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Adoption für Erbe


| 30.10.2010 01:14 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von



Guten Tag,

der Vater eines in den 80ér Jahren verstorbenen Freundes möchte mir etwas gutes tun und mir im Falle seines Todes, sein Haus vererben. Seine Frau ist ebenfalls schon verstorben und weitere erbberechtige Angehörige gibt es auch nicht mehr.
Um aber die hohen Erbschafts/Schenkungssteuern zu umgehen, möchte er mich gerne adoptieren.
Meine Fragen wären:

a) könnte er mich überhaupt adoptieren - da meine leiblichen Eltern beide noch leben
b) könnte ich meinen Namen behalten - falls nicht - wäre ein Doppelname möglich (also eine Kombination aus seinem und meinem "alten" Namen?)
c) welche Rechte hätten noch meine leiblichen Eltern (z.B. es käme der Fall auf, dass ich ein Formular auszufüllen hätte, bei dem ich die Namen der Eltern eintragen müsste - was trage ich denn dann dort bitte ein?? :)
d) falls es klappen sollte und ich als Erbe eingetragen würde - wann wird die Erbschaftssteuer fällig? Sofort oder erst beim ableben? Wie hoch ist diese Steuer zur Zeit?
e) falls es mit der Adoption klappen sollte - welche Pflichten hätte ich gegenüber meinem Adoptivvater?
f) gibt es außer Schenkung (hohe Schenkungssteuer) und vererben - ohne ein Verwandter zu sein (auch recht hohe Abgaben), Alternativmöglichkeiten?

Vielen Dank vorab für ihre Hilfe!
Alexander
30.10.2010 | 07:44

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne unter Berücksichtigung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes wie folgt beantworte. Ich weise darauf hin, dass das Hinzufügen bzw. Weglassen von wesentlichen Sachverhaltsbestandteilen zu einem völlig anderen rechtlichen Ergebnis führen kann. Dieses Medium dient dazu, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung zu verschaffen, kann und soll keinesfalls die Beratung bei einem Kollegen vor Ort ersetzen.

Dies vorausgeschickt gehe ich auf Ihre Fragen wie folgt ein:

a) könnte er mich überhaupt adoptieren - da meine leiblichen Eltern beide noch leben

Eine Erwachsenenadoption ist auch dann möglich, wenn die leiblichen Eltern noch leben. Die Annahme als Kind muss aber sittlich gerechtfertigt sein, d.h. gegenüber dem Vormundschaftsgericht muss nachgewiesen werden, dass zwischen Ihnen und dem Annehmenden eine einem Eltern-Kind-Verhältnis ähnliche Verbindung seit langer Zeit besteht. Eine Adoption alleine aus finanziellen oder steuerlichen Aspekten wird hingegen durch das Gericht nicht anerkannt.

b) könnte ich meinen Namen behalten - falls nicht - wäre ein Doppelname möglich (also eine Kombination aus seinem und meinem "alten" Namen?)

Durch die Adoption erhalten Sie automatisch den Familiennamen Ihres Adoptivvaters. Ein Antrag auf einen Doppelnamen kann bei Gericht gestellt werden, insbesondere dann, wenn Sie bereits verheiratet sind und Ihr bisheriger Geburtsname der Familienname ist.

c) welche Rechte hätten noch meine leiblichen Eltern (z.B. es käme der Fall auf, dass ich ein Formular auszufüllen hätte, bei dem ich die Namen der Eltern eintragen müsste - was trage ich denn dann dort bitte ein?? :)

Ihre familiäre Bindung zu Ihren leiblichen Eltern und das damit einhergehende Verwandtschaftsverhältnis bricht durch die Erwachsenenadoption nicht ab. Es bleiben also alle unterhaltsrechtlichen und erbrechtlichen Ansprüche und Verpflichtungen gegenüber Ihren leiblichen Eltern erhalten. Sie hätten dann quasi ein Elternpaar und einen Adoptivvater. So wäre dies auch in entsprechende Formulare einzutragen.

d) falls es klappen sollte und ich als Erbe eingetragen würde - wann wird die Erbschaftssteuer fällig? Sofort oder erst beim ableben? Wie hoch ist diese Steuer zur Zeit?

Die Erbschaftsteuer wird erst mit dem Erbfall fällig. Aufgrund der Adoption wären Sie dann ein Erbe der Steuerklasse 1. Sie hätten damit einen Freibetrag in Höhe von 400.000 €. Erst darüber hinausgehendes Vermögen müssten Sie versteuern. Der diesen Freibetrag übersteigende Erbteil wird dann entsprechend seiner Höhe zu unterschiedlichen Steuersätzen versteuert.

e) falls es mit der Adoption klappen sollte - welche Pflichten hätte ich gegenüber meinem Adoptivvater?

Sie hätten gegenüber Ihrem Adoptivvater die gleichen Pflichten gegenüber, wie auch gegenüber Ihren leiblichen Eltern. Daraus ergibt sich eine gegenseitige Fürsorgepflicht und im Zweifel, wobei ich davon nicht ausgehe, auch eine Unterhaltspflicht. Als Erbe wären sie dann darüber hinaus verpflichtet, sich um die Beerdigung Ihres Adoptivvaters zu kümmern.

f) gibt es außer Schenkung (hohe Schenkungssteuer) und vererben - ohne ein Verwandter zu sein (auch recht hohe Abgaben), Alternativmöglichkeiten?

Alternativmöglichkeiten, die Ihnen die Übertragung der Immobilie im Rahmen der Eigentümerstellung ermöglicht, gibt es außer Schenkung, Erbschaft oder aber Kauf nicht. Ihnen könnte ein Nießbrauchrecht an der Immobilie überlassen werden, so dass Sie diese nutzen könnten, aber eine Eigentümerstellung und damit eine Vewertungsmöglichkeit erlangen Sie hierdurch nicht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung verschaffen, bitte nutzen Sie die kostenlose Nachfragefunktion, falls noch etwas unklar geblieben sein sollte.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -


Rechtsanwalt Tobias Rösemeier
Fachanwalt für Familienrecht


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