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Ärger mit Käufer


18.05.2007 19:16 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Tanja Stiller



Hallo,

vor kurzem habe ich eine Tasche bei ebay versteigert (Privatauktion) und abgeschickt. Alles lief ordnungdgemäß, bis der Käufer meinte, die Tasche sei nicht so wie beschrieben. Der Käufer behauptet, "dass es sich in diesem Fall um arglistige Täuschung und Betrug handelt" (Zitat). Dies und andere Beleidigungen und Drohungen (Strafanzeige wegen Betrug, etc.) kommen mehrmals am Tag per Mail an, obwohl ich mich bereit erklärt habe, die Tasche zurück zu nehmen. Die Käufer weigern sich, die Tasche zurück zu senden, bevor ich Ihnen den Betrag überwiesen habe. Da es sich aber um einen Betrag von etwa €250,- handelt, bin ich nicht gewillt diesen ohne den vorherigen Erhalt der Ware zu überweisen. Habe mehrfach versucht, mich mit dem Käufer zu einigen, es kommen jedoch lediglich Beleidigungen und Drohungen ("berweisen sie bitte das Geld und die sache ist erledigt, ansonsten wird sich ab Montag unsere Anwalt darum kümmern und schluß ist! Sie haben einen Fehler gemacht, also sind sie auch dafür verantwortlich zu überweisen , nicht wir erst die Tasche zu schicken! Bitte um Rückmeldung was sie nun gedenken zu tun, sollte ich nichts mehr hören geht die Sache kommentarlos an unseren Anwalt und auch an Ebay weiter!"). Würde gerne wissen, ob ich verpflichtet bin, zuerst das Geld zu überweisen, oder ob ich das Recht habe, die Ware zu verlangen, bevor das Geld an dem Käufer geht, da ich die Befürchtung habe, dass es sich hier um gewiefte Betrüger handelt, die solche Aktionen häufiger durchziehen.
Mit freundlichen Grüßen,
WH

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zuerst möchte ich Sie daraufhin weisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall den Gang zu einer Kollegin/ einem Kollegen vor Ort ersetzt.
Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann nämlich die rechtliche Beurteilung komplett anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund, der von Ihnen erhaltenen Angaben und eingesetzten Betrag wie folgt:

Entspricht die Tasche nicht der Beschreibung, so kann der Käufer Nacherfüllung verlangen.
Dies ist aber in Ihrem Fall unmöglich, so dass der Käufer –vorausgesetzt es liegt ein Mangel vor- vom Vertrag zurücktreten.
Durch den Rücktritt wird der Kaufvertrag in ein Abwicklungsschuldverhältnis umgestaltet.
Der Rücktritt befreit beide Vertragsparteien von Ihren Leistungspflichten.
Der Käufer muss also nicht den Kaufpreis zahlen und der Verkäufer braucht die Sache nicht zu übergeben und auch nicht das Eigentum an der Sache dem Käufer zu verschaffen.
Die bereits erbrachten Leistungen sind dem jeweiligen Vertragspartner zurückzugewähren.

Sie als Verkäufer müssen also dem Käufer den Kaufpreis ZUG-UM-ZUG gegen die Tasche zurückzahlen.
Eine Vorleistungsverpflichtung besteht für Sie nicht.
Sie können die Rückzahlung von der Rückgabe der Tasche abhängig machen.
Jedoch besteht auch für den Käufer keine Vorleistungsverpflichtung.
Er muss Ihnen also auch nicht die Tasche vorher zurückgeben.

Normalerweise bringt die Rückabwicklung ZUG-UM-ZUG keine Probleme mit sich.
Bei Anwesenheit beider Parteien zahlt der eine den Kaufpreis zurück und der andere gibt die Sache zurück.
Jedoch bei Ebay ist dies anders.
Einer der Vertragsparteien muss aufgrund der Ortsverschiedenheit mit der Rückgewähr immer anfangen.

In der Praxis stellt dies ein riesiges Problem da, denn der der mit der Rückgewähr beginnt, trägt das Risiko seine erbrachte Leistung nicht wieder zurückzuerhalten.

Da Ihr Käufer nicht gewillt ist, Ihnen die Tasche zurückzugeben bevor er sein Geld hat, besteht noch die Möglichkeit, dass Sie dem Käufer vorschlagen, dass er die Tasche per Nachnahme an Sie zurückschickt.

Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen und eine erste Orientierung geben konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin Tanja Stiller

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