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Ärger mit Chef


| 04.07.2005 12:07 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich an Ihnen weil ich nicht mehr weiß, wie ich meinem Mann beruflich weiterhelfen soll.

Mein Mann ist in einem mittleren Unternehmen (15 Arbeitnehmer incl. Auszubildende ohne Betriebsrat) als Arbeiter angestellt.

Er hat im August 2002 durch seinen besten Freund und jetziger Meister den Job erhalten.

Problemlage:

1. Mein Mann vereinbarte mit seinem Chef einen 12,00 Stundenlohn (mündlich), mein Mann bemerkte aber, dass im Arbeitsvertrag (unbefristet) 11,00 € Stundenlohn stand. Er fragte bei seinem Chef nach und sein Chef hielt meinen Mann hin, dies demnächst abzuändern. Mein Mann "rannte" seinem Chef über ein halbes Jahr und immer die gleichen Sprüche. Wir haben uns einen Rechtsanwalt genommen. Der meinte, dass mein Mann den Vertrag nicht unterschreiben soll - sein Chef sei bei der Handswerkkammer gemeldet* und eine Tariftabelle sei nicht vorhanden -und leider war kein Deckungsbedarf seitens der Versicherung vorhanden und so konnte dies leider nicht weiterverfolgt werden.

2. Wenn mein Mann Urlaub beantragt, ist er immer der einzige, der sein Urlaub auf Abruf bekommt, d. h. wenn mein Mann Urlaub hat und es wird dringend jemand im Betrieb gebraucht, muss mein Mann sein Urlaub unterbrechen.

3. Haben Handwerker das Recht Seminare zu besuchen? Mein Mann hat Probleme mit Kunden die Arbeitsvorgehensweise zu erklären. Da ist auch sein Chef so wütend geworden und wollte ihn auf eine andere Abteilung verweisen.

4.Sein Chef glaubt ihm nicht, dass wenn unser gemeinsame Tochter krank ist, dass mein Mann sich freistellen lassen kann.

5. Mein Mann arbeitet von Montag bis Sonntag und am Tag arbeitet er über 10 Stunden. Sein Chef wurde desöfteren schon vom Gewerbeaufsichtsamt abgemahnt.
Aber der Witz ist, sein Chef macht immer eine Rundinfo bei den Mitarbeitern und ein Neuer Arbeiter schwärzte meinen Mann an, dass mein Mann jeden Tag 5 Minuten länger Frühstückspause machen täte.
Sein Chef rief bei uns Privat an und machte meinen Mann am Telefon fertig mit den Worten "es hat seine Konsequenzen wenn du länger auf meine Nase rumtanzt, solche Sachen kannst du beim Patrick - sein "bester" Freund und Meister - machen, aber bei mir bestimmt nicht", d. h. dann er wurde von seinem Chef abgemahnt; ich meinte zu meinem Mann, dass die Abmahnung von seinem Chef nicht Rechtens sei, weil er über 10 Stunden am Tag arbeitet und ihm steht eine Frühstückspause von über 15 Minuten und Mittagspause von 45 Minuten zu.

4. Jetzt ist mein Mann krank und sein Chef ruft ihn immer wieder an, ob er doch nicht kommen könnte, weil es irgendwo "brennen" täte.

Mein Mann hat Angst seinen Job zu verlieren, aber ich als seine Frau sage mal, dass sein Chef ihn mobbt und erpresst. Sein Chef merkt, dass mein Mann angst hat seinen Job zu verlieren und er nützt meinen Mann aus.

Wie sehen Sie die Rechtslage?

Muss mein Mann um seinen Job Angst haben, wenn er sich wehrt?

Seine anderen Kollegen haben auch Familien und nehmen regelmäßig sommerurlaub, während mein Mann eine Tochter hat und er aber Urlaubssperre bekommt bzw. Urlaub auf Abruf.

Vorab vielen Dank für Ihre Hilfe

*Was ist der Unterschied: freie Wirtschaft und Handwerkskammer; ich dachte, Handwerkern seien in der freien Wirtschaft tätig?

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Sehr geehrte Ratsuchende,

so, wie Sie es schildern, wird Ihr Mann durchgehend unter Mißachtung der arbeitsrechtlichen Gegebenheiten ausgenutzt.

Wenn 12,00 EUR vereinbart sind, müssen diese natürlich auch gezahlt werden. Das Problem bei mündlichen Absprachen ist aber immer, dass dieses dann beweisen werden muss. Wenn also kein Zeuge direkt die Zusage des Stundenlohnes mitgehört hat, wird es Schwierigkeiten geben.

Gegen die ungerechtfertigte Abmahung sollte Ihr Mann vorgehen, da diese ansonsten wirklich im Raume steht.

Sofern nur Ihr Mann und nicht auch Kollegen den Urlaub wegen dringender betrieblicher Belange unterbrechen muss (was dem Grunde nach zulässig ist), stellt auch dieses eine nicht hinnehmbare Repressalien dar, zumal der Urlaub für die "Unterbrechungszeiten" weiterhin gewährt werden muss. Hier sind also auch die Belange des AN zu berücksichtigen.

Ein Recht auf die Teilnahme an Seminare gibt es nicht.

Sofern Ihr Mann arbeitsunfähig ist, braucht er natürlich nicht arbeiten.


Die Frage ist, wie weiter vorgegangen werden soll: Natürlich kann man Ihnen nicht die Angst der Arbeitslosigkeit nehmen. Es ist möglich, dass bei einer Auseinandersetzung das Arbeitsverhältnis gelöst wird.

Aber einmal ehrlich: Was soll ein solches Arbeitsverhältnis denn noch bringen? Hier kann man wirklich nur dazu raten, eine andere Arbeitsstelle zu suchen (Ich weiß, dass dieses leichter gesagt als getan ist), und dann zu kündigen. Spätestens dann sollten die Rechte auch geltend gemacht werden.

Das würde ich aber auch ohne Kündigung machen. Denn der Chef erkennt hier offenbar, dass Ihr Mann wegen der Furcht vor Arbeitslosigkeit alles mit sich machen läßt. Hier sollte man einen Riegel vorschieben. Vielleicht wird der Chef dann erkennen, was er wirklich an Ihrem Mann hat.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 04.07.2005 | 12:42

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin,

vielen Dank für die schnelle Beantwortung!

"Spätestens dann sollten die Rechte auch geltend gemacht werden"

Wie soll mein Mann sein Recht geltend machen ohne einen Rechtsanwalt? Sein Chef setzt ihn so unter Druck, mein Mann ist mir gegenüber schon so aggressiv und so übermüdet, dass mein Mann nicht mehr die Kraft hat sich zu wehren.

Sein bester Freund hat ihm auch schon gesagt, dass er bei weiteren Ärgernissen ihn nicht mehr helfen will. toller Freund, mein Gefühl sagt mir, dass er null ahnung hat von seinem Metier und nur damit angeben will, dass er seinen Meister hat.

"Sofern Ihr Mann arbeitsunfähig ist, braucht er natürlich nicht arbeiten"

Sein Chef ruft ihn aber immer wieder an und setzt ihn unter Druck. Mein Mann würde am liebsten nach dem Hausarztbesuch gleich zur Arbeit gehen, ich winkte ab, weil er dann unglaubwürdig da steht.

Mein Mann hat auch Privat keine Zeit mehr seine private Angelegenheiten (z. B. Behördengänge, TErmine bei den Banken) wahrzunehmen.

"Es ist möglich, dass bei einer Auseinandersetzung das Arbeitsverhältnis gelöst wird"

Aber dies ist doch nicht fair!! Mein Mann ackert sich zu tode und nur weil er sich gegen sein chef wehrt, kriegt er die Kündigung?? Da müsste sein Chef wirklich viele Negative Seiten von meinem Mann vorm Arbeitsgericht darlegen und den kriegt er nicht, weil mein Mann pünktlich und regelmäßig zur Arbeit geht. Er vernachlässigt ja schon die Familie und sich selber!!

"Hier sollte man einen Riegel vorschieben."

Wie soll mein Mann dies handhaben?

Mein Mann arbeit seit fast drei Jahren in dieses Unternehmen, kommt es zu einer Kündigung, hat er das Recht auf eine Abfindung, falls dies sozial ungerecht sein sollte??

Vielen Dank Maria Mattes

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.07.2005 | 13:02

Wenn die Kündigung sozial ungerechtfertigt ist, wovon auszugehen ist, gibt es im Kündigungsverfahren auch die Möglichkeit, eine Abfindung zu verlangen (1/2 Bruttogehalt pro Beschäftigungsjahr).

Für die Geltendmachung der Rechte sollte in der Tat einen Kollege vor Ort hinzuziehen. Sie hatten in der Eingangsfrage ja aschon auf einen Kollegen hingewiesen.

Zum Thema "Freundschaft" erspare ich mir die Antwort: Wer solch einen Freund hat, braucht schon keine Feinde mehr.

Geltend machen würde ich die Ansprüche schon jetzt, da ansonsten das Gericht ev. dazu kommt, eine Verwirkung (Hinnahme eines Sachverhaltes über einen längeren Zeitraum ohne Gegenwehr - einfachst ausgedrückt) anzunehmen.

Natürlich ist es unfair, wenn das dann in eine Kündigung enden sollte. Noch unfairer ist aber mE das jetzige Verhalten des Chefs.

Sofern Ihr Mann krankgeschrieben ist, sollte er einfach das Handy ausschalten, oder, wenn dieses nicht möglich ist, Anrufe des Chefs nicht entgegen nehmen.

Bewertung des Fragestellers |


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