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Änderung Abfligzeitum fast 11 Stunden - Optionen

14.08.2008 23:38 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger


Ich habe vor 3 Monaten bei ebookers (www.ebookers.de) einen Flug f. 2 Personen von Amsterdam nach Auckland (Neuseeland) für Hin Mitte Dezember / Rück Anfang Januar gebucht (Kosten zus. 2600 EUR).

Ich habe folgenden Flugplan erhalten:
1.) Amsterdam Fr, 17:40 - Peking Sa, 09:55 (KLM)
2.) Peking, Sa 12:30 - Auckland , So 06:30 (Air NewZealand)

In der Buchungsbestätigung der beiden Flüge steht als Status
"Confirmed".

Ich habe dann noch direkt bei der Fluggesellschaft (Air New Zealand) -
und nicht bei ebookers - einen zus. Inlandsflug (Flug 3.)) am So um 10:00 von Auckland nach Queenstown gebucht um zu meinem Reiseziel zu kommen, und vorher bei transavia einen Flug von meinem Heimatort nach Amsterdam (Flug Nr. 0.)

Nun erhalte ich 3 Monate vor Abflug von ebookers eine Meldung, dass die
Abflugzeit des 2.) Fluges ab Peking von Sa 12:30 auf Sa 23:00 am selben
Tag nach hinten verlegt wurde, Ankunft dann So, 17.00.

Zum einen hätte ich nie einen Flug gebucht, bei dem ich knapp 11 Stunden
auf dem Flughafen Peking verbringen muss (da Visumspflicht, kann man
nicht einmal die Stadt besichtigen) und außerdem kann ich nun meinen
Anschlußflug Nr 3. nicht erreichen.

In den AGB von ebookers wird das folgende aufgeführt:
"Änderungen und Abweichungen einzelner Reiseleistungen vom vereinbarten
Inhalt des Reisevertrages - Änderung der Flugzeiten, des Programmablaufs
einzelner Bestandteile der Reise oder ähnlicher Dinge -, die nach
Vertragsschluss notwendig werden und die von ebookers nicht wider Treu
und Glauben herbeigeführt wurden, sind gestattet, soweit sie nicht
erheblich sind und den Gesamtzustand der gebuchten Reise nicht
beeinträchtigen."

Ich bin allerdings davon ausgegangen, dass der Status "Confirmed" in
meiner Buchungsbestätigung auch heisst, dass dieser Flugplan fix ist
(unvorhergesehene Dinge wie Wetter, Krieg o.ae. natuerlich ausgenommen).
Wie sonst soll ich denn - gerade bei einer so großen Distanz von 18000
km eine seriöse Reiseplanung hinbekommen?

Immerhin bietet mir ebookers an, die bei ihnen gebuchten Flüge 1+2 kostenlos zu stornieren. Ich bleibe damit momentan noch auf meinem Inlandsflug von Air New Zealand und dem Zubringerflug nach Amsterdam sitzen (Kosten zus. 400,00 EUR) sollte ich nicht fliegen.

Ich habe jetzt Fragen zu meinen Optionen:

a) Ist die Flugzeitänderung mit 10,5h und der nicht erreichbare
Anschlußflug "erheblich und der Gesamtzustand der gebuchten Reise
beeinträchtigt"?

b) Habe ich Ansprüche gegen ebookers und/oder Air New Zealand, so dass diese mir den Preis für den Zubringer- (0.) und Anschlußflug (3.) ersetzen, sollte ich diese nicht storniert bekommen?

c) Sollte ich den neuen Flugplan annehmen, wird in Auckland eine Übernachtung nötig - ist Air New Zealand oder ebookers verpflichtet, mir diese zu ersetzen?

Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragensteller,

Ihre Online-Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen summarisch wie folgt beantworten:
Soweit Sie „nur“ die Flüge gebucht haben, liegt wohl kaum eine Pauschalreise vor, so dass die Anwendbarkeit der reiserechtlichen Bestimmungen entfällt.
Das Portal wäre insoweit nur Vermittler der Flugleistung woraus eine Haftung (Beratungsverschulden ist nicht erkennbar) ausscheidet.
Damit blieben Ansprüche aus dem reinen Flugreise-Vertrag. Die EU-FluggastVO 261/2004 sieht insoweit kein Entschädigungsleistungen vor, wenn von der Flugverschiebung mehr als 2 Wochen im Voraus der Reisende unterrichtet wurde.
Ob darüber hinaus Ansprüche gegen die Airline durchsetzbar sind, müsste weiter geprüft werden. Zunächst wäre zu hinterfragen, welche Unterlagen Ihnen vorlagen bzw. von der Airline übermittelt wurden. Weiterhin müsste der Ursprung des „confirmed“ überprüft werden. Gleichfalls müssten die evtl. einbezogenen AGBs der Airline berücksichtigt werden.
Kommt man zu dem Ergebnis eines zu den erstgenannten Zeiten geschuldeten Fluges, dürfte sich der Schadenersatzanspruch entsprechend ergeben:

„1. Der Luftbeförderungsvertrag ist ein absolutes Fixgeschäft, so dass bei einer erheblichen Verschiebung der Flugzeiten Unmöglichkeit eintritt und ein Schadensersatzanspruch des Fluggastes dem Grunde nach besteht.
2. Eine siebeneinhalbstündige Flugvorverlegung ist eine erhebliche Verschiebung, die der Fluggast nicht hinzunehmen braucht.“
(AG Düsseldorf RRa 2005, 135)

Hierunter würden die Kosten eines Hotelaufenthaltes bei Akzeptanz der Flugzeiten aber nicht fallen.

Ich hoffe, Ihren einen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine umfassende Prüfung an Hand aller Unterlagen nicht ersetzen kann. Für Rückfragen und die weitere Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Steininger
Rechtsanwalt

www.anwalt-for-you.de


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