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Alleiniges Sorgerecht - Muss ich für Verfahrenskosten aufkommen?

| 27.08.2012 17:03 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Guten Tag, ich möchte gerne für meine 4-jährige Tochter das alleinige Sorgerecht beantragen. Ich war mit ihrem Vater nicht verheiratet, habe aber nach ihrer Geburt dem gemeinsamen Sorgerecht zugestimmt. Als sie ein Jahr alt war, habe ich mich von ihm getrennt, da er mich in der Kindesbetreuung in keinerlei Art und Weise unterstützt hat. Weder hat er sich in den letzten zwei Jahren jemals bei uns gemeldet, noch hat er jemals Unterhalt für die Kleine bezahlt. Leider leidet meine Tochter an einigen gesundheitlichen Problemen, was ständige und dauerhafte Therapien erforderlich macht. Jedes Mal werde ich nach der Unterschrift des Vaters gefragt, selbst ein Bankkonto konnte ich nicht für sie eröffnen. Nun meine Frage, macht es Sinn das alleinige Sorgerecht zu beantragen? Muss ich für die Verfahrenskosten aufkommen? Wie hoch können diese in etwa sein? Vielen Dank!

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Sehr geehrte Fragestellerin,

gern beantworte ich Ihnen Ihre Frage nach den mir vorliegenden Informationen unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes im Rahmen der Erstberatung wie folgt:

Zu Ihrer Frage, ob es Sinn macht, das alleinige Sorgerecht zu beantragen: Meine persönliche Meinung ist, dass eine gemeinsame elterliche Sorge nur dann Sinn macht, wenn sie auch gemeinsam ausgeübt wird. Wenn das noch nicht einmal ansatzweise so ist – wie bei Ihnen – bin ich dafür, klare Verhältnisse für die Zukunft zu schaffen. Letzten Endes zahlen sich nach meiner Erfahrung klare Verhältnisse immer aus und zwar für alle Beteiligten. Solange der Vater die elterliche Sorge hat, kann er sie auch jederzeit wieder ausüben wollen. Sie schreiben selbst, wie Sie immer wieder wegen der gemeinsamen elterlichen Sorge Schwierigkeiten bekommen, und das wird sich fortsetzen, vielleicht verschlimmern. Aber Sie müssen das für Ihre Tochter und sich selbst entscheiden. Wenn Sie sich dafür entscheiden, stehe ich Ihnen im Rahmen einer Mandatierung gern zur Verfügung.

Die Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge kann nach § 1671 BGB beim zuständigen Familiengericht beantragt werden. Es gibt zwei Wege: Wenn der Vater der Übertragung der elterlichen Sorge auf Sie zustimmt, muss das Gericht Ihrem Antrag entsprechen. Das ist der einfachste Weg. Der andere und schwierigere Weg besteht darin, dass das Gericht nach dem Kindeswohl entscheidet. Zum einen muss die Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge dem Kindeswohl entsprechen und zum andern muss das Gericht davon überzeugt sein, dass Ihr Alleinsorgerecht dem Kindeswohl am besten entspricht. In Ihrem Fall funktioniert die gemeinsame elterliche Sorge praktisch nicht. Von Seiten des Vaters fehlt jede Kooperationsbereitschaft, jede Kommunikation wird verweigert. Er hat seit der Geburt kein Interesse an seiner Tochter gezeigt, verhält sich gleichgültig und ist auch nicht an einer gefühlsmäßigen Bindung der Tochter an sich interessiert. Sie kümmern sich allein um Ihre kranke Tochter und dies auf verantwortungsvolle Weise. Nach diesen Informationen zweifle ich nicht daran, dass Ihnen die Alleinsorge übertragen werden wird.

Zu den Kosten: Verfahren nach §§ 1671 BGB sind Kindschaftssachen nach § 151 Nr. 1 FamFG. Gerichtskosten werden nach dem FamGKG erhoben. Der Wert eines solchen Verfahrens beträgt nach § 45 Abs. 1 FamGKG 3000 €. Daraus ergeben sich Gerichtskosten zunächst in Höhe von 44,50 €, Dem Kind wird in dem Verfahren möglicherweise ein Verfahrensbeistand beigeordnet, dessen Kosten in Höhe von 350 € als Gerichtskosten hinzukommen. Hinzu kämen Anwaltskosten für eine Seite in Höhe von 586,07 €, insgesamt 764,07 € bzw. 814,07 €. Im Falle des Obsiegens können Sie die Kosten von dem Gegner, also dem Kindesvater erstattet verlangen. Wenn Ihre Einkünfte nicht zu hoch sind, können Sie auch Verfahrenskostenhilfe erhalten. Das kann ich gern für Sie prüfen.

Im übrigen weise ich darauf hin, dass meine Ausführungen nur Ihrer ersten Orientierung dienen und dass sich bei weggelassenen oder hinzugefügten Sachverhaltsangaben möglicherweise eine andere rechtliche Beurteilung ergeben kann.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Susanne Kristen

- Rechtsanwältin -

Nachfrage vom Fragesteller 27.08.2012 | 22:46

Vielen Dank erstmal für die sehr hilfreiche und schnelle Antwort. Habe noch eine kurze Frage. Ich habe mich bei der Unterhaltvorschusskasse erkundigt, ob dort eine aktuelle Anschrift des KV vorliegt. Nun habe ich die Antwort erhalten, dass sie ihn vor kurzem nach einigen Jahren Suche wieder aufspüren konnten. Allerdings dürfen sie sie mir, aus Datenschutzgründen, ohne seine Einverständnis nicht mitteilen. Würden Sie mir raten mir diese Einverständnis von ihm einzuholen oder direkt ohne eine mir bekannte Anschrift zum Gericht zu gehen? Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.08.2012 | 23:45

Sehr geehrte Fragestellerin,

das freut mich, dass ich Ihnen helfen konnte. Ihre Nachfrage ist eigentlich eine eigene Frage, aber ich will sie kurz beantworten:

Nach meiner Einschätzung ist die Unterhaltsvorschusskasse des Jugendamts tatsächlich aus datenschutzrechtlichen Gründen daran gehindert, Ihnen als KM die gewünschte Auskunft zu erteilen. Ihre Tochter (vertreten durch Sie) sollte aber die Auskunft erhalten. Ihre Tochter hat ein berechtigtes Interesse.

Ich wünsche Ihnen viel und schnellen Erfolg! Sollten noch Probleme auftauchen, kontaktieren Sie mich einfach.

Mit freundlichen Grüßen

Susanne Kristen

- Rechtsanwältin -



Ergänzung vom Anwalt 27.08.2012 | 19:24

Sehr geehrte Fragestellerin,

ergänzend möchte ich klarstellen, dass in Kindschaftssachen KEIN Anwaltszwang besteht. Sie müssen also keinen Anwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen, Sie können das Verfahren selbst betreiben. Ich empfehle jedoch generell, Kindschaftssachen nicht ohne anwaltliche Hilfe zu betreiben.

Mit freundlichen Grüßen

Susanne Kristen

- Rechtsanwältin -

Ergänzung vom Anwalt 27.08.2012 | 19:38

Ich sehe gerade, mir ist in der Antwort ein Rechenfehler unterlaufen. Die Kosten würden sich natürlich auf insgesamt 764,07 € bzw. 1014,07 € (nicht 814,07) belaufen.


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Bewertung des Fragestellers 28.08.2012 | 09:25

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 28.08.2012 5/5,0
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