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Änderung der Reiseroute auf Kreuzfahrt

13.10.2014 16:17 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Zusammenfassung: Minderungsansprüche bei Reiseroutenänderungen, die von außen einwirkenden Ereignissen geschuldet sind, werden schwer durchsetzbar sein.

Am 27.12. 2013 buchtenn wir über einen Reisedienst eine Kreuzfahrt mit dem Logo. " Große Schwarzmeerkreuzfahrt in der schönsten Jahreszeit" für die Zeit vom 03.10. bis 14.10.2014.

Im Juli 2014 erhielten wir vom Reisedienst die Information, dass die Häfen auf der Halbinsel Krim - Odessa und Jalta - aufgrund der aktuellen politischen Situation modifiziert werden.
Als Ersatz sollten Rumänien ( Constanta ) und Bulgarien ( Burgas ) angelaufen werden.

Während der Kreuzfahrt - 27.09. 14 - wurden wir in Istanbul von einer weiteren Änderung der Reiseroute wegen schlechter Wetterbedingungen ( Sturm ) in Kenntnis gesetzt. Rumänien und Bulgarien wurden gestrichen und dafür Marmaris und Dubrovnik angelaufen.

Wir haben die erneute Routenänderung bereits auf dem Schiff reklamiert.

Haben wir einen Anspruch auf teilweise Rückerstattung des Reisepreises, da 4 andere Häfen als gebucht angelaufen wurden und die Reise ncht mehr der Buchung bzw. Werbung entsprach?

Mit freundlichen Grüßen
Eingrenzung vom Fragesteller
13.10.2014 | 16:27

Sehr geehrter Fragesteller/in,

ich möchte Ihre Anfrage anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten:

"Haben wir einen Anspruch auf teilweise Rückerstattung des Reisepreises, da 4 andere Häfen als gebucht angelaufen wurden und die Reise ncht mehr der Buchung bzw. Werbung entsprach?"

Gemäß § 651a BGB kommt es hierzu zwingend auf die mit der Reisegesellschaft geschlossenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen an, die Sie sich vom Unternehmen geben lassen müssten. Ohne deren Prüfung kann ich die Frage nur bedingt beantworten. Gegebenenfalls finden Sie diese auch im Internet.

Soweit in den Geschäfts- bzw. reisebedingungen die Änderung der Reiseroute vorbehalten ist, kommt es gemäß § 651a BGb nur noch darauf an, ob die Änderungen so erheblich sind, dass sie zu Beeinträchtigungen geführt haben.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, waren die Änderungen der Reiseroute sämtlichst von außen einwirkenden Ereignissen geschuldet, die die Reisegesellschaft nicht beeinflussen konnte. Insofern dienten die Änderungen auch Ihrem Schutz. Hier Schadensersatz- oder Minderungsansprüche durchzusetzen dürfte bereits deswegen schwierig sein.

Einmal angenommen, wir kämen zu einem Anspruch, wäre dieser gemäß §§ 651 d i.V.m. 638 BGB zu bemessen. Danach ist die Vergütung um den Wert zu mindern, in welchem zur Zeit des Vertragsschlusses der Wert der Reise in mangelfreiem Zustand zu dem wirklichen Wert gestanden haben würde. War eine Reise, wie Sie von Ihnen durchgeführt wurde also tatsächlich billiger als eine Reise, wie sie hätte durchgeführt werden müssen, wenn alle Ziele angelaufen worden wären. Die Minderung wäre hier also kaum darstellbar.

Wir können daher hier wegen eines erheblichen Risikos von einer Klage nur abraten.


--------------------------------------------
Ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste Orientierung in der Sache geben konnte. Um eine rechtssichere Antwort geben zu können, müsste ich mir den Reisevertrag, insbesondere die Gesellschaft ansehen.


Sollte sich der Sachverhalt doch etwas anders darstellen, nutzen Sie bitte die Nachfrage.

Sie können mich jederzeit über die Kontaktdaten in meinem Profil erreichen und auch in anderen Angelegenheiten beauftragen.


Rechtsanwalt Andreas Tertel

Nachfrage vom Fragesteller 13.10.2014 | 17:27

Sehr geehrter Herr RA Tertel,

Die AGB lagen uns vor, in denen eine Änderung der Reiseroute vorbehalten ist.
Internetrecherchen zu diesem Thema lassen aber die Vermutung zu, dass bei einer erheblichen !!! Änderung der Route - ( - die 4mal geänderten Häfen - also von Schwarzmeerkreuzfahrt konnte keine Rede mehr sein - Istanbul war das letzte Ziel in dieser Richtung- ) trotz AGB der Reederei ein Ausgleichsanspruch möglich ist.

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.10.2014 | 09:17

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich hiermit gern beantworten möchte:

Sie haben nun bestätigt, dass sich die Reederei mit der Sie unterwegs waren Änderungen der Reiseroute vorbehalten hat.

Daher konnten eben auch Änderungen vorgenommen werden. Ob diese Änderungen für Sie nun so schwerwiegend waren, dass Sie zu einer Minderung berechtigen, ist zu prüfen.

Auch das Gericht betrachtet insoweit die Fakten und muss natürlich fragen, ob es entsprechende Gründe für eine Änderung der Route gab. Was hätten Sie beispielsweise davon gehabt, bei einem Sturm in Gefahr zu geraten oder durch kriegerische Auseinandersetzungen in Mitleidenschaft gezogen zu werden.

Es war also auch für den Kapitän des Kreuzfahrtschiffes hier im Vorhinein nicht möglich die Sachlage 100%ig einzuschätzen. Er ist jedem Risiko aus dem Weg gegangen.

Anders wäre es hier gewesen, wenn die Reederei bereits vor Reiseantritt die Routenänderung bekannt gegeben hätte. Dann wären Sie unter Umständen zum Rücktritt von der Reise berechtigt gewesen und man hätte Ihnen eine gleichwertige Reise anbieten müssen oder Sie hätten Ihr Geld zurück erhalten. Als man Ihnen also im Juli mitteilte, dass sich die Reiseroute ändern wird, hätten Sie kostenfrei zurücktreten können. Dies ist im Gesetz so vorgesehen. Sie haben die Reise jedoch trotz dieses Wissens angetreten.

Wenn Sie das Kostenrisiko nicht scheuen, können Sie natürlich die Rechtslage durch ein Gericht überprüfen lassen und mir das Ergebnis mitteilen. Gern lasse ich mich eines besseren belehren. Ich gebe jedoch zu bedenken, dass Sie im Falle des Unterliegens sämtliche Kosten zu tragen haben, soweit keine Rechtsschutzversicherung besteht, die den Fall übernimmt. Für eine Klage stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Im Übrigen habe ich nicht gesagt, dass es unmöglich ist, dass ein Gericht hier eine Reisepreisminderung feststellt, es besteht aber wegen des von Ihnen geschilderten Sachverhalts ein erhebliches Risiko.

Ich hoffe, ich konnte auch Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten. Sollten Sie sich immer noch nicht sicher sein, empfehle ich Ihnen mit sämtlichen Reiseunterlagen und einer genaueren Schilderung der Umstände an einen Kollegen in Ihrer Nähe zu wenden.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Tertel

FRAGESTELLER 13.10.2014 2,4/5,0
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