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Äußern zum Unfallhergang- ja oder nein

11.12.2019 09:53 |
Preis: 38,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


War in einen Unfall verwickelt. Mir ist jemand beim rückwärts aus der Garageneinfahrt raussetzen vorne draufgerollt. Leider habe ich weder Zeugen, noch wird der Polizeibericht die Schuldfrage abschließend beantworten/mich entlasten. Die Gegnerin sieht das selbstverständlich genau anders und behauptet, ich sei ihr draufgegangen. Dabei hatte ich angehalten und wartete, dass sie fertig wird mit Raussetzen und abfährt. Ich bekomme nun laut Info der Polizei mittlerweile zwei Verfahren angehängt: Ordnungswidrigkeit und Strafverfahren (die Gegnerin war so schlau und ist am selben Tag zum Arzt gegangen und hat sich ein Attest geholt. Direkt nach dem Vorfall war sie putzmunter und fuhr sofort zur Arbeit, 30km entfernt. Abends tat ihr angeblich der Nacken weh...). Soll ich mich nun auf den Fragebögen und bei der Polizei/bei Gericht äußern und Angaben machen trotz fehlender Beweise für meine Aussage oder besser nichts sagen und abwarten? Rechtsschutz habe ich nicht, Anwalt kann ich mir nicht leisten (PKH gibt es allerdings auch nicht). Würde es Sinn machen, Geld für einen Gutachter zu investieren, der meinen Hergang mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bestätigen kann oder wäre das Verschwendung von Zeit und Geld?

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Wenn ich Ihre Unfallschilderung richtig verstehe, ist ein anderes Fahrzeug rückwärts aus einer Garage herausgefahren, während Sie mit Ihrem Fahrzeug hinter diesem Fahrzeug gestanden haben. Die Gegenseite, also die Fahrerin, die das Fahrzeug aus der Garage herausgefahren hat, behauptet nun, Sie seien Ihrerseits gegen das (stehende) Fahrzeug der Gegnerin gefahren. Behauptet wird von der Gegenseite damit gewissermaßen ein Auffahrunfall.


2.

Ein Strafverfahren kommt wegen fahrlässiger Körperverletzung in Betracht, ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen des angeblichen Auffahrens auf ein anderes Fahrzeug unter Missachtung der Sorgfaltspflicht.

Die Tatsache, dass die Unfallgegnerin noch zur Arbeit gefahren ist, besagt nichts.

Wenn, abstrakt betrachtet, jemand auf ein anderes Fahrzeug auffährt, wird, je nach Aufprallgeschwindigkeit, der Fahrer des voranfahrenden Fahrzeugs ein HWS Schleudertrauma erleiden. Die Symptome treten meist erst einen oder zwei Tage später auf (Nackenschmerzen, Übelkeit etc.).

Sie können nun gegenüber der Polizei den Sachverhalt so schildern, wie er sich nach Ihrer Meinung zugetragen hat. Hilfreich ist in solchen Fällen eine Unfallskizze.

Dass es keine Zeugen, also keine Beweismittel, gibt, lässt sich nicht ändern. Das hat aber nichts damit zu tun, dass Sie den Unfallhergang auf jeden Fall schildern sollten, so wie Sie ihn wahrgenommen haben.

Keine Unfallschilderung abzugeben, wäre ein Fehler. Dann hat die Polizei nur die Unfallschilderung der Gegenseite. Drohen wird seitens der Ermittlungsbehörde, dass man sich auf die Angaben der Unfallgegnerin stützt. Das kann aber nur zu Ihrem Nachteil sein.


3.

Wenn man mit einem Strafverfahren konfrontiert wird, macht es auf jeden Fall Sinn, einen Rechtsanwalt aufzusuchen. Sie dürfen nicht vergessen, dass Sie sich auf einem Gebiet bewegen, wo Sie sich nicht auskennen. Die Gefahr, dabei Fehler zu machen, ist daher groß. Deshalb ist es trotz des Anwaltshonorars sinnvoll, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.


4.

Ein Privatgutachten erstellen zu lassen, wäre so ziemlich der größte Fehler, den Sie jetzt machen könnten. Bei einem solchen Privatgutachten würde es sich um einen Unfallrekonstruktionsgutachten handeln, für das Sie Kosten zwischen 1.000 € und 2.000 € ansetzen müssen. Diese Kosten wird Ihnen niemand ersetzen.

Richtig ist es also, beim jetzigen Verfahrensstand einen Anwalt aufzusuchen. Die Kosten sind weitaus geringer, als die Kosten für die Einholung eines Privatgutachtens.


5.

Sie haben nur den strafrechtlichen bzw. ordnungswidrigkeitsrechtlichen Gesichtspunkt angesprochen. Es gibt aber noch den zivilrechtlichen Gesichtspunkt, nämlich die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen.

Die Gegenseite wird von Ihnen Schadenersatz und Schmerzensgeld verlangen.

Sie werden gegebenenfalls Ihrerseits Schadensersatzansprüche wegen der Beschädigungen an Ihrem Fahrzeug stellen.

Für diese zivilrechtlichen Tätigkeiten können Sie, wenn die finanziellen Voraussetzungen gegeben sind, für die außergerichtliche Tätigkeit Beratungshilfe und, wenn es zum Prozess kommt, Prozesskostenhilfe, beantragen. Das gilt aber nicht für die Abwehr der gegnerischen Ansprüche.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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