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Ärger mit almado-energy

02.02.2014 13:17 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe folgendes Problem mit meinem Stromanbieter almado-energy:
Am 1.11.2012 habe ich gegenüber meinem damaligen Stromversorger aufgrund einer Preiserhöhung mein Sonderkündigungsrecht wahrgenommen und wechselte mittels Verivox zu amaldo-energy. Der Vertrag mit dem damaligen Stromversorger endete zum 31.12.2012, der Vertrag mit almado sollte zum 01.01.2013 beginnen. Gebucht war das „Power Pack B" mit 6400 kwh zum Preis von ca. 1300 € und Neukundenbonus hierauf von 25%. Nachdem ich von almado selbst nie etwas gehört hatte und ich von meinem Grundversorger in der zweiten Januarhälfte 2013 die Mitteilung bekam, dass ich bei fehlendem Stromversorgungsvertrag nun bei ihm im Grundtarif steckte, versuchte ich mehrfach vergeblich telefonisch und per Email von almado Informationen darüber zu bekommen, ob ein Stromlieferungsvertrag zustande gekommen war und welche Vertragsdetails dieser beinhaltete.

Ich wollte schon einen Vertrag mit einem anderen Versorger abschließen, als von meinem Grundversorger eine erneute Mitteilung bekam, der Grundversorgungsvertrag würde am 03.02.2013 enden. Ich solle den Zählerstand mitteilen, da ich ab dem 04.02.3013 von einem anderem Unternehmen versorgt werden würde. Also hatte Almado wohl doch irgendeinen Vertrag mit mir, ohne dass ich irgendwelche Details kannte. Auf weitere nachfragende Mails keine Reaktion. Mitte Februar dann Abbuchung der ersten Abschlagszahlung in Höhe von 181 €, die aus meiner Sicht deutlich überhöht war. Seitdem funktionierte zwar alles, und ich habe es zunächst dabei bewenden lassen.

Am 01. Dezember 2013 dann ein Brief der almado-energy, ich hätte einen Rückstand in Höhe einer Abschlagszahlung (vom November 2013), da ich die mir am 21.11.2013 per Email zugeschickte und wegen Umstellung auf SEPA erneut erforderliche Einzugsermächtigung nicht erteilt hätte. Nach einigem Suchen konnte ich die Mail tatsächlich noch im Papierkorb meines Postfaches finden, die ich wahrscheinlich wegen „nicht bekannt" dorthin verschoben hatte, da im Absender der Name „almado" nicht angegeben war (kontakt@kundenservice-energie.de). Abschlag bezahlt, soweit alles ok, weitere Abschläge wurden nun direkt überwiesen, eine Einzugsermächtigung besteht keine mehr.

Mit Schreiben vom 02.12. forderte ich almado nochmals mit Fristsetzung zum 12.12.2013 per Einschreiben mit Rückschein auf, mir sämtliche Vertragsdetails einschl. AGB etc. zu nennen, damit ich meine Rechte wahren könne. Den Rückschein habe ich, er ist allerdings nicht unterschrieben, wahrscheinlich weil die Adresse ein Postfach ist. Eine Reaktion erfolgte nicht (auch nicht über diese spamverdächtige o.g. Mailadresse).

Es steht nun die erste Jahresrechnung an, ich soll meinem Grundversorger den Zählerstand mitteilen. Da ich Ärger mit der Abrechnung befürchte, der Vertrag wahrscheinlich nochmals mindestens 12 Monate laufen dürfte und ich bislang auch noch keine Information über eine evtl. Preiserhöhung habe, hätte ich gerne gewusst, wie meine rechtliche Lage eigentlich aussieht. Kann ich den Vertrag theoretisch wegen fehlender Widerrufsbelehrung noch widerrufen? Welche Folgen hätte dies, auch im Hinblick auf den Neukundenbonus? Wäre ich zwangsläufig weitere Zeit an almado gebunden? Ich kenne ja nicht einmal die AGBs, Kündigungsfristen, etc. .Was ist, wenn almado behauptet, diese seien mir alle per Mail zugegangen und almado dies beweisen könnte, ich die Mails mit o.a. Adresse aber wegen „unbekannt" bzw. Spamverdachts aussortiert habe? Ich habe niemals Mails mit „almado" im Absender bekommen, dessen bin ich mir ganz sicher. Ist almado seit 12.12.13 in Verzug, und in Bezug auf was?

Wie ist also die rechtliche Lage?

Für Ihre Mühe bedankt sich herzlich
ein Laie

Sehr geehrter Ratsuchende,

wenn die ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung fehlt, können Sie auch jetzt widerrufen.

Der Widerruf wäre fristgerecht, denn die Widerrufsfrist von zwei Wochen wäre zum Zeitpunkt des Widerrufes noch nicht begonnen.

Das hat der BGH mit den Urteil vom 02.02.2011, Az.: VIII ZR 103/10 entschieden. Diese Entscheidung ist auch hier heranziehbar.

Mit dem Widerruf sind Sie an Ihre Erklärungen nicht mehr gebunden. Einen wirksamen Vertrag gibt es dann nicht mehr.

Der Neukundenbonus verfällt nicht. Die bezogenen Leistungen müssen also diese 25% berücksichtigen.

Nicht nur, dass almada beweispflichtig wäre. Auch reicht eine email nicht aus, eine ordnungsgemäße Belehrung zu erbringen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 02.02.2014 | 16:03

Sehr geehrte Frau True-Bohle,
herzlichen Dank für Ihre erste Einschätzung.

Es ist so, dass ich noch am 01.11.20122 als Bestätigung von Verivox ein PDF-Dokument mit weiteren Informationen (Zusammenfassung aller eingegebenen Daten, AGBs von Verivox, etc.) sowie einer Widerrufsbelehrung bekommen habe (Wortlaut: "Sie können Ihre Vertragserklärung innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen in Textform (z.B. Brief, Fax, Email) widerrufen. Die Frist beginnt nach Erhalt dieser Belehrung in Textform jedoch nicht vor Vertragsschluss und auch nicht vor Erfüllung unserer Informationspflichten gemäß Artikel 246 §2 in Verbindung mit §1 Absatz 1 und 2 EGBGB. Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Der Widerruf ist zu richten an: almado AG, Aachener Str. 1253, 50858 Köln, oder per Fax an: 01805 015423[...]. Widerrufsfolgen: Im Falle eines wirksamen Widerrufs sind die beiderseits empfangenen Leistungen zurück zu gewähren und ggf. gezogene Nutzungen (z.B. Zinsen) heraus zu geben. Können Sie uns die empfangene Leistung sowie Nutzungen (z.B. Gebrauchsvorteile) nicht oder teilweise nicht oder nur in verschlechtertem Zustand zurückgewähren bzw. herausgeben, müssen Sie uns insoweit Wertersatz leisten. Verpflichtungen zu Erstattung von Zahlungen müssen innerhalb von 30 Tagen erfüllt werden. Die Frist beginnt für Sie mit der Absendung Ihrer Widerrufserklärung, für uns mit deren Empfang. Ende der Widerrufsbelehrung.).
Angehängt waren übrigens doch auch die AGBs von almado, in welchen unter Punkt 2. das Zustandekommen des Vertrages von einer Annahmeerklärung seitens ENERGY abhängig gemacht wird. Auch Verivox hatte auf eine solche Bestätigungsmail hingewiesen. Diese Annahmeerklärung/ -mail habe ich jedoch nicht bekommen.

Ändert sich unter diesen Umständen Ihre Einschätzung? Wenn ich den Vertrag noch widerrufen kann, nach welchem Tarif berechnen sich denn dann die Leistungen, die ich nicht mehr herausgeben kann und für die ich Wertersatz leisten muss? Die kWh sollte im 6400er-Paket 20,99 Cent kosten, Mehrverbrauchspreis war 40,00 Cent/kWh (Verbrauch bis jetzt knapp 7000 kWh). Ab wann kann ich einen anderen Vertrag abschließen? Was ist, wenn almado weiterhin nicht reagiert? Wer beliefert mich dann?

Über eine ergänzende Stellungnahme würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
ein Laie

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.02.2014 | 16:41

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Darstellung in der Nachfrage ändert natürlich die Einschätzung. Sie führen jetzt aus, dass Sie doch eine Widerrufsbelehrung erhalten haben; dann ist aber der Widerruf nicht mehr möglich.

Der Wertersatz berechnet sich, gemäß der getroffenen Vereinbarung. Wenn dieses wie dargelegt vereinbart wurde, ist er wie aufgeführt zu berechnen.

Letztlich wird sich aber der genaue Betrag nur an Hand der Unterlagen ermitteln lassen. Diese sind zu prüfen.

Ihre weitergehenden Fragen stellen jedoch völlig neue Fragen dar und keine Nachfragen mehr, so dass ich um Verständnis bitte, dass diese dann nicht beantwortet werden können.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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