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Alleinberechtigter geschäftsführender Gesellschafter einer GmbH Vor- und Nachteile

18. Juli 2017 21:12 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Die Geschäftsführung einer GmbH beinhaltet zahlreiche Rechte, aber auch Pflichten. Diese ergeben sich in erster Linie aus dem Gesellschaftsvertrag sowie aus den zumeist abdingbaren Vorschriften des GmbHG.

Sehr geehrte Damen und Herren,
zum 01.11.17 möchten zwei Freunde von mir (Person 1 und Person 2) und ich (Person 3) eine GmbH gründen. Alle drei sollen zu je 1/3 Gesellschafter werden.

Jetzt steht folgendes im Vertrag:
"Als Gesellschafter sollen Person1, Person2 und Person3 eingetragen werden wobei Person1 als alleinberechtigter geschäftsführender Gesellschafter bestimmt wird."

Was sind für mich als Person3 die Vor- bzw Nachteile im Vergleich zu Person1?


Einsatz editiert am 19.07.2017 13:06:31

20. Juli 2017 | 08:05

Antwort

von


(188)
An der alten Ziegelei 5
48157 Münster
Tel: 0251-9320 5430
Tel: 0176-614 836 81
Web: http://immoanwalt.nrw
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

die Befugnisse des Geschäftsführers sind im Gesellschaftsvertrag geregelt. Gerne können Sie mir diesen noch ohne Mehrkosten zur Durchsicht an neumann@port7.de zumailen. Dann könnte ich Ihnen Näheres zu Vor- und Nachteilen sagen.

Nach § 6 GmbHG muss die GmbH einen oder mehrere Geschäftsführer haben, der oder die die dort bestimmten Voraussetzungen zu erfüllen hat. Sie haben offenbar nur einen alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführer bestellt, die Person 1. Diese soll zudem alleinvertretungsberechtigt sein. Sie kann die Gesellschaft daher allein vertreten, die Gesellschaft allein verpflichten, also ohne Ihre Mitwirkung Verträge abschließen. Im Außenverhältnis ist dies, wenn dies so im Handelsregister eingetragen ist, zudem unbeschränkt, nur im Innenverhältnis können sich aufgrund des Gesellschaftsvertrags Einschränkungen ergeben, zB ein Gesellschafterbeschluss als Voraussetzung.

Die Vertretung und Geschäftsführung ist im Übrigen in den §§ 35 ff. GmbHG geregelt. Nach § 35 Abs. 1 GmbHG wird die Gesellschaft durch den Geschäftsführer gerichtlich und außergerichtlich vertreten. In Geschäftsbriefen ist zudem der Geschäftsführer anzugeben. Die Bestellung des Geschäftsführers ist nach § 38 GmbHG widerruflich, wobei allerdings bestehende Verträge - zB ein Geschäftsführungsvertrag auf bestimmte Zeit - zu berücksichtigen sind. Auch hier sind aber nach § 38 Abs. 2 GmbHG die Vorgaben im Gesellschaftsvertrag vorrangig zu beachten und kann der Widerruf auf wichtige Gründe (wie grobe Pflichtverletzung oder Unfähigkeit zur ordnungsmäßigen Geschäftsführung) beschränkt werden.

Mit der Geschäftsführung sind weitere gesetzliche Pflichten verbunden, wie zB die Einreichung der Gesellschafterliste gem. § 40 GmbHG und die Buchführungspflicht gem. § 41 GmbHG . Ob es für Sie einen Vorteil oder Nachteil darstellt, dass nicht Sie sondern die Person 1 dies zu bewerkstelligen hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Nach § 42 GmbHG ist eine Bilanz aufzustellen, nach § 42a GmbHG muss der Geschäftsführer den Jahresabschluss und den Lagebericht unverzüglich nach der Aufstellung den Gesellschaftern zur Feststellung des Jahresabschlusses vorzulegen. Auch hier sind die Besonderheiten des Gesellschaftsvertrags vorrangig zu beachten.

Den Geschäftsführer trifft gem. § 43 GmbHG eine besondere Haftung. Er hat in Angelegenheiten der Gesellschaft die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes anzuwenden und haftet für einen entstandenen Schaden durch Verletzung seiner Obliegenheiten. Insbesondere ist er nach § 43 Abs. 3 GmbHG zum Ersatze verpflichtet, wenn den Bestimmungen des § 30 GmbHG zuwider Zahlungen aus dem zur Erhaltung des Stammkapitals erforderlichen Vermögen des Gesellschaft gemacht oder den Bestimmungen des § 33 GmbHG zuwider eigene Geschäftsanteile der Gesellschaft von der Gesellschaft erworben worden sind. Des Weiteren darf dem Geschäftsführer Kredit nicht aus dem zur Erhaltung des Stammkapitals erforderlichen Vermögen der Gesellschaft gewährt werden, § 43a GmbHG .

Nach § 51a GmbHG muss der Geschäftsführer den Gesellschaftern auf Verlangen Auskunft über die Angelegenheiten der Gesellschaft zu geben und Einsicht in die Bücher und Schriften zu gestatten, wobei der Geschäftsführer unter Umständen aber auch zur Verweigerung von Auskunft und Einsicht berechtigt sein kann.

Sie sehen, die Aufgabe des alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführers beinhaltet zahlreiche Rechte, aber auch Pflichten.

Ich hoffe, Ihnen insoweit einen ersten Überblick gegeben haben zu können. Hier ist aber insbesondere noch der Gesellschaftsvertrag maßgeblich mit heranzuziehen, der mir für obige Antwort nicht vorlag, den Sie mir aber gerne noch einreichen können. Sollte etwas unklar sein, melden Sie sich gerne.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Andreas Neumann
Rechtsanwalt


ANTWORT VON

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