ihrem Vater ist (versicherungstechnisch etc)?
Ab wann muss er mir rein gesetzlich keinen Unterhalt mehr zahlen, bzw. ab wann müsste ich ihm Unterhalt für meine Tochter zahlen?

Wie gesagt, dies wäre das erste Mal, dass meine Tochter überhaupt längere Zeit bei Ihrem Vater ist. Er hat sich bisher an keinerlei Kosten beteiligt (Schule, Klassenfahrten, Zuzahlungen Spange, Urlaub, etc, Führerschein etc)

Unser gemeinsamer Sohn wohnt ebenfalls bei mir, ich erhalte keinen Unterhalt für ihn, er macht eine Ausbildung.

Vielen Dank

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Guten Abend,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der dazu mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Da Sie das alleinige Sorgerecht für die Tochter innehaben, steht Ihnen auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu, vgl. §§ 1631 Abs. 1, 1687 BGB.

Von daher beantwortet sich Ihre erste Frage dahingehend, dass Sie nicht nur ein Mitspracherecht haben, sondern den Aufenthalt des Kindes im Rahmen einer sachgerechten Fürsorge bestimmen können. Gegen Ihren Willen kann daher die Tochter nicht einfach zum Vater ziehen.

Sie sollten von daher die Ernsthaftigkeit des Kindeswunsches prüfen und bei Zweifeln daran eine Zustimmung verweigern.


Sofern und solange die Tochter sich beim Vater aufhält, obliegt ihm die Aufsichtspflicht, so dass Sie versicherungstechnisch aus dem Schneider sind.

Die Barunterhaltspflicht entsteht, sobald Sie das Kind nicht mehr in Ihrem eigenen Haushalt versorgen und erziehen,vgl. § 1606 Abs. 3 Satz 2 BGB.

Mit dem Umzug des Kindes in den Haushalt des Vaters würde also dessen Barunterhaltspflicht erlöschen; er hätte das Kind zu betreuen, während in Ihrer Person zeitgleich eine Barunterhaltspflicht entstehen würde.

Mit freundlichen Grüßen









Nachfrage vom Fragesteller 30.10.2017 | 21:20

Sehr geehrter Herr Otto,

würden Sie mir bitte erläutern, was genau den "Umzug des Kindes" beinhaltet? Der Vater meiner Tochter ist der Meinung, dass er quasi schon ab diesen Monat keinen Unterhalt mehr zahlen muss (Schulgeld und alles andere läuft weiter), ich jedoch in der Unterhaltspflicht bin.

Wie lange kann eine Übergangsphase rechtlich andauern und welche rechtlichen Schritte müssen erfolgt sein (wie zum Beispiel Wohnsitz ändern) - wie lange muss er regulär Unterhalt zahlen?

Der Vater hat noch niemals die Kinder während eines Urlaubs "beherbergt" - wenn man also nach dem herkömmllichen 50/50 Model der Ferienaufteilung geht (und nur dieses Jahr als Grundlage nehmen würde) wären es zumindest einige Wochen, in denen wir die hoffentlich die Konflikte behoben hätten.
Vor allem, da ich ja weiterhin das alleinige Sorgerecht habe, ist auch ein Schulwechsel schwierig, bzw. von mir nicht gewünscht.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.10.2017 | 06:39

Guten Morgen,

Umzug des Kindes bedeutet die im Einverständnis aller Beteiligten erfolgte Verlagerung des Lebensmittelpunktes aus dem Haushalt des bisherigen in den Haushalt des jetzigen Elternteiles.

Die Ansicht des Kindesvaters ist von daher sicherlich unzutreffend, denn es liegt überhaupt kein Umzug vor, der im Einverständnis mit der allein sorgeberechtigten Mutter erfolgt wäre. Von daher fällt weder seine Unterhaltspflicht weg noch entsteht bei Ihnen eine solche.

Sie sollten allerdings kurzfristig Klarheit schaffen, ob Sie dem Umzug der Tochter letztlich zustimmen wollen oder nicht. Und falls nicht, sollten Sie das Kind umgehend wieder in Ihren Haushalt zurückholen.

Mit freundlichen Grüßen


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