Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Änderung Arbeitszeugnis (Anspruch/Fristen/Kosten)

10.06.2020 15:17 |
Preis: 30,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Guten Tag,

das Arbeitsverhältnis endete per Ende Oktober 2019 auf Wunsch des AN.

Der Anstellungsvertrag (leitender Angestellter) enthielt folgende Ausschlussklausel

"Alle Ansprüche aus und in Zusammenhang mit dem Anstellungsverhältnis verfallen, wenn sie nicht binnen einer Frist von drei Monaten nach Fälligkeit in Textform geltend gemacht werden. Lehnt der Anspruchgegner den Anspruch ab oder äußert sich nicht innerhalb von zwei Wochen nach Geltendmachung in Textform, verfallen die Ansprüche, wenn sie nicht innerhalb von drei Monaten nach der Ablehnung oder nach dem Ablauf der Äußerungsfrist gerichtlich geltend gemacht werden."

Das erteilte Arbeitszeugnis erhielt der AN ca. Ende November / Mitte Dezember 2019 per Post (kein Einschreiben, also kein exakter Nachweis des Zugangs für beide Seiten)

Nun möchte der AN mindestens eine Passage ändern lassen:
(Abschlusssatz)

"Wir danken Herrn NAME für die stets gute Zusammenarbeit und wünschen ihm für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg viel Erfolg und alles Gute."

Im ersten Jahr nach meiner Übernahme der Filiale steigerte sich der durch mich verantwortete Gewinn des Betriebes um 22% (absolut) und um ca. 25% je Stk. (die Stückbetrachtung ist in dem Unternehmen ebenfalls sehr wichtig).

Ab dem zweiten Jahr (von insg. 2,5 Jahren) kann ich nicht mehr detailliert nachsehen, da ich durch Datenträgerverlust nicht mehr auf die Zahlen zugreifen kann, aber auch dort gab es herausragende Monate und die Tendenz war positiv.

Daher möchte ich insbesondere die o.g. Schlussformel in etwas sinngemäßes ändern lassen wie "danken für die stets guten Leistungen und weiterhin viel Erfolg und alles Gute"

Der AG gibt aber auf Wünsche ehemaliger MA nichts und wird sich zu 100% nicht durch Bitten bewegen lassen die Änderung vorzunehmen.

Wie stehen meine Chancen und wie wäre der Weg zu meinem Ziel zu beschreiten?

Bitte bei der Antwort die verstrichene Zeit (bzgl. Fristen) beachten.
Darf ich davon ausgehen, dass meine RSV die Kosten dafür trägt, da Arbeitsrecht inkludiert ist?

Ich bitte die Antwort nicht durch Herrn RA Otto oder einen Anwalt in Verbindung zur Kanzlei "Schwarzer Bär, Hannover" zu erstellen. Leider sind mir Ihre Antworten auf diesem Portal oft zu knapp.

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Die von Ihnen angesprochene Klausel, dass sämtliche Ansprüche, die in Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis stehen, verfallen, wenn sie nicht innerhalb einer Frist von drei Monaten geltend gemacht werden, findet sich in fast jedem Arbeitsvertrag und wird häufig übersehen.

Die Frist besagt, dass nach Ablauf dieser drei Monate keine Ansprüche mehr aus dem Arbeitsverhältnis geltend gemacht werden können, sei es an den Arbeitgeber, aber auch an den Arbeitnehmer.


2.

Sie haben das Zeugnis Ende letzten Jahres erhalten, so dass die Dreimonatsfrist verstrichen ist.

Das bedeutet für Sie aber auch, dass Sie gegenüber dem Arbeitgeber keine Ansprüche haben, das Zeugnis abändern zu lassen.


3.

Ein Arbeitszeugnis ist nach einem bestimmten Schema aufgebaut und die Passage, die Sie geändert sehen möchten, ist in dieser Form korrekt, wobei man noch hätte einfügen können, dass man Ihr Ausscheiden aus dem Betrieb bedaure.

Soweit Sie die Schlussformel dahingehend geändert sehen wollen, dass doch (nochmals) Ihre Leistungen bewertet werden, ist anzumerken, dass diese Bewertung weiter oben im Zeugnis zu erfolgen hat. In die Schlussformel gehört eine Leistungsbewertung nicht.


4.

Grundsätzlich würde Ihre Rechtsschutzversicherung, sofern das Risiko des Arbeitsrechts mitumfasst ist, die Kosten tragen. Zu beachten ist aber die Selbstbeteiligung.

Allerdings sind das rein hypothetische Überlegungen, da aufgrund des Ablaufs der Dreimonatsfrist keine Erfolgsaussicht besteht, das Zeugnis noch ab ändern zu lassen.

Aber nur am Rande: So wichtig, wie es ihnen erscheinen mag, ist die von Ihnen angedachte Änderung der Schlussformel nicht. Das Augenmerk sollten Sie auf die Beurteilung richten (stets zu unserer vollen Zufriedenheit oder ähnlich). Das ist ein wichtiger Gesichtspunkt.

Das heißt, aufgrund der Tatsache, dass Sie das Zeugnis nicht mehr abändern lassen können, entsteht kein Nachteil.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 75859 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sachlich und verständlich wurde meine Fragen beantwortet und die Möglichkeiten wurden grundsätzlich erklärt. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super-Job! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herzlichen Dank ...
FRAGESTELLER