Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
478.597
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Aktives Schadenmanagement Vollkasko ohne Reparaturauftrag


| 20.12.2010 12:17 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes



Hallo,
im Rahmen eines Vollkaskoschadens an unserem Fahrzeug griffen wir auf das aktive Schadensmanagement unserer Versicherung zurück. Wir wurden von einer Werkstatt kontaktiert, welche unser Fahrzeug abholte und repariert wieder zurückbrachte. Wir haben selber keine Werkstatt aktiv kontaktiert und keinen Reparaturauftrag unterschrieben. Nach der Pleite unserer Versicherung (Ineas) verlangt nun eine Werkstatt die Reparaturkosten von uns.
Erst auf Nachfragen schickte man uns eine Kopie eines Reparaturauftrags, ausgestellt auf unseren Namen allerdings mit einer Unterschrift unterschrieben (unleserlich) welche nicht von uns stammt.
Die Werkstatt hat einen Anwalt eingeschaltet der die Zahlung anmahnt. Welche Möglichkeiten haben wir?
Es scheint als seien wir gar nicht die Auftraggeber sondern die Ineas.
Die falsche Unterschrift unter dem Reparaturauftrag empört uns natürlich.
Gruß

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre gestellte Frage beantworte ich wie folgt:

Beim aktiven Schadensmanagement handelt der Versicherer nicht im eigenen Namen, sondern nimmt die Vermittlung von Dienstleistungen vor. Das LG Nürnberg-Fürth hat dazu mit Urteil vom 08.03.2006, Az.: 8 S 1649/05 festgestellt:

„ Nach Auffassung der Kammer handelt es sich bei der im „aktiven Schadensmanagement" entfalteten Tätigkeit der Beklagten um eine fremde Rechtsangelegenheit, die die Beklagte nach den getroffenen Feststellungen geschäftsmäßig besorgt, ...".

Es ist damit klargestellt, dass der Versicherer bei der Schadensabwicklung die Reparaturaufträge nicht im eigenen Namen, sondern als Vertreter des Versicherungsnehmers abgibt. Dementsprechend ist der Reparaturauftrag auf Ihren Namen ausgestellt, aber von einer dritten Person als Vertreter unterzeichnet. Die Vollmacht zur Vertretung haben Sie dabei nach den üblichen Regelungen dem Versicherer mit der Beauftragung der Schadensabwicklung erteilt.

Möglicherweise verstösst das aktive Schadensmanagement je nach Ausgestaltung zwar gegen das Rechtsberatungsgesetz, so dass man sicherlich diskutieren kann, ob die Vollmacht wirksam ist. Jedenfalls durch die Vornahme der Reparatur in der Vertragswerkstatt haben Sie aber das Geschäft genehmigt, § 177 BGB. Damit liegt ein Vertrag zwischen Ihnen und dem Reparaturbetrieb vor.

Sie werden daher nicht umhinkommen, die Reparatur bei der Werkstatt zu bezahlen. Wenn Sie nicht zahlen bzw. eine Freistellung vom Versicherer verlangen (und ggf. einklagen müssen), laufen Sie Gefahr, dass der Reparaturbetrieb Sie in der Zwischenzeit weiter in Anspruch nimmt und zusätzliche Rechtsverfolgungskosten, Zinsen und Nebenforderungen entstehen, auf denen Sie unter Umständen sitzen bleiben.

Gleichzeitig sollten Sie Ihre Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag beim Versicherer geltend machen und dort auf eine Begleichung Ihrer Forderung hoffen. Sonstige Notfall-Gelder gibt es für den Bereich der Eigenschäden leider nicht. Ich bedaure, keine günstigere Auskunft geben zu können.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick in der Sache verschafft zu haben. Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 20.12.2010 | 13:36


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Danke für die Beratung."
FRAGESTELLER 20.12.2010 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59764 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
3,2/5,0
Hilfreiche Antwort, die etwas ausführlicher hätte sein können. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
klar und schnell - jederzeit wieder!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Frage wurde sehr verständlich zu 100% beantwortet. Dankeschön! ...
FRAGESTELLER