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AirBnB unautorisierte Buchungen über PayPal Account-Hack, beide reagieren nicht

22.01.2018 19:49 |
Preis: 50,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: gehacktes Konto

Das ist passiert:

(A) Am 5. Januar habe ich über das Portal AirBnB einen Kurzurlaub vom 19. bis 22. Februar gebucht und die Buchung über das Sofort-Überweisungskonto meiner Freundin bezahlt. Diese Buchung ist damit autorisiert und soll bestehen bleiben.

Wie ich am 10.01 feststellen musste, wurde am 9.01 mein AirBnB-Account gehackt. Es fand ein Login aus China statt und meine Anzeigesprache wurde auf eine südostasiatische Sprache gestellt. Am 9. Januar wurden auch drei Buchung
(B) Buchung in Croydon 10.1–24.1 über 715,36€
(C) Buchung in Lyon 10.1–17.1 über 401,48€
(D) Buchung in Shanghai 10.1–20.1 über 536,30€
über meinen Account vorgenommen und per PayPal bezahlt. Bei PayPal war 2016 von mir eine sog. Händlervereinbarung mit AirBnB eingerichtet worden, welche die Zahlung ohne Abfrage eines Passwortes oder sonstige Authentifizierung erlaubte.

Buchungen (B)-(D) wurden sofort storniert, deswegen fand eine Rückzahlung über einen Bruchteil (<15%) der Beträge bereits am 10. Januar statt. Bei der Stornierung, aufgrund strenger Stornierungsbedingungen, wurde also nicht das volle Geld zurückgezahlt. Die Bruchteile wurden auf PayPal erstattet. Zu dem Zeitpunkt (9.01) der Buchungen wurde mein Mailpostfach mit Spammails (etwa 100 Mails pro Minuten) überschwemmt, wohl um die Bestätigungsmails zu verstecken.

******
Mein Kontakt mit AirBnB:
Bei AirBnB versuchte ich am 10.01 den Support einzuschalten, was sich als schwierig herausstellte. Zunächst versuchte ich bei ‘Konfliktlösungen’ ein Problem mit den drei Buchungen einzeln anzugeben. Ich sollte jedoch jeweils den Gastgeber direkt kontaktieren, der in allen drei Fällen nicht antwortete.
Zudem gab ich einen Account-Hack an, infolge dessen musste ich Passwort und Mailadresse ändern, was ich ohnehin sofort getan hatte. Einen Tag später verständigte ich den Support zudem, dass drei unerlaubte Buchungen (B) bis (D) in Folge des Account-Hacks stattgefunden hatten. Ich erwähnte zudem ausdrücklich, dass meine vorher getätigte Buchung (A) nicht storniert werden sollte und rechtmäßig war.
Daraufhin stornierte AirBnB die Buchung (A) und äußerte sich nicht zu den anderen Fällen.
Ich rief mehrfach beim Support an, wo man mir versicherte, die entsprechenden Stellen sein unterrichtet.

Aufgrund der chaotischen Handhabung meines Falls fasste ich alle meine Informationen zusammen und schickte sie am 16.01 an AirBnB mit dem Wunsch, bitte den Eingang bis zum nächsten Tag zu bestätigen. Zudem setzte ich eine Frist bis zum 23. Januar Zahlungen (B)-(D) zurückzuerstatten und die Stornierung im Fall (A) zurückzunehmen oder mich in Kenntnis zu setzen, falls dies nicht möglich sein sollte. Infolgedessen kam keine Bestätigung des Eingangs.
Ich rief erneut beim Support an, wurde aber nur darauf hingewiesen, mein Anliegen werde bearbeitet. Eine schriftliche Bestätigung habe ich nicht und man wollte mir nicht sagen, bis wann der Fall entscheiden werden würde.

******
Mein Kontakt mit PayPal:
Ich setzte am 10. Januar PayPal in Kenntnis, dass drei unrechtmäßige Zahlungen von meinem Account getätigt worden waren. Daraufhin versicherte man mir, man warte auf eine Information von AirBnB und eine vollständige Rückerstattung sei veranlasst. Ich änderte meine Mailadresse und Passwort (letzteres war nicht mit den Daten von AirBnB identisch, aber das gehörte zum Prozedere) und zog die Händlervereinbarung gegenüber AirBnB zurück. Am 12. Januar wurden alle drei Fälle geschlossen und befunden, dass kein unautorisierter Zugriff stattgefunden hätte.

Als ich in Folge des AirBnB-Chaos' am 22.01 bei PayPal anrief, sagte man mir, dass eben kein unerlaubter Zugriff auf mein PAYPAL-Konto erfolgt sei und die Verantwortung stattdessen bei AirBnB und meinem Account dort liege. Ich forderte PayPal daraufhin auf, die Zahlung zurückzuziehen, da sich AirBnB als Verkäufer nicht melde. Man sagte mir allerdings, dass die Transaktion von mir autorisiert worden sei, nämlich mit meiner ausgestellte Händlervereinbarung von 2016. Damit, so der Support, sei eine autorisierte Zahlung erfolgt und ich könne mich nur bei AirBnB erkundigen. Ein Fall des Käuferschutzes sei nicht gegeben, da ich ja gar keine Ware bestellt hatte.

Ich wies den Support eindringlich darauf hin, dass doch die Händlervereinbarung viel Ähnlichkeit mit einen SEPA-Lastschriftmandat habe, welches nicht im vorneherein authorisiert sei. Ich sagte, ich wünsche mir eine außergerichtliche Lösung, würde aber auch juristische Schritte einleiten, falls ich dies für nötig erachtete.
Nach einiger Diskussion erklärte man sich bereit, den Käuferschutz einzuschalten. Ich wies darauf hin, dass ich damit ausdrücklich nicht die Zahlungen als autorisiert anerkenne und bat, dies zu vermerken. Die Fälle wurden eröffnet, einen Vermerk kann ich nicht finden. Bis zum 1. Februar, so sagte man mir, würde mein Fall entschieden werden.

******
Ich muss dazu anmerken, dass die gesamte Höhe der Zahlung( >1600€ auf einmal) von meinen Kaufgewohnheiten bei AirBnB abweicht und ich niemals mehr als eine Buchung im gleichen Zeitraum vorgenommen habe.
Zudem zur Zahlungsmethode: PayPal ist zu einem Lastschriftmandat auf mein Girokonto berechtigt und hat von dort das Geld bereits eingezogen. Ich weiß, dass ich das Geld zurückholen kann. Allerdings würde ich ungern mit einem Inkassoschreibe seitens PayPal's konfrontiert sein, ohne vorher über meine Rechte informiert zu sein.
******

Meine Frage ist nun einfach:
Was kann und muss ich tun, um mein Geld möglichst schnell wieder zu bekommen und Klarheit in Fall (A) zu erhalten?
Kann ich bedenkenlos mein Geld über die Bank einziehen?

Einsatz editiert am 23.01.2018 11:24:04

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich haben Sie Recht, dass die Rückgabe des Geldes bei der Bank dazu führen kann, dass Paypal ein Inkassounternehmen beauftragt und Sie mit weiteren Kosten zu tragen haben. Beachten Sie aber auch, dass dies wenn nur zeitlich begrenzt möglich wäre.
Beachten Sie weiterhin, dass der richtige Vertragspartner und Ansprechpartner AirBnB ist, sodass es sein kann, dass eine Rücklastschrift zwar Ihr Geld wiederbringt, aber Paypal unabhängig von AirBnB ein Inkassounternehmen einschaltet und Sie - selbst wenn Sie Recht haben und bekommen und gegen AirBnB gewinnen - was sich hinziehen kann - hier für die Kosten einstehen müssten. Auch kann es sein, da es i.d.R. dauert, gegen AirBnB vorzugehen (ggf. auch gerichtlich, und dann ist mit 1 Jahr zu rechnen), dass Paypal gegen Sie gerichtlich vorgeht, was dann leicht das Doppelte an Kosten verursacht.

Sie sollten vor allem ersteinmal zur Polizei gehen und Strafanzeige stellen (dies geht sogar online). Mit der dann mitgeteilten Vorgangsnummer und der Strafanzeige haben Sie bessere Karten, den Fall einfacher zu Lösen.

Dann müssen Sie direkt gegen AirBnB vorgehen.

Sie haben ja bereits eine Frist gesetzt mit der Aufforderung, das Geld zurückzuzahlen. Dieser ist AirBnB nicht nachgekommen. Sie können nunmehr noch eine Frist setzen, in der Sie dann weitere Schritte ankündigen oder wegen Fristablauf können Sie direkt einen Anwalt einschalten, der dann Ihr Geld zurückholen kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 23.01.2018 | 12:21

Vielen Dank für Ihre Antwort und die praktischen Ratschläge. Drei Punkte sind mir leider nicht gänzlich klargeworden.

(i) Meinen sie dass der Einzug des Geldes zeitlich begrenzt ist, oder die Möglichkeit seitens PayPal, eine Inkassounternehmen zu beauftragen?

(ii) Gegen wen soll ich bei der Polizei Strafanzeige erstatten? Gegen AirBnB, oder gegen die (mir unbekannten) Betrüger? Davon hängt ja ebenfalls der Inhalt der Anzeige ab.

(iii) Welche weiteren Schritte sollte ich AirBnB am besten ankündigen? Soll ich denen ebenfalls die erstattete Strafanzeige mitteilen?

Vielen Dank für die Hilfe
Tim Johannsen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.01.2018 | 12:40

Ich meinte, dass eine Rückgabe einer Lastschrift leider nur zeitlich begrenzt möglich ist, sodass wenn Sie den rechtlich richtigen Weg gehen, es für eine Rückgabe auf alle Fälle zu spät wäre. Ich würde nur eben davon abraten, weil dies weitere Kosten verursachen kann. Hier wäre eine Rückgabe wenn nur mit vorheriger Rücksprache mit Paypal sinnvoll.

Strafanzeige muss gegen Unbekannt erfolgen, also gegen die, die das Konto gehackt haben.

Die Strafanzeige teilen Sie AirBnB mit und verweisen in Ihrem Schreiben darauf, dass Sie nach Fristablauf "weitere rechtliche Schritte" einleiten werden.

Viel Erfolg. Sollten Sie einen Anwalt benötigen, melden Sie sich gerne. Ich wünsche noch einen schönen Tag!

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