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Alleinerbe nachträglich erwirken?

| 14.09.2015 05:38 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rösemeier


Meine Frau ist sehr unerwartet verstorben.

Wir haben vier Kinder. Meine Frau ist ursprünglich aus dem Ausland (deutsche Staatsbürgerin) und hat im Ausland noch Mutter, Vater, sowie eine Schwester. Wir waren in Gütergemeinschaft verheiratet (kein Ehevertrag).

Wir hatten eigentlich vor, uns gegenseitig zu Alleinerben einzusetzen, hatten aber noch kein Testament erstellt.

Ich besitze eine Immobilie mit drei Eigentumswohnungen, zwei davon vermietet, eine von mir und derzeit zwei Söhnen bewohnt. Diese sind in meinem Namen (und ohne den Namen meiner Frau) im Grundbuch eingetragen. Ausserdem besitze ich eine Photovoltaikanlage (Gewerbe), ebenfalls in meinem Namen.

Ferner besitze ich ein Auto, das auf meine Frau zugelassen ist und mit einem gemeinsamen Darlehen finanziert wird.

Ausserdem hat sich herausgestellt, dass meine Frau Verbindlichkeiten in Höhe von ca. 9.200 Euro besass, von denen ich nichts wusste.

(Wenn ich einmal sterbe, würde ich gern die Sache so mit meinen Kindern regeln, dass jeder eine Wohnung bzw die Photovoltaik erbt. Ist das überhaupt realisierbar? Das ist aber eine andere Frage).

Die wichtigen Fragen jetzt sind:

1. Muss ich jetzt von meinem eigenen Haus, das auch ausschliesslich in meinem Namen im Grundbuch steht, aufgrund der Ehe in Gütergemeinschaft jetzt "erben"? Also 1/4 an mich, und jeweils 1/16 an meine Kinder? Weil eben doch, nach dem Gesetz, die ideelle Hälfte meiner Frau gehört hat?

2. Falls 1. zutrifft: Wie können wir das jetzt nachträglich noch so gestalten, dass ich zu diesem Zeitpunkt Alleinerbe werde, und also keine unnötigen Kosten für Umschreibung im Grundbuch sowie Komplikationen aller Art anfallen? Wie können wir die notwendigen Notarskosten möglichst gering halten, da jetzt sowieso die Verbindlichkeiten meiner Frau plötzlich zu regeln sind, und Beerdigungskosten auf uns zu kommen?

Gemeinsames Einverständnis mit meinen Kindern vorausgesetzt.

3. Mit welchen Notarskosten wäre ca. zu rechnen für 2., angenommen der Wert des Erbes betrüge ca. 280.000 Euro.

4. Was passiert mit dem Auto?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst möchte ich Ihnen mein aufrichtiges Beileid aussprechen.

Im ersten Schritt wäre zu prüfen, ob Sie tatsächlich in Gütergemeinschaft verheiratet sind. Dieser Güterstand ist sehr selten und bedarf zur Wirksamkeit eines notariellen Ehevertrages. Grundstücke, die ein Ehegatte alleine erwirbt, werden dann trotzdem auf beide Ehegatten im Grundbuch eingetragen, nämlich als Gesamthandsgemeinschaft. Dies ist bei Ihnen nicht der Fall.

Liegt kein Ehevertrag über die Gütergemeinschaft vor, so leben Sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

Im Falle der Zugewinngemeinschaft gehen nur die Vermögenswerte in den Nachlass, die im Eigentum Ihrer Ehefrau standen. Die Grundstücke und die Photovoltaikanlage wären damit kein Eigentum der Ehefrau und würden dann auch nicht in die Erbmasse fallen.

Da kein Testament errichtet wurde, würden Sie von dem Vermögen der Ehefrau 1/2 und jedes Kind 1/8 erben.

Was das Auto angeht, so greift § 1932 BGB mit dem gesetzlichen Voraus für den überlebenden Ehegatten.

Damit werden Ihnen zunächst alle Vermögenswerte übertragen, die Sie zur Führung des Haushalts benötigen. Hierzu kann auch der PKW zählen, wenn es sich um das Familienfahrzeug handelt. Zudem teilen Sie mit, dass Sie den PKW besitzen, der nur auf den Namen der Ehefrau zugelassen ist. Alleine die Zulassung auf die Ehefrau stellt noch nicht die Eigentumssituation dar. Eigentümer ist der Käufer des Autos.

Sollten Sie tatsächlich in Gütergemeinschaft verheiratet gewesen sein, so gehört Ihnen vom gesamten Vermögen bereits die Hälfte und von der Hälfte Ihrer Ehefrau würden Sie wiederum 1/4 erben. Die Kinder würden jeweils 1/16 vom gesamten Vermögen erben.

Sie würden dann mit den Kindern eine Erbengemeinschaft bilden, die nicht zwingend auseinandergesetzt werden muss. Sie könnten sich hier mit Ihren Kindern verständigen. Eine Umschreibung im Grundbuch wäre im Erbfall kostenfrei.

Es ist jetzt erst einmal zu klären, in welchem Güterstand Sie tatsächlich verheiratet gewesen sind. Liegt kein Ehevertrag über Gütergemeinschaft vor, bedarf es keiner grundbuchlichen Umschreibung und auch keines Notarvertrages.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 14.09.2015 | 09:42

Sehr geehrter Herr Rösemeier,

Herzlichen Dank für Ihre aussergewöhnlich schnelle, kompetente und vor allem sehr verständliche Antwort. Hier noch weitere Informationen und eine Nachfrage von meiner Seite --

Unsere Heiratsurkunde ist in Südafrika ausgestellt und trägt den Vermerk: "Without pronuptial contract". Sie wurde von den deutschen Behörden in dieser Form in unser Familienbuch übernommen. Ein weiteres Dokument bzw. ein Vertrag existiert nicht. Mithin gehe ich davon aus, dass wir in Zugewinngemeinschaft verheiratet waren, und Haus sowie Photovoltaik fallen nicht in die Erbmasse.

Unter diesen Umständen scheint es also Sinn zu machen, dass wir alle fünf das überschuldete Erbe ausschlagen.

Ich würde allerdings 110% sicherstellen wollen, dass das Auto nicht in die Erbmasse fällt. Der Kaufvertrag lautet auf mich, die Anzahlung habe ich geleistet, die Raten für die Finanzierung habe ich gezahlt. Der Kredit ist in unser beider Namen, Registrierung und Versicherung sind auf meine Frau.

Könnten Sie oder eventuell ein Rechtsbeistand aus unser Region uns helfen, dass alles wirklich Niet- und Nagelfest zu machen und dass wir uns nicht selbst ins Bein schiessen? Mit welchen Kosten müssten wir da rechnen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.09.2015 | 09:56

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Zunächst einmal ist davon auszugehen, dass Sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben, so dass nunmehr nur noch das Auto einer Regelung zugeführt werden muss.

Da Sie beide Kreditnehmer für das Fahrzeug waren, haften Sie auch weiterhin für den Kredit.
Bevor Sie das Erbe ausschlagen, muss hier aber noch einmal der Kaufvertrag und auch die Finanzierung durch einen Anwalt vor Ort geprüft werden.

Wenden Sie sich hierzu an einen Fachanwalt für Erbrecht.

Bitte beachten Sie auch, dass die Ausschlagung des Erbes nach Ihrer Ehefrau binnen 6 Wochen ab Kenntnis des Erbfalles beim Nachlassgericht eingehen muss. Sollten Sie bereits Enkelkinder haben, müssten Ihre Kinder dann nach der eigenen Ausschlagung auch für diese das Erbe noch ausschlagen.

Zunächst reicht eine Vertragsprüfung bei einem Anwalt vor Ort aus, dies kann im Rahmen einer Erstberatung erfolgen. Sie müssen hier mit Beratungskosten von 250 € rechnen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 14.09.2015 | 09:40

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 14.09.2015 5/5,0
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