Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Änderungskündigung > Beendigungskündigung > Abfindung

05.07.2016 11:57 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich arbeite seit vier Jahren Vollzeit in einem unbefristeten Angestelltenverhältnis (Betrieb hat > 10 Mitarbeiter, kein Betriebsrat). Ich habe vor einigen Wochen eine Änderungskündigung erhalten weil es dem Betrieb angeblich finanziell schlecht ginge und man einen Teil meiner Arbeit einsparen wolle (ab nächsten Monat 50% weniger Arbeitszeit / Lohn).

Ich habe diese unter dem Vorbehalt angenommen, dass die Kündigung nicht sozialwidrig ist und parallel Kündigungsschutzklage erhoben. Eigentlich würden nun ab dem Folgemonat bis zur Klärung die oben beschriebenen Änderungen in Kraft treten. Eine Güteverhandlung vor dem AG ist in einigen Tagen terminiert.

Nun hat der AG in der Zwischenzeit aber sein Änderungsangebot zurückgezogen und mir stattdessen eine Beendigungskündigung zugestellt. Er bietet mir eine Abfindung von zwei Monatsgehältern an wenn ich sie akzeptiere.

Akzeptieren oder ablehnen? Für mich stellen sich nun folgende Fragen:

1) Wenn ich es auf ein Gerichtsverfahren ankommen ließe: Der AG hat mir ja bereits ein milderes Mittel (Änderung) angeboten vor Aussprache der Beendigungskündigung, auch halte ich die Kündigung für sozialwidrig. Sollte festgestellt werden, dass die Kündigung unwirksam ist, würde dann mein bisheriger Angestelltenvertrag (100% Arbeitszeit/Lohn) weiter gelten oder der geänderte (50% Arbeitszeit/Lohn)?

2) Da bereits viel Porzellan zerbrochen wurde und eine Weiterführung des Angestelltenverhältnisses nicht zumutbar ist für beide Seiten: Erhöht sich dadurch, wenn die Unwirksamkeit der Kündigung festgestellt wurde, meine Chance realistisch, eine höhere Abfindung zu erhalten wenn dann doch eine Auflösung angestrebt wird?

Oder wäre eine Abfindung dann vermutlich dennoch auch mit einem halben Monatsgehalt pro Arbeitsjahr anzusetzen (mir ist bewusst, dass es kein Anrecht auf eine Abfindung gibt, es geht hier um eine Einschätzung aus Ihrer juristischen Praxis)?

Zusätzlich käme dann hinzu, dass mir rückwirkend bis zur Entscheidung ja mein entgangenes Gehalt ausbezahlt werden müsste.

3) Natürlich wäre so ein Verfahren aber eine Nervenschlacht, und wenn die Kündigung wirksam wäre erhalte ich im Endeffekt gar keine Abfindung. Würden Sie mir deshalb eher dazu raten, seine Bedingungen zu akzeptieren (2 Monatsgehälter Abfindung)?

Ich muss die Entscheidung zeitnah mitteilen und bitte deshalb um eine zeitnahe Einschätzung. Ich bin hin- und hergerissen, da es eine existenzielle Entscheidung ist. Ich (49 Jahre) wäre bei Annahme seiner Abfindung nächsten Monat arbeitslos, ziehe ich das Verfahren durch hätte ich möglicherweise noch einige Monate gewonnen und erhöhe meine Chancen auf eine bessere Abfindung, andernfalls wäre das natürlich ein Risiko und sehr nervenaufreibend.

Danke für Ihre Einschätzung und freundliche Grüße

Sehr geehrter Ratsuchender,


Ihre Fragen können wie folgt beantwortet werden:


1.)

Wenn festgestellt wird, dass die Kündigung unwirksam ist, würde Ihr bisheriger Angestelltenvertrag (100% Arbeitszeit/Lohn) weiter gelten; das Angebot zur Änderung besteht ja nicht mehr und wurde auch nicht angenommen.


2.)

Die Abfindung würde mit einem halben Monatsgehalt pro Arbeitsjahr anzusetzen sein; einen höheren Abfindungsanspruch werden Sie schwerlich durchsetzen können. Es würde eben auf die entgangenen Gehälter bis zum Beendigungszeitpunkt hinauslaufen


3.)

Ich würde Ihnen allein nach der derzeitigen Sachverhaltsdarstellung und ohne Kenntnis der Gesamtumstände, sofern die Arbeitslosigkeit droht und keine Nachfolgetätigkeit in Sicht ist, eher dazu raten, das Kündigungsschutzverfahren fortzusetzen.



Mit freundliche Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 05.07.2016 | 13:51

Sehr geehrter Herr RA Bohle,

danke für die rasche Antwort. Noch eine Nachfrage zu Punkt 1):

Wie in meinem Text erwähnt, wurde die zunächst ausgesprochene Änderungskündigung ja eben doch angenommen (aber unter Vorbehalt). Danach folgte einige Tage später die Beendigungskündigung.

Wäre bei gerichtlicher Feststellung der Unwirksamkeit der Kündigung dennoch mein bisheriger Anstellungsvertrag (100% Arbeitszeit / Lohn) weiter gültig oder fiele es auf die geänderte Version (50% Arbeitszeit / Lohn) zurück?

Danke und freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.07.2016 | 13:54

Sehr geehrter Ratsuchender,


der Vorbehalt der Annahme wurde bei der Erstantwort schon entsprechend berücksichtigt, so dass sich nichts an der Erstantwort ändert. Er gilt also der bisherige Arbeitsvertrag und nicht die reduzierte Version.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 71306 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Mir konnte geholfen werden :-) Die ausführlichen Erläuterungen waren sehr hilfreich! Danke ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr geehrte Damen und Herren, der Herr Rechtsanwalt Joachim empfehle ich wärmstens weiter. Mit freundlichen Grüssen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
kurz und knapp und trefflich ...
FRAGESTELLER