Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Änderung des Erbanteils


| 14.03.2006 00:05 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Nachdem ich vor fast einem Jahr der Erteilung des Erbscheins zu je 1/2 für mich und meinen Bruder zugestimmt habe, stelle ich nun nach Kenntnis aller Schenkungen an meinen Bruder fest, daß es u.U. besser gewesen wäre, den Pflichteil zu verlangen. Kann ich jetzt noch eine Äderung beantragen? Das Erbe ist bereits ausgezahlt!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender ich möchte Ihre Frage wie folgt beantworten:

Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.
Leider ist Ihren Ausführungen nicht zu entnehmen, ob sie durch Testament Erbe geworden sind oder durch gesetzliche Erbfolge.

Vorraussetzung einer Pflichtteilsberechtigung ist ein gesetzliches Erbrecht, welches nur deshalb nicht zum Zuge kommt, weil der Erblasser es im Rahmen seiner Testierfreiheit durch Verfügung von Todes wegen, d.h. durch Testament, ausgeschlossen hat.

Als Sohn des Erblassers sind Sie gesetzlicher Erbe Ihres Vaters.
Sollten Sie also im Rahmen einer gesetzlichen Erbfolge zur Hälfte Erbe geworden sein, so fehlt es bereits an einer Pflichtteilsberechtigung.

Sollten Sie im Rahmen eines Testaments zur Hälfte Erbe geworden sein, so wurden Sie durch dieses mögliche Testament, nicht von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen und es fehlt auch hier eine Pflichtteilsberechtigung.

Von diesem Grundsatz gibt es Ausnahmen:

Ist einem Pflichtteilsberechtigtem ein Erbteil hinterlassen worden, der geringer ist als die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, so kann der Pflichtteilsberechtigte von den Miterben als Pflichtteil den Wert des an der Hälfte fehlenden Teils verlangen.
Diese Ausnahme wird Ihnen nicht weiterhelfen, da sie die Hälfte bekommen haben.

Sollte Ihr Erbteil größer als Ihr Pflichtteil sein, was hier wohl der Fall ist, dann könnten Sie die Erbschaft ausschlagen und den Pflichtteil verlangen aber nur dann, wenn Ihr Erbteil durch Testament mit Beschränkungen oder Beschwerungen belastet worden sind. Die Ausschlagungsfrist beträgt sechs Wochen ab Erbfall und Kenntnis der Belastungen. Da bereits ein Jahr verstrichen ist, wäre wohl die Frist auch bereits abgelaufen.

Wird eine Erbschaft von Anfang an ausgeschlagen, so geht auch der Pflichtteil verloren.

Somit sehe ich für Sie keine Möglichkeit einen Pflichtteil zu verlangen.

Da Sie Schenkungen ansprechen, so ist eher an eine Ausgleichspflicht zwischen den Abkömmlingen zu denken. Dies lässt sich hier aber auf Grund fehlender Angaben Ihrerseits leider nicht klären.

Ich hoffe Ihnen einen Überblick verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwältin
Sylvia Vetter



Nachfrage vom Fragesteller 14.03.2006 | 15:09

Ich möchte meine Anfrage konkreter formulieren. Vor fast einem Jahr habe ich und mein Bruder per Testament jeweils eine Hälfte dessen geerbt und auch schon erhalten, was noch als Erbmasse vorhanden war. Im Jahre vor dem Tod des Erblassers hat mein Bruder ein ganzes Haus und verschiedene andere Zuwendungen geschenkt bekommen, von denen ich erst später erfuhr. Je nach Einschätzung des Hauswertes könnte es dann sinnvoller gewesen sein, nicht die Hälfte der Erbmasse sondern den Pflichtteil zu fordern, da ja für die Ermittlung des Pflichtteils alle Schenkungen plus Erbteil bei meinem Bruder addiert worden wären und somit für mich ein höherer
Erbanteil herausgekommen wäre. Kann ich jetzt nach fast einem Jahr noch den höheren Pflichtteil anstelle des bereits erhaltenen halben Anteils fordern?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.03.2006 | 15:14

Sehr geehrter Ratsuchender ich möchte Ihre Nachfrage aufgrund Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Dadurch, daß Sie durch Testament zur Hälfte geerbt haben, wurden Sie nicht von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen. Sie sind deshalb nicht Pflichtteilsberechtigter. Sie könnten schon gar keinen Pflichtteil verlangen. Ausgleichansprüche nach dem Pflichtteilsrecht kommen für Sie auch nicht in Betracht.

Auch ist Ihre Auffassung bezüglich der Berechnung des Nachlasses zu korrigieren, denn bei der Berechnung des Pflichtteils wird der Bestand und der Wert des Nachlasses zur Zeit des Erbfalls zu Grunde gelegt. Nicht das Vermögen Ihres Bruders!

Eine Ausgleichspflicht sieht § 2052, § 2050 BGB vor. Danach sind Abkömmlinge verpflichtet, dasjenige, was sie von dem Erblasser als Ausstattung bei dessen Lebzeiten erhalten haben, bei der Auseinandersetzung zur Ausgleichung zu bringen, soweit nicht der Erblasser bei der Zuwendung etwas anderes angeordnet hat. Die Ausstattung sind Zuwendungen des Erblassers, die er seinem Abkömmling zur Verheiratung oder Begründung einer Lebensstellung gemacht hat.
Ob diese Voraussetzungen bei Ihnen vorliegen, müsste vor durch einen Anwalt geklärt werden, denn es muß hier geprüft werde, ob ein Anspruch besteht und wenn ja wie hoch dieser ist.

Grundsätzlich ist aber zu sagen, wenn eine Ausgleichpflicht bestehen sollte, diese aber bei der vollständigen Auseinandersetzung des Nachlasses Unterblieben ist, besteht ein bereicherungsrechtlicher Anspruch gegen den Miterben. Auch wenn die Auseinandersetzung bereits ein Jahr zurückliegt.

Ich hoffe Ihnen geholfen zu haben und wünsche Ihnen noch viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Vetter
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Antwort ist umfassend und aussagekräftig. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER