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Akzeptanz Teilzeitantrag, Konditionen abgelehnt

29.10.2008 14:39 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich befinde mich derzeit in Elternzeit die zum 31.12.08 endet. Ich habe bei meinem Arbeitgeber (Deutschlandniederlassung eines internat. Konzerns) einen Antrag auf Teilzeitarbeit (20 Wochenstunden auf 2,5 Tage verteilt) eingereicht.
Mein Arbeitgeber hat den Antrag akzeptiert, jedoch meine Konditionen ohne Begründung abgelehnt und 5 Tage a 4h Anwesenheit verlangt - vermutlich wohlwissend dass ich dies nicht leisten kann, da ich
a) 400 km entfernt lebe und
b) nur für 3 Tage in der Woche Betreuung für mein Kind habe

Mündlich habe ich angeboten auf 30 Stunden aufzustocken und davon 10 Stunden in Home-Office-Funktion abzuleisten. Auch dieser Vorschlage wurde abgelehnt. Ein anderes Modell ist aufgrund der räumlichen Trennung für mich nicht umsetzbar.

Darüber hinaus ist der mir angebotene Job nicht in der selben hierachischen Ebene einzustufen wie die Stelle, die ich zuvor ausgeübt habe.

Welche Chancen habe ich nun? Macht eine Klage Sinn? Oder eine Klage auf Abfindung? Die rechtliche Lage ist in § 8 TzBfG nur sehr vage ausgedrückt. Muss der Arbeitgeber seine Ablehnung schriftlich begründen? Was sind trifftige, ausreichende Gründe für einen Konzern? Muss die angebotene Teilzeitstelle dem Stellenwert der zuvor ausgeübten Vollzeitstelle entsprechen?

Ich bitte um Rat und Einschätzung meiner Situation.

Herzlichen Dank

29.10.2008 | 16:06

Antwort

von


(1214)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
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Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:

1.

Der Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit besteht unter folgenden Voraussetzungen:

- Der Arbeitgeber muß in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigen;
- Das Arbeitsverhältnis des Arbeitnehmers muß länger als 6 Monate bestehen;
- Die vereinbarte regelmäßige Arbeitszeit soll für mindestens 3 Monate auf einen Umfang zwischen 15 und 30 Wochenstunden verringert werden;
- Dem Anspruch des Arbeitnehmers dürfen keine dringenden betrieblichen Gründe entgegenstehen;
- Der Arbeitnehmer muß den Anspruch dem Arbeitgeber 8 Wochen vorher schriftlich mitteilen.

2.

In Ihrem Fall können dringende betriebliche Gründe Ihrem Wunsch, 20 Wochenstunden zu arbeiten, entgegenstehen. Ob solche dringenden betrieblichen Gründe vorliegen oder ob sie vom Arbeitgeber vorgetragen werden, ist Ihrer Sachverhaltsschilderung nicht zu entnehmen. Unter diesen Voraussetzungen kann man die Frage, ob eine Klage sinnvoll ist, nur schwer beantworten.

Allerdings rate ich vor dem Hintergrund, daß die Elternzeit zum 31.12.2008 endet, von einer Klageerhebung ab. Sie müssen stets bedenken, daß ein Arbeitsrechtsstreit das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber negativ beeinflußt. Wenn Sie auch nach dem 31.12.2008 in dem Betrieb tätig sein wollen, dürfte eine Klage wenig zweckmäßig sein, zumal wir derzeit über einen Zeitraum von 2 Monaten (November und Dezember 2008) sprechen.

3.

Wenn der Arbeitgeber die beanspruchte Verringerung der Arbitszeit ablehnt, bedarf es der schriftlichen Begründung. Hierfür hat der Arbeitgeber eine Frist von 4 Wochen. Wenn die Ablehnung weder form- noch fristgerecht erfolgt, ist dies nicht einer Zustimmung gleichzusetzen, vielmehr können Sie dann Klage auf Zustimmung erheben.

4.

Dringende betriebliche Gründe liegen beispielsweise dann vor, wenn der Arbeitgeber keine geeignete Ersatzkraft finden kann. Hier muß der Arbeitgeber beispielsweise prüfen, ob innerhalb des Betriebs eine Umsetzung oder eine andere Aufgabenverteilung möglich ist.

Die Teilzeitstelle muß, was die Art der Tätigkeit anbelangt, der Vollzeitstelle entsprechen. Ohne Ihre Zustimmung darf die Teilzeittätigkeit also keinen geringeren Stellenwert als die Vollzeittätigkeit haben. Andernfalls läge unter Umständen eine nicht zulässige Änderung des Arbeitsvertrags vor.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
(Rechtsanwalt)


ANTWORT VON

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