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Ärztlicher Behandlungsfehler

08.01.2014 19:13 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde
Guten Tag!
Mein Mann (jetzt 74, aber bis zur Erkrankung voll fit und aktiv) erlitt vor 2 1/2 Jahren eine Hirnblutung. Es war Mitternacht. Die Diagnose wurde durch ein CT sichergestellt. Mir wurde mittgeteilt, eine Not-Op in der Nacht wäre riskant, weil man eine bestimmte Untersuchung vorher machen würde, die nachts nicht gemacht wird. Wenn sein Zustand stabil bleibt, würde man bis zum nächsten Tag warten, und diese nötige Untersuchung machen. Allerdings ist diese Untersuchung auch am nächsten Tag vor der OP nicht gemacht worden.
Sein Zustand hat sich wohl zum morgen verschlechtert. Es wurde in der Nacht noch nicht mal eine Druckentlastung am Gehirn vorgenommen
Erst am nächsten Morgen um 9 Uhr wurde mein Mann operiert.
Er ist jetzt nicht nur halbseitengelähmt (rechte Seite) und leidet an Epilepsie, sondern er hat komplett seine Sprache verloren. Er kann normal verstehen, aber man muss langsam und deutlich sprechen. Er kann kurze Zeitungsartikel lesen. Er kann einfache Sudokus lösen ( vor seiner Erkrankung hat er tagtäglich die schwierigen gemacht). Sein Gedächtniss von früher ist gut erhalten. Alles was kurz vor der Hirnblutung war und was in den letzten 2 ½ Jahren passiert ist vergisst er. Er kann nicht schreiben. Seine Gesten reichen nur unzureichend aus um seine Grundbedürfnisse zu äußern. Nur ich und meine Haushaltshilfe (weil wir ständig bei ihm sind) erraten mehr oder weniger schnell was er meint. Alles andere ist eine endlose und oft nicht erfolgreiche Fragerei. Dies ist ein Zustand den man nicht mal seinen ärgsten Feind wünscht. Alle seine Gedanken und Gefühle gefangen in seinem Kopf. Und für mich trifft das auch zu. Denn ich kann meine Sorgen und Gedanken nicht mehr mitteilen, weil mein Mann nicht darauf antworten kann. Dieser Zustand ist für beide die reinste Folter.
Ich frage mich wieso es heißt, „beim Schlaganfall entscheiden Minuten". Ist die, meiner Meinung nach viel zu spät erfolgte OP denn nun ein Behandlungsfehler?, oder war es einfach Pech, dass wir nicht in Grenoble wohnen?
Hätte ich Chance auf Schadensersatz/Schmerzensgeld? Und wenn, wieviel könnte man überhaupt erreichen?
Ich wünschte mir für meinen Mann viel mehr Therapien als die Krankenkasse übernehmen. Das kann ich aber nicht bezahlen. Hausumbau (Behindertengerechets Bad) Medikamente, Hilfsmittel, und Haushaltshilfe haben schon ein kleines Vermögen gekostet. Leider kann ich die Pflege meines Mannes und den Haushalt aus gesundheitlichen Gründen nicht alleine bewältigen. Das hat vorher alles mein Mann gemacht!
Mit freundlichen Grüßen




Einsatz editiert am 08.01.2014 19:20:47
08.01.2014 | 19:36

Antwort

von


(143)
Mühltorstr. 9/1
71364 Winnenden
Tel: 07195/589260
Web: http://www.rems-murr-kanzlei.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Vorneweg:
Die Behandlung liegt Ihrer Schilderung zufolge 2,5 Jahre zurück. Ansprüche, die aus einem etwaigen Behandlungsfehler entstehen verjähren nach 3 Jahren, allerdings erst nach Ablauf des Jahres, in dem die Behandlung statt fand. Eine Verjährung ist demzufolge noch nicht eingetreten.

Ob hier ein Behandlungsfehler vorliegt vermag ich anhand Ihrer Schilderung nicht vorhersehen.

Sollte ein Behandlungsfehler vorliegen hat Ihr Mann jedoch einen Anspruch auf Schmerzensgeld und einen Anspruch auf Schadensersatz. Dies bedeutet das alle Folgekosten - Umbau des Wohnbereiches (behindertengerecht), Therapien, Fahrtkosten etc. - von der Haftpflichtversicherung der Klinik zu tragen wären.

Um einen solchen Behandlungsfehler nachzuweisen muss zunächst einmal die gesamte Krankendokumentation der damaligen Behandlung gesichtet werden. Ferner wird dann zumeist der medizinische Dienst Ihrer Krankenkasse damit beauftragt, ein Gutachten darüber anzufertigen (für Sie kostenlos), ob ein Behandlungsfehler vorliegt und ob dieser etwaige Behandlungsfehler auch kausal für die entstandenen Einschränkungen bei Ihrem Mann ist.

Kommt das Gutachten zu dem Ergebnis, die Ärzte der Klinik haben bei der Behandlung damals die notwendige Sorgfalt im Rahmen der gebotenen Heilkunst außer Acht gelassen, dann wendet man sich mit den Einzelnen Forderungen an die Klinik bzw. deren Versicherung.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen und Weglassen von Informationen zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen.

Gerne steht Ihnen unsere Kanzlei für eine weitergehende Beratung oder Vertretung zur Verfügung. Die Entfernung des Wohnortes spielt dabei grundsätzlich zunächst einmal keine Rolle.

Mit freundlichen Grüßen
-Philipp Wendel-
Rechtsanwalt


ANTWORT VON

(143)

Mühltorstr. 9/1
71364 Winnenden
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