Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
484.435
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Änderung von Gesellschafterstruktur bei einer GBR (rückwirkend zum letzten Jahr)


08.01.2018 15:17 |
Preis: 39,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch



Hallo,

Ich betreibe seit 2011 mit meiner Frau eine GBR (Photovoltaik) und möchte (um Freibeträge auszunutzen) meine Kinder (über 18 Jahre) als Gesellschafter aufnehmen. (Die GBR erwirtschaftet seit 2017 steuerlichen Gewinn, die Übertragung der Anteile soll durch Schenkung zum Buchwert erfolgen).

Kann ich dies „formlos" rückwirkend zum Kalender(=Geschäfts)jahr 2017 über die Anlage_FB mit der Steuererklärung 2017 durchführen, oder hätte ich das Finanzamt vorher informieren müssen? (sprich: kann ich dies nun erst für 2018 umsetzen?)
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie können es grundsätzlich versuchen, nunmehr über die Anlage FB auch Ihre Kinder zu Beteiligten zu machen. Das Finanzamt kann, muss das aber nicht anerkennen.
Die Anerkennung von Verträgen zwischen nahen Anhehörigen bedarf üblicherweise des formgerechten Abschlusses, eines angemessenen Vertragswerkes und einer ordnungsgemäßen Durchführung. Hier fehlt es bislang an allen 3 Dingen. Damit Schenkungen wirksam sind - vor Durchführung - bedarf es des Abschlusses eines notariellen Vertrages. Für Schenkungen hat außerdem eine Anzeige an das FA zu erfolgen, damit verbrauchte Freibeträge ermittelt werden können, dies entspräche zugleich auch der ordnungsgemäßen Durchführung ggü dem FA. Wenn Sie also nun veränderte Verhältnisse melden, kann das „durchgewunken" werden. Die Wahrscheinlichkeit ist aber eher gering.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 09.01.2018 | 22:02

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Busch,

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Eigentlich hatte meine Frage (siehe auch Titel) allgemein gelautet, ob bei Änderung der Beteiligungsverhältnisse innerhalb der GBR immer eine vorherige Anzeigepflicht besteht (egal ob durch Verkauf oder durch Schenkung). Gibt es dazu Fristen und ist dies in einem Gesetzestext definiert?

Hat es Konsequenzen, wenn ich die Schenkung (ca.70.000 Euro) nicht innerhalb der gesetzlichen Frist (siehe §30) von 3 Monaten sondern erst mit einem Jahr Verspätung anzeige? (Meinem Verständniss nach kann ja eine erfolgte Schenkung nicht aberkannt werden, sondern nur eine potentielle Steuerpflicht eingefordert werden, was in diesem Fall aufgrund der Freibeträge nicht zutrifft).

Mit freundlichem Gruss

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.01.2018 | 22:26

Bei einer GbR, die kein Gewerbe angemeldet hat, besteht qua Gesetz keine unterjährige Meldepflicht eines Gesellschafterwechsels.
Ist allerdings ein Gewerbe angemeldet, so ist eine Änderung der Gesellschafter unverzüglich anzuzeigen, was sich aus der Gewerbeordnung ergibt.

Die nicht rechtzeitige Anzeige einer Schenkung droht stets, eine leichtfertige Steuerverkürzung zu werden, daher ist in jedem Fall auch dann eine Anzeige beim Finanzamt vorzunehmen, wenn keine Schenkungssteuer anfällt, denn über diese Anzeige ermittelt das FA den Verbrauch von Freibeträgen.

Eine erfolgte Schenkung kann durchaus aberkannt werden, wenn Sie nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden ist und es sich potentiell um eine steuersenkende Gestaltung handelt.
Genau deswegen wurden die Grundsätze entwickelt nach denen sich die Anerkennung von Verträgen zwischen Angehörigen/Familienmitgliedern richtet. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, muss das Finanzamt die behaupteten Rechtsgeschäfte nicht beachten.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 61064 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Mein Erstnutzer-Eindruck : kompetent und schnell - unbedingt weiterzuempfehlen. Eine der sinnvollsten Internetseiten die ich kenne. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Unsere Fragen wurden konkret beantwortet. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Hat uns sehr geholfen Können so mit guten Voraussetzungen im einem Rechtsstreit gehen. Vielen Dank und gerne wieder Sehr zu empfehlen ...
FRAGESTELLER