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Adoption von Erwachsenen


01.01.2005 23:58 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe zwei Fragen zum Thema „Adoption von Erwachsenen“:

Sachstand:
Mein Vater hat nach dem Tod meiner Mutter wieder geheiratet (1988). Seine neue Frau (Jahrgang 1944 wie meine Mutter) hat in die Ehe ein kleines Vermögen gebracht und keine eigenen Kinder. Auch mein Vater hat neben mir keine weiteren Kinder.
Meine „Eltern“ wollen nun ein Testament machen und sich gegenseitig als Erben mit mir als Nacherben einsetzen. Vor dem Hintergrund sind wir nun auf das Thema Erbschaftssteuer gekommen und überlegen, ob eine Adoption von mir durch die neue Ehefrau sinnvoll ist, um einen höheren Freibetrag zu erhalten.

Fragen zum Ablauf:
Im Internet bin ich auf die §§ 1767, 1772, 1756 Abs. 2 BGB gestoßen. Daraus entnehme ich, dass zuerst ein notarieller Vertrag notwendig ist, welcher dann beim für mich zuständigen Vormundschaftsgericht eingereicht wird. Hieraus ergibt sich meine erste Frage: Meine „Eltern“ wohnen mehrere hundert Km von mir entfernt. Muss die Adoptionsabsicht "gleichzeitig" vor einem Notar beurkundet werden, oder kann "Angebot" durch meine Stiefmutter und "Annahme" durch mich von verschiedenen Notaren an unseren Heimatorten beurkundet werden ?

Die zweite aber für mich wesentlichere Frage ergibt sich aus dem „Eltern-Kind-Verhältnis“ auf das in den §§ Bezug genommen wird. In wie weit muss dieses bekundet oder „nachgewiesen“ werden? Ich habe z.B. nie in dem Haushalt meines Vaters mit seiner neuen Ehefrau gewohnt. Kommt es nach Einreichung des notariellen Vertrages beim Vormundschaftsgericht zu einer Anhörung oder reicht der notarielle Vertrag aus? Welche Art eines Mutter-Kind-Verhältnisses erwartet das Gericht unter Erwachsenen ? Dies ist mir nicht klar geworden.

Mir ist bewusst, dass sich aus der Adoption nicht nur Rechte, sondern auch gesetzliche Pflichten ergeben. Und mir ist bekannt, dass mein Ehemann diesem Vertrag zustimmen muss.

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Guten Morgen,

die Volljährigenadoption ist immer im Gegensatz zu der Adoption von Minderjährigen die Ausnahme. Daher resultiert auch die Einschränkung des Gesetzes, daß eine Volljährigenadoption nur dann auszusprechen, wenn sie sittlich gerechtfertigt ist.

Hier ist ein bestehendes Eltern-Kind-Verhältnis stärkstes Indiz für diese sittliche Rechtfertigung. In die notarielle Urkunde sollten deshalb sämtliche Punkte, die für ein Eltern-Kind-Verhältnis sprechen mitaufgenommen werden ( gemeinsame Interessen, bisheriger Lebensweg etc). Die Tatsache, daß Sie nicht mehr im Elternhaus leben, ist dabei nicht hinderlich, da dies bei einer Volljährigenadoption je nach Alter des Anzunehmenden meist die Ausnahme sein wird. Da von Seiten des Gerichtes im Regelfall keine Anhörung vorgenommen wird, ist es wichtig, daß dieser Punkt so ausführlich wie möglich ausfällt, da das Gericht allein anhand des Antrages entscheidet.

Für die Vornahme der Adoption sind zwei Anträge, die beide notariell erfolgen müssen, erforderlich, nämlich Ihr Antrag und der Antrag der Annehmenden. Es handelt sich also nicht um Angebot und Annahme, sondern um zwei eigenständige Anträge. Es ist nicht erforderlich, daß beide Anträge in einer Urkunde aufgenommen oder bei einem Notar beurkundet werden. Sie können also Ihren Antrag in Ihrem Heimatort stellen, Ihre Stiefmutter in deren Heimatort. Sinnvoll ist dann natürlich, daß die Anträge aufeinander abgestimmt werden, damit die Schwerpunkte etwa hinsichtlich der Motivation zur Adoption übereinstimmen. Aus diesem Grund werden in der Regel beide Anträge schon der Optik halber in einer Urkunde verbunden. Zwingend erforderlich ist dies aber nicht.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de
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