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Alleinerbe


| 04.08.2005 19:29 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Hallo liebes Team,

ich wurde von meiner Mutter als Alleinerben eingesetzt. Mein Stiefvater also meiner Mutter ihr 2. Mann, wurde sozusagen enterbt.
Die Beerdigungskosten musste ich bezahlen, da es hieß, dass dies der Alleinerbe zahlen muss.
Mein Stiefvater erhielt von der Rentenkasse noch 3 Monate lang die volle Rente meiner Mutter ausbezahlt. Es hieß, das dieses Geld meinem Stiefvater zustünde. Ich als Alleinerbe habe hierzu kein Anrecht. Stimmt das?
Meine Mutter und mein Stiefvater besitzen ein Haus je zur Hälfte. Er sagt, dass er mir nichts auszahlen will und wird, da mir nichts zustehe.
Wir haben nun die Sache einem Anwalt gegeben.
Mir wurde nun auferlegt, dass ich einen Gutachter für das Haus zum Schätzen bestellen und auch bezahlen soll.
Mir kommt es so vor, dass ich als Alleinerbe nur zahlen kann und irgendwie nichts erbe.
Mein Stiefvater soll ja das bekommen, was ihm zusteht, aber ich hätte auch gerne meinen Teil, welcher mir zusteht.
Kann ich eine Auszahlung meines Erbes verlangen? Kann ich eine Zwangsversteigerung einleiten? Oder wie komme ich denn an meinen Anteil? Ich habe nicht so viel Geld, um ständig irgendwelche Kosten zu begleichen. Mir kommt es so vor, als ob er mir absichtlich ständig neue "Aufgaben" stellt, damit mir irgendwann die "Luft" ausgeht. Ich bin wirklich verzweifelt.
Lieben Dank jedenfalls für Ihre Mühe.

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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Auf Grundlage Ihrer Angaben möchte ich Ihr Anliegen gerne wie folgt beantworten:


1.

Eine gesetzliche, resp. erbrechtliche Grundlage, dass Ihr Stiefvater noch volle drei Monate die Rente Ihrer verstorbenen Mutter erhielt, existiert nicht.

Allerdings besteht bei Lohn- / Gehalts- / Besoldungs- / Rentenzahlungen manchmal die Regelung, dass der überlebende Ehegatte noch einen bestimmen Zeitraum die Rente auch nach dem Ableben des Berechtigten erhält. Dies kann ich aus „der Ferne“ seriös nicht beurteilen. Es ergibt sich wie dargelegt nicht aus dem Erbrecht, sondern den einschlägigen, hier, rentenrechtlichen Regelungen.


2.

Wenn Sie nun Alleinerbe wurden (was mir angesichts der evt. Pflichtteilsansprüche des überlebenden Ehegatten nicht ganz nachvollziehbar erscheint, Sie können hier aber gerne „nachhaken“), dann haben Sie selbstverständlich den hälftigen Hausanteil Ihrer Mutter geerbt. Insoweit liegt der „Stiefvater“ mit seiner Aeusserung neben der Sache.


3.

Das Verkehrswertgutachten ist genauso üblich wie berechtigt. Denn es muss ja geklärt werden, wie hoch Ihr hälftiger Anteil zu beziffern ist. Eine Bruchteilseigentum mit dem ungeliebten „Stiefvater“ wollen Sie ja nahe liegenderweise nicht, auch eine wirtschaftlich oft nachteilige Teilungsversteigerung nach dem ZVG wohl vernünftigerweise auch nicht anstreben.


4.

Das Begleichen der Beerdigungskosten wäre nicht zu beanstanden – unterstellt Sie sind Alleinerbe (meine leichten Zweifel hieran siehe unter 2.). Normalerweise trägt der Erbe die Beerdigungskosten, siehe § 1968 BGB.
Dieselbe Pflicht trifft bei einer Miterbengemeinschaft, wovon ich eigentlich ausgehe, dann die Gemeinschaft der Miterben (BGH, NJW 72, 791).


5.

Aber zu Ihrer beiden zentralen Fragen:

a) Sie können selbstverständlich die Auszahlung des Erbes verlangen. Nur: Diese Frage Ihrerseits „beisst“ sich sehr mit der von Ihnen mitgeteilten Alleinerbschaft – schon begriffslogisch.

Ich vermute, Sie sind Miterbe neben dem überlebenden Ehegatten, also dem Stiefvater. Die Auflösung der Erbengemeinschaft zu verlangen, dies steht Ihnen erbrechtlich zu (§ 2042 BGB). Nicht über Einzelgegenstände, aber sicher notariell über den Erbteil im Ganzen (§ 2033 BGB).

b) Möglich, aber wirtschaftlich schwierig wird es bei der Liegenschaft, wie unter Antwort 3 schon angedeutet. Sie können die Teilungsversteigerung der Liegenschaft einleiten, etwas martialisch heisst dies auch Zwangsversteigerung, auch wenn es mit dem Vermögensverfall bei anderen Fällen der Grundstücksversteigerung- oder Verwertung nichts zu tun hat. Nachteil ist, dass der erzielte Erlös oft enttäuschend sein wird.



Ich hoffe Ihnen mit dieser Antwort zunächst einmal weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ selbstverständlich zur Verfügung, gerade, weil mir der Erbanspruch des Stiefvaters auf Grundlage Ihres Sachverhaltsberichts nicht ganz klar ist.


Mit freundlichen Grüßen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

Tel.: +49 (0)39 483 97825
Fax: +49 (0)39 483 97828
E-Mail: ra.schimpf@gmx.de
www.anwalt.de/rechtsanwalt_schimpf

Nachfrage vom Fragesteller 04.08.2005 | 21:44

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

Sie haben sich ja so viel Mühe gegeben, vielen vielen Dank dafür.
Also, ich zitiere kurz das Testament vom Notar:
"Zu meinem uneingeschränkten Alleinerben berufe ich meinen Sohn, mein einzigstes Kind..."
Bei der Eröffnung des Testaments steht bei Ausfertiungen
2x an Alleinerben 1 x an Ehemann.
Ich wurde zur Hälfte ins Grundbuch eingetragen, die andere Hälfte mein Stiefvater.
Er bewohnt das Haus alleine und ich möchte nicht das Haus, sondern mein Erbe ausbezahlt haben. So wie ich das sehe, habe ich da wirklich ein Problem, ich bin wirklich wirklich ratlos.
Würden Sie an meiner Stelle eine Zwangsversteigerung einleiten? Ich fürchte, freiwillig wird er mir nichts ausbezahlen. Ich möchte mich jedenfalls sehr herzlich bei Ihnen bedanken. Liebe Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.08.2005 | 22:08

Schönen Guten Abend (trotz allem),

ganz ehrlich gesagt verstehe ich es immer noch nicht ganz, warum der Stiefvater einerseits als überlebender Ehegatte wohl auf den Pflichtteil gesetzt wurde, andererseits Sie wohl alleiniger, hälftiger Eigentümer der Haushälfte wurden (dann wären Sie tatsächlich Alleinerbe).

Es macht wenig Sinn, hier weiter Hypothesen aufzustellen, weswegen Sie unter Sichtung der vorhandenen Unterlagen (Testament, Erbschein) bei dem wohl schon vor Ort in Schwaigern eingeschalteten oder sonst einem Anwalt Ihres Vertrauens den hier zugrunde liegenden Sachverhalt klären und rechtliche Lösungsmöglichkeiten beraten sollten.

Hinsichtlich der Auskehrung des Erbes / Erbanteiles gilt aber im Grds. meine Ausgangsantwort – mit Ihren wirtschaftlichen Bedenken bei der sich hier anbietenden Teilungsversteigerung.

Deswegen: Konsultieren Sie einen Kollegen vor Ort. Gerne kann ich Ihnen hier einen erb / familienrechtlich versierten Rechtsanwalt in Ortnähne empfehlen, falls Sie keinen Anwalt Ihres Vertrauens in oder um Schweigern kennen – mailen Sie mich dann einfach direkt an.

Mit freundlichen Grüssen

RA Schimpf

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