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Alleiniges Sorgerecht: Muss ich zum Jugendamt oder zum Anwalt?

| 15.02.2010 14:59 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Guten Tag!

Ich bräuchte dringend einen Rat.
Ich habe ein 3 jähriges Kind, gemeinsame Sorge. Nicht verheiratet gewesen!
Seit 2 Jahren 3 Monaten lebe ich getrennt vom KV. Dieser ist 400km weit weg gezogen.
In diesen 2 ¼ Jahren hat er unser Kind einmal gesehen.
Danach uns noch einmal 400km zu ihm bestellt, aber uns versetzt. Seit dem kein Zeichen mehr von ihm. Ich lebe mit meinem Kind alleine, bin quasi seine einzige Bezugsperson. (Elterntechnisch)
Da die gemeinsame Sorge vorliegt, muss ich natürlich immer wieder seine Zustimmung zu gewissen Entscheidungen einholen. Er reagierte nie.
Lies ihn nach kurzer Zeit nur noch über eine Anwältin anschreiben über Einschreiben mit Rückschein. Auch darauf nie eine Reaktion.
Der Titel zum Unterhalt war ein Versäumnisurteil. Unterhalt zahlt er nicht. Ist jetzt auch nicht Gegenstand der Frage. Ist mir Wurscht. Komme gut mit meinem Engelchen über die Runden.
Ich möchte wissen wie meine Chancen stehen, wenn ich die alleinige Sorge beantrage.
Habe das bisher nicht getan, weil ich immer gehofft habe, dass er eines Tages aufwachen würde und die gemeinsame Sorge wahrnimmt. Bzw. zumindest sein Umgangsrecht.
Leider nimmt er nichts von Beidem wahr. Deswegen möchte ich nun gerne die alleinige Sorge. Ich will ihm ja nicht sein Umgangsrecht nehmen. Sollte er eines Tages erwachen und sein Kind sehen wollen, dann bitte. Aber die gemeinsame Sorge wird mir im Alltag immer mehr zur Last.
Es stehen nun immer mehr dieser besagten Entscheidungen an. zB. Zwei chirurgische Eingriffe, klein, aber wichtig.
Habe ihn nun schon einmal anschreiben lassen. Und wieder keine Reaktion.
Ich weiß für solche Fälle gibt es auch immer wieder das Familiengericht um seine Zustimmung für jeden Popel ersetzen zu lassen.
Ich muss nun ehrlich sagen, ich gehe arbeiten und bin die jenige die die tatsächliche Sorge hier ausübt. Es ist für unsere Minifamilie schon stressig genug die nun nötigen Arzttermine wahr zu nehmen. Und meine Freizeit möchte ich nach wie vor gerne mit meinem Kind verbringen.
Wie stehen meine Chancen für das alleinige Sorgerecht?
Muss ich erst zum Jugendamt oder reicht der Gang zu einem Anwalt um alles in die Wege zu leiten?
Wie ist überhaupt der Werdegang?

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!

Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung zu Ihrer Frage wie folgt Stellung nehmen:

Zu 1.)Wie stehen meine Chancen für das alleinige Sorgerecht?

Zunächst möchte ich kur zum Ausdruck bringen, dass ich Ihre Verärgerung bzw. Besorgnis über die Situation sehr gut nachvollziehen kann. Auch nach meiner Einschätzung wäre es insbesondere im Hinblick auf das Verhalten des Kindesvaters Ihnen und vor allem dem Kind gegenüber die beste Lösung, wenn Sie nicht wegen jeder Kleinigkeit, insbesondere wegen der Entfernung, die Zustimmung einholen müssten. Er hat sich ja von Ihnen sowie dem Kind nach Ihrer Schilderung vollständig distanziert, sodass er wenn überhaupt noch zumindest nur noch in rechtlicher Hinsicht als Vater bezeichnet werden kann.

Um das alleinige Sorgerecht zu erhalten, wäre ein entsprechender Antrag von Ihnen bei dem zuständigen Familiengericht notwendigen. Maßstab für die Beurteilung ist, ob ein alleiniges Sorgerecht zugesprochen werden kann ist allein das Kindeswohl. Sie müssten also vortragen und im Bestreitensfalle durch den Vater auch beweisen können, dass es dem Kindeswohl schadet, wenn es bei der bisherigen Regelung bleibt. Dabei kommt es nicht etwa darauf an, ob Sie durch das gemeinsame Sorgerecht mehr Arbeit hätten, sondern alleine darauf, ob es für das Kind besser wäre, wenn Sie das alleinige Sorgerecht hätten.

Dies ließe sich meines Erachtens in Ihrer Situation durchaus gut argumentieren, da der Vater das Kind offensichtlich vollständig vernachlässigt. Sehr gut wären Ihre Chancen, wenn der Kindesalter sich nicht nur um das Kind nicht kümmern würde, sondern auch noch Handlungen vorgenommen hätte, die dem Kindeswohl zuwiderlaufen.

Ich persönlich würde Ihre Chancen überdurchschnittlich gut einschätzen, eine abschließende Prognose ist aber nur unter Kenntnis des gesamten Sachverhaltes möglich, sodass sich Ihnen an dieser Stelle anrate, einen im Familienrecht erfahrenen Kollegen vor Ort mit der abschließenden Klärung der Sach- und Rechtslage zu beauftragen

Zu 2.)Muss ich erst zum Jugendamt oder reicht der Gang zu einem Anwalt um alles in die Wege zu leiten?

Sicherlich müssen Sie nicht zum Jugendamt gehen, in letzter Instanz, also wenn es vor Gericht landen sollte, wäre das Jugendamt vom Familiengericht zwingend hinzu zu ziehen, sodass es sich nicht nur aus Gründen der Kostenersparnisse sondern auch aus strategischen Gründen empfiehlt, das Jugendamt so früh wie möglich einzuschalten.

Zu 3.)Wie ist überhaupt der Werdegang?

Wie gesagt sollten Sie zunächst das Jugendamt einschalten. Parallel oder zumindest anschließend sollten Sie einen Rechtsanwalt vor Ort beauftragen. Mit diesem müssten Sie dann den kompletten Sachverhalt besprechen, damit der Rechtsanwalt den Sachverhalt dann entsprechend in Bezug auf ihren Antrag auf Übertragung des alleinige Sorgerechtes vaufbereiten kann.

Dann würde durch den Rechtsanwalt vor Gericht ein Antrag gestellt werden. Gegebenenfalls möchte das Gericht auch noch einzelne Nachweise sehen. Hierüber werden Sie gegebenenfalls im Laufe des Verfahrens vom Gericht benachrichtigt werden. Ansonsten können Sie dann den von Ihnen beauftragten Rechtsanwalt auch fragen, der Sie natürlich durch das gesamte Verfahren bis zu dem Gerichtsbeschluss, in welchen Ihnen schließlich das Sorgerecht im Idealfall zuerkannt wird, begleitet.

Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag und einen erfolgreichen Wochenstart!


Mit freundlichem Gruß von der verschneiten Nordseeküste!

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax: 0471/3088316



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