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Änderung der Unternehmeridentität - Auswirkung auf Gewerbeverlust?

12.04.2013 15:24 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Zusammenfassung: Es besteht kein Zusammenhang des Gewerbeertrages einer Kapitalgesellschaft mit den Wechsel des Gesellschafters.

Ich habe 1987 eine Bauträger GmbH zu 100% erworben.
Die Unternehmensidentität ist erhalten geblieben, die Unternehmeridentität hat sich zu 100% geändert.
Hatte das 1987 auch schon Auswirkungen auf den Gewerbeverlust und dessen Vortrag für die weiteren Jahre?

-- Einsatz geändert am 12.04.2013 19:15:32

Sehr geehrte Fragestellerin,

Vielen Dank für die eingestellte Frage. Diese möchte ich aufgrund ihrer Sachverhaltsangaben und in Ansehung des Einsatzes wie folgt beantworten.

Der ermittelte maßgebende Gewerbeertrag kann um die Fehlbeträge gekürzt werden, die sich bei der Ermittlung des maßgebenden Gewerbeertrags für die Vorjahre ergeben haben, soweit diese noch nicht berücksichtigt wurden (Verlustvortrag). Ab 2004 können vorgetragene Verluste nur noch bis zu einem Betrag von 1.000.000 Euro verrechnet werden. Der verbleibende Betrag an positiven Einkünften kann bis zu 60 % um vorgetragene Verluste gemindert werden. Voraussetzung für den Verlustvortrag ist bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften die Unternehmensidentität und die Unternehmeridentität.

Unternehmensidentität bedeutet, dass der Betrieb in dem Jahr, in dem der Verlustvortrag durchgeführt werden soll, identisch ist mit dem Betrieb, der im Jahr der Entstehung des Verlustes bestanden hat. Unternehmeridentität bedeutet, dass der Gewerbetreibende, der den Verlustabzug in Anspruch nehmen will, den Gewerbeverlust zuvor in eigener Person (wirtschaftlich) erlitten haben muss. Wechselt in einer Personengesellschaft einer von mehreren Gesellschaftern (Mitunternehmern) geht der Verlust anteilig verloren.

Dies ist jedoch vorliegend nicht relevant, da es sich nach Ihrem Sachverhaltsvortrag um eine reine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) handelt. Diese ist eine Kapitalgesellschaft und damit eine juristische Person, welche durch Ihre Organe handelt und selbst (ohne Rückgriff auf die Gesellschafter) am Rechtsverkehr teilnehmen kann. Dies gilt insbesondere auch für das Steuerrecht, so dass hier die GmbH Schuldner der Gewerbesteuer ist. Sie selbst erleidet Verluste, die über den Verlustvortag in das nächste Geschäftsjahr „mitgenommen" werden können. Solange die GmbH nicht untergeht, stellt sich hier die Frage der Unternehmensidentität bzw. Unternehmeridentität nicht und hat auch insoweit keinen Einfluss auf die Rechte und Pflichten der Gesellschaft.

Ihr Kauf hatte damit keinen Einfluss auf den Gewerbeverlust der GmbH, auch nicht für die Folgejahre.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle, Rechtsanwalt

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