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Alkohol am Steuer

| 23.06.2014 14:31 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


15:47
Sehr gehrte Damen und Herren

Ich stand am Di. den 10.6. mit meinem Wohnmobil auf einem Parkplatz bei einem Getränkemarkt. Ich bin seit langer Zeit an Depressionen erkrankt, und befinde mich in Behandlung bei einem Psychotherapeuten. Ich sollte von Dietmannsried nach München zu einer Probe. Ich hatte dann eine Panikattacke und trank sehr viel Alkohol. Am nächsten morgen trank ich wohl auch noch etwas. Ich fuhr dann los und weiß gar nicht mehr warum. Ich hätte ja noch schlafen können. Nach ca. 3 km (insgesamt ca. 4 km vom Standplatz) auf der Autobahn merkte ich plötzlich, was ich da tue, und steuerte den nächsten Parkplatz an. Ich parkte zu dicht vor einem LKW. Der Fahrer alarmierte dann die Polizei. Die fanden mich schlafend hinter dem Steuer, und nahmen mich mit zur Blutprobe. Sie nahmen 2 Proben im Abstand von 20 min. Ich rechne mit einem Wert von 2,5 bis 3,5 Promille, da ich mich an das Losfahren nicht mehr erinnere. Vor 7 Jahren hatte ich das schon einmal, jedoch mit Unfall (nur Eigenschaden, 3,1 Promille) Ich bekam 10 Monate FS Entzug, 1200,00 € Geldstrafe und MPU, die ich beim ersten Mal bestanden habe. Ich habe freiwillig Urintests gemacht, und war völlig abstinent. Nun meine Frage:
Was erwartet mich, und in welche Richtung sollte die Verteidigung gehen ? Ich bin sehr erschüttert, dass ich alkoholisiert gefahren bin, und werde mich schnellstens in eine stationäre Therapie begeben.

Vielen Dank !

mfG


-- Einsatz geändert am 23.06.2014 14:36:09
23.06.2014 | 15:19

Antwort

von


(193)
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Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Frage, unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes, wie folgt.

Grundsätzlich ist anzumerken, dass eine komplette Verteidigungsstrategie ohne Kenntnis der Ermittlungsakte nicht entworfen werden kann. Zum jetzigen Zeitpunkt kann Ihnen insoweit also nur geraten werden, zunächst von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen, dies steht Ihnen als Beschuldigter eines Strafverfahrens umfassend zu, und einen Rechtsanwalt mit ihrer Verteidigung zu beauftragen. Dieser kann nach erfolgter Akteneinsicht eine umfassende Strategie mit Ihnen entwerfen.

Insbesondere sollten Sie zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Angaben über ihre Trinkart und Trinkmengen gegenüber der Polizei machen. Dies kann, vor allem angesichts der zu erwartenden hohen Blutalkoholkonzentration, dazu führen, dass man ihnen eine vorsätzliche Trunkenheitsfahrt vorwirft, was sich negativ auf die kommende Strafe auswirken würde. Der Regelfall ist, dass zunächst eine fahrlässige Begehungsweise vermutet wird. Erst wenn weitere Anhaltspunkte für Vorsatz hinzutreten, kann dieser angenommen werden. Die Lieferung solcher Anhaltspunkte sollte auf jeden Fall vermieden werden. Mithin ist zunächst Schweigen geradezu obligatorisch.

Auch sollte alles daran gesetzt werden, ihre Depressionen und eine gegebenenfalls begleitende Medikation nicht zu Tage treten zu lassen. Ein Bekanntwerden könnte dazu führen, dass die Führerscheinstelle, wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt die Neuerteilung der Fahrerlaubnis beantragen, neben der zu erwartenden Alkohol Fragestellung im Rahmen der MPU auch noch ihre Eignung aufgrund ihrer eingeschränkten Gesundheit abgeprüft wissen will. Auch dieses gilt es zu vermeiden. Insoweit erscheint eine Strategie, welche auf ihre Depressionen gestützt ist, nicht vorzugswürdig.

Angesichts des Umstandes, dass sie eine erhebliche BAK befürchten, namentlich eine solche jenseits von 2,5 Promille, ist eine stationäre Therapie sicherlich nicht abwegig. Dies nicht zuletzt auch deswegen, da sie bei ihrer letzten Tat, die leider auch heute noch gerichtlich verwertbar ist, bereits ebenfalls eine BAK jenseits der drei Promille aufwiesen. Eine wiederholte BAK in diesem Bereich spricht dafür, dass eine erhebliche Alkoholproblematik besteht. Nicht nur aus Verteidigungserwägungen heraus, sondern auch im Hinblick auf eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis, werden Sie um eine entsprechende Therapie nicht umhin kommen.

Insgesamt werden sie, abhängig von ihrer festgestellten BAK, mit einer Geldstrafe im mittleren Bereich, d.h. etwa 50-70 Tagessätze, und mit der Verhängung einer Sperrfrist zu Neuerteilung der Fahrerlaubnis von etwa 12-14 Monaten rechnen müssen. Hierbei gehe ich davon aus, dass keine weiteren Vorstrafen im Bundeszentralregister vorhanden sind.

Sollte tatsächlich eine solch hohe Blutalkoholkonzentration wie sie erwarten festgestellt werden, muss sich das Gericht jedenfalls auch Gedanken zur Frage einer eventuellen eingeschränkten Schuldfähigkeit machen. Dies wirkt sich erfahrungsgemäß bei Trunkenheitsdelikten jedoch nur marginal auf die Urteilsfindung aus.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und stehe Ihnen gerne im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion für Ergänzungen zur Verfügung. Auch kann von meinem Büro ihre Verteidigung im Rahmen einer gesonderten Mandatserteilung übernommen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Marc Wandt
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht


Nachfrage vom Fragesteller 23.06.2014 | 15:39

Sehr geehrter Herr Wandt

Vielen Dank! Sie haben mir mit Ihrer Antwort sehr geholfen, und ich werde habe diese auch in allen Kategorien mit 5 Sternen bewertet.

Was bedeutet gerichtlich verwertbar? Noch mal eine Strafe für damals?
Kann ich damit rechnen, dass die Sperre tatsächlich unter 24 Monaten bleibt, so dass ich den Führerschein nicht neu machen muss?

mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.06.2014 | 15:47

Sehr geehrter Rat suchender,

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt.

In ihrem Zusammenhang bedeutet gerichtlich verwertbar, dass Ihnen diese Tat als Vorbelastung vorgehalten werden kann. Selbstverständlich werden sie nicht für die bereits abgeurteilte Tat erneut bestraft. Gleichwohl fließt die vorhandene Vorbelastung in ein kommendes Urteil ein und wirkt sich insoweit leider, zumindest ein Wenig, strafschärfend aus.

Eine Sperre von mehr als 24 Monaten erscheint eher unwahrscheinlich. Dies ist jedoch heute nur noch sekundär von Belang. Die ehedem existierende Zweijahresfrist, nach deren Ablauf neue Prüfungsleistungen vor der Neuerteilung der Fahrerlaubnis zwingend erbracht werden mussten, wurde bereits vor Jahren gestrichen. Jetzige Gesetzeslage ist die, dass neue Prüfungsleistungen dann verlangt werden können, wenn Anhaltspunkte dafür existieren, dass die ehedem erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten nicht mehr existieren. In Bayern kann man insoweit von einer Frist von etwa zehn Jahren ausgehen, wenn keine sonstigen Anhaltspunkte hinzutreten.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Marc N. Wandt
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht

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Bewertung des Fragestellers 23.06.2014 | 15:37

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 23.06.2014
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