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Alleinerziehende Mutter (Kind 1 Jahr) Trennungsjahr Unterhalt

15.01.2015 11:04 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine einjährige Tochter und ich sind, nachdem ich herausgefunden habe das mein Ehemann ein Verhältnis hat, zu meinen Eltern gezogen. Im Haus wohnt er nun alleine, aus dem Mietvertrag bin ich bereits entlassen und mein Mann trägt hierfür die Kosten.

Die Wohnungseinrichtung hat komplett mein Mann behalten, welche er jetzt fleißig verkauft da er in eine neue Wohnung zieht. Aus Platzmangel konnte ich daher keine Möbel mitnehmen, lediglich das Babybett sowie die Wickelkommode meiner Tochter. Des weiteren bekam ich das Geschirr.

Mein Mann verdient sehr gut, etwa 5.000€ netto sowie erfolgsabhängige Bonis etwa vier bis fünfmal im Jahr die sich um die 2.000- 5.000€ belaufen können. Bis zur Schwangerschaft arbeitete ich in Vollzeit (Geld ging auf unser Gemeinschaftskonto), ab dem ersten Lebensjahr meiner Tochter arbeite ich halbtags. (900€ netto)

Schulden: wir hatten einen Kredit von 25.000€ (den wir für die Hauseinrichtung und er für diverse Autos verbraucht hat) gemeinsam unterschrieben. Weiter hat er sich noch 2x 10.000€ von einem Freund geliehen, von dem ich allerdings nichts wusste und er alleine unterzeichnet hatte.

Nun möchte ich mir eine Wohnung nehmen, muss aber sehen wie ich diese möbliere. Ich muss eine Küche kaufe, Waschmaschine, Staubsauger, Bett usw. einfach alles neu. Ich bekomme von ihm 1.500€ Unterhalt (1.000 Für mich und 500€ meine Tochter, dieses möchte er bis zum 3. Lebensjahr meiner Tochter bezahlen, danach Unterhalt für meine Tochter.

Er möchte sich nun schon nach einem halben Jahr Trennung scheiden lassen, damit er den Rahmenkredit mit einem neuen Kredit auf seinen Namen und günstigeren Konditionen ausgleichen kann. Dieses steht natürlich in der Vereinbarung welche ich unterzeichnen soll. D.H. er übernimmt die Schulden, zahlt mir die 1000€ Unterhalt bis zum 3. Lebensjahr und damit ist die Sache erledigt.

Meine Fragen sind nun:
- Sollte ich das Angebot annehmen, da er die Schulden übernimmt, mich früher scheiden zu lassen und den geringeren Unterhalt akzeptieren?
- wie lange muss/müsste er mir Trennungsunterhalt bezahlen?
- muss er mir einen Ausgleich für die Wohnungseinrichtung bezahlen? (er meint zwar das dies nicht viel Wert war, allerdings hatten wir ein 260m2 Haus komplett eingerichtet, mit Garten)

p.s. zahle an meine Eltern eine Miete von 500€, plus Kita 125€, Auto 255€, Handy 49€ Essen und Drogerie ca. 500€

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie sollten die Vereinbarung nicht unterzeichnen.
Der Unterhaltsbetrag für Ihre Tochter scheint zwar angemessen zu sein. Der Trennungsunterhaltsanspruch dagegen dürfte nicht den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen. Vielmehr gehe ich anhand Ihrer Angaben von einem Trennungsunterhaltsanspruch von mindestens 2000,- EUR monatlich aus.

Auch einer vorzeitigen Scheidung sollten Sie nicht "zustimmen", da der Trennungsunterhalt leichter und besser durchsetzbar ist, als nachehelicher Unterhalt. Außderdem hätten Sie Nachteile hinsichtlich des Versorgungsausgleichs.

Der "Vorteil" einer Entlassung aus dem Kredit wiegt dagegen nicht schwer. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.

Von den Haushaltsgegenständen können Sie wertmäßig etwa die Hälfte herausverlangen. Machen Sie eine Liste mit den von Ihnen benötigten Gegenständen.

Sie sollten sich anwaltlich vertreten lassen, um Ihre und die Ansprüche Ihrer Tochter zu wahren!

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Gern vertrete ich Sie in dieser Angelegenheit weiterhin. Bei Bedarf nehmen Sie gern telefonisch unverbindlich Kontakt mir mir auf.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 15.01.2015 | 12:40

Sehr geehrter Herr Steidel,

vielen Dank für Ihre Antwort. Wie verhält es sich mit den Schulden im Gegenzug zu dem Unterhalt. Er sagt die Schulden beziehen sich auf 45.000€ die Hälfte wären 22.500€. Wenn man das hoch rechnet müsste ich lange zahlen um diese zu tilgen. Wird das mit dem zu zahlenden Unterhalt berechnet? Müsste er länger Unterhalt bezahlen als bis zum 3. Geburtstag unserer Tochter?

Bezüglich der Einrichtung, ich müsste also den Wert aller Gegenstände auflisten und hiervon die Hälfte als Entschädigung bekommen?

Wenn ich das richtig rechne (ganz grob gerechnet):
Unterhalt zu zahlen für 18 Monate: a 2000€ -> 36.000€
Wohnungseinrichtung: ca. Wert 15.000€ -> 7.500€ (43.500)
abzgl. der Schulden von 22.500€ -> 21.000 / 18 Monate -> 1.116€
(gerechnet ohne Kindesunterhalt) ist das so etwa richtig?

mit welcher Begründung soll ich die Scheidung zu einem früheren Zeitpunkt unterbinden? Er möchte auch das ich unterschreibe keine weiteren Ansprüche außer der Zahlung von 1500 monatlich bis zum 3. Lebensjahr meiner Tochter geltend mache.

Kann ich dann die etwa. 7.500€ von ihm zusätzlich einfordern oder kann er diese mit den Schulden verrechnen?

Vielen Dank für die große Hilfe!

p.s. er möchte, dass ich mir keinen Anwalt nehme, da die Scheidung sonst zu teuer wird. Er würde die Anwaltkosten für seinen Anwalt übernehmen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.01.2015 | 14:14

Leider kann ich hier nicht auf sämtliche Aspekte des Familienrechts eingehen, zumal Sie lediglich den Mindesteinsatz geboten haben. Daher habe ich Ihnen auch dringend empfohlen, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

So viel darf ich Ihnen aber ergänzend mitteilen:
Die Schulden haben mit dem Unterhalt nichts zu tun. Diese werden Gegenstand der Vermögensauseinandersetzung im Scheidungsverfahren ( Zugewinnausgleich ).

Die Haushaltsgegenstände sind in erster Linie in Natura zu teilen, nicht wertmäßig.

Verzichten Sie auf keinen Fall auf Unterhalt über einen angebotenen Betrag hinaus. Ein solcher Verzicht wäre für Kindesunterhalt und Trennungsunterhalt ohnehin nichtig!

Wenn Sie sich keinen Anwalt nehmen, wird nur einer sparen und das ist Ihr Ehemann.

Für Sie werden sich die Anwaltskosten allein durch etwas höherern Unterhalt sehr schnell amortisieren. Jedenfalls für den Unterhalt können Sie nicht auf eine konkrete Unterhaltsberechnung mit Hilfe eines Rechtsanwalts verzichten.

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