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Adoption möglich?

01.11.2005 21:44 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann


Sachverhalt: Mein Verlober H. hat vor 25 Jahren einen Sohn J. mit in seine zweite ( seit März 2005 geschiedene)Ehe gebracht; Sohn J. wurde nicht von seiner Stiefmutter A. adoptiert. Er ist jetzt 29 Jahre alt, lebt und arbeitet in Heidelberg. Der Kontakt zu beiden "Elternteilen" ist regelmäßig und gut.

Meine Fragen:
1. Wird das Kind J. bei Heirat meines Verlobten H. (=leiblicher Vater von J.) und mir juristisch gesehen mein Stiefkind? Oder bleibt sein "Familienstatus" unverändert?

2. Kann das Kind J. zum jetzigen Zeitpunkt noch von seiner Stiefmutter A. adoptiert werden? Wenn ja, ist dies auch noch möglich, wenn der leibliche Vater H. des Kindes J.und ich verheiratet sind?

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:

ad 1)

Der Sohn Ihres Verlobten würde mit der Heirat Ihr "Stiefsohn" werden. Rechtliche Auswirkungen wie bei einer Adoption wird dies in der Praxis aber nicht haben, da er dadurch keine Ansprüche gegen Sie erlangt. Der Begriff der "Stiefmutter" an sich ist im Familienrecht nicht bekannt und der damit beschriebene Zustand begründet auch kein Verwandschaftsverhältnis. Insbesondere sind Sie ihm nicht zum Unterhalt verpflichtet, auch steht ihm kein Erbanspruch zu, da Sie ihn durch die Heirat ja nicht adoptieren, also als eigenes Kind annehmen.

Das Gesetz enthält außerdem nur wenige Regelungen, die für Stieffamilien bedeutsam sein können, so z.B. ein Umgangsrecht der Stiefeltern (§ 1685 BGB) wenn sie mit dem Kind längere Zeit in häuslicher Gemeinschaft gelebt haben. Auch besteht die Möglichkeit, eine Verbleibensanordnung zugunsten des Stiefelternteils nach dem Tod des leiblichen Elternteils zu erlassen (§ 1682 BGB), was in Ihrem Falle aber auch nicht von Bedeutung sein wird, da der Sohn ja bereits volljährig ist.

ad 2)

J kann auch nach Ihrer Heirat mit seinem Vater noch von A adoptiert werden. Die Adoption Volljähriger richtet sich nach den §§ 1767 ff. BGB. Dazu bedarf es aber einer "sittlichen Rechtfertigung", und natürlich kann dies nicht ohne Zustimmung des J geschehen.

Dieser müsste die Adoption gem. § 1768 BGB sogar ausdrücklich gemeinsam mit A beantragen. Die Zustimmung der leiblichen Eltern ist dazu nicht erforderlich.

Eine sittliche Rechtfertigung ist nach dem Gesetz "insbesondere anzunehmen, wenn zwischen dem Annehmenden und dem Anzunehmenden ein Eltern-Kind-Verhältnis bereits entstanden ist".


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.



Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt



--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395

www.andreas-schwartmann.de


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