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Adoption des Kindes freigeben


15.01.2006 21:14 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Hallo,
um meine Frage stellen zu können, möchte ich kurz die Vorgeschichte beschreiben:

Wir haben uns 1994/95 um die Adoption eines Kindes bemüht.
Wir haben die Auswahlverfahren durchlaufen und bekamen auch Ende 1995 ein Pflegekind mit dem Ziel der Adoption zugesprochen, daß wir bei uns aufgenommen haben.

Nach einiger Zeit, die sicherlich nicht ohne Komplikationen verlief, haben wir das Kind mit Hilfe eines Notars adoptiert.
Bereits hier zeigte das Kind erhebliche Auffälligkeiten, die seitens der Behörden aber mit dem Blick auf die Vorgeschichte des Kindes als normal abgetan wurden.

Mit der Geburt unseres ersten leiblichen Kindes begannen dann aber die Probleme deutlich intensiver zu werden.

Mit der Einschulung des Adoptivkindes kamen dann weitere Probleme auf uns zu. Die Schule starte innerhalb von wenigen Monaten ein Schulenthebungsverfahren, da das Kind nun unter Leistungsdruck geriet.

Mittlerweile hatten wir uns an eine heilpädagogische einrichtung gewandt, die die Arbeit mit ddem Kind aufnahm.

Auch in der Heilpädagogik gab es erhebliche Ptrobleme, die mit den entsprechenden Gutachten zur Folge hatten, daß das Kind aus unserer Familie in eine entsprechende Institution überführt wurde.

Seit 1999 lebt das Kind nun in einer fremden Familie. Wir sind die Erziehungsberechtigten, haben aber auf das Kind keinen Einfluß mehr. Durch den Träger der Institution werden wir einmal jährlich grob informiert.

Mittlerweile haben wir ein weiteres leibliches Kind. Wir haben uns im Lauf der Jahre immer weiter von dem Adoptivkind entfernt.

Aus der Vorgeschichte und allen weiteren Informationen ist zu schliessen, daß das Kind nie mehr in die Familie integriert werden kann.Hier stellt sich nun die Frage, wie mit den Status des Kindes umgegangen werden kann.Können wir das Kind nun wieder zur Adoption freigeben?

Besteht dabei eine Gefahr für die restlichen Kinder hier als Druckmittel der Behörde benutzt zu werden, da wir immer noch unterhaltspflichtig sind?

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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich auf Grundlage Ihrer Sachverhaltsschilderung gerne beantworte:

1.
Die gesetzlichen Regeln sind recht streng. Denn zur Vermeidung einer sog. „Kettenadoption“ sieht § 1742 BGB vor:


Ein angenommenes Kind kann, solange das Annahmeverhältnis besteht, bei Lebzeiten eines Annehmenden nur von dessen Ehegatten angenommen werden.


Etwas verständlicher formuliert, heisst dies, dass der Grundsatz der Ausschliesslichkeit der Adoption gilt. Denn der Gesetzgeber sieht das Adoptivkind in der Gefahr, dass die angestrebte Eltern-Kind-Beziehung nicht zustande kommt und das Kind dann von Adoptiveltern zu Adoptiveltern weitergereicht wird. Daher verwehrt § 1742 BGB den Adoptiveltern die den leiblichen Eltern zustehende Befugnis, das Kind zur Annahme durch neue Eltern freizugeben.

2.
Allerdings gibt es hiervon Ausnahmen. Denn einer erneuten Adoption steht natürlich bei einerseits Nichtigkeit, andererseits Aufhebung der ursprünglichen Adoption nichts im Wege.

Nichtigkeit ist ersichtlich nicht gegeben, hinsichtlich der Aufhebung gelten die §§ 1759 ff. BGB. Diese sehen zwei Tatbestände vor. Zum einen nach § 1760 BGB die Aufhebung wegen fehlender Erklärungen im Rahmen der Adoption – was Ihnen hier offenbar auch nicht weiterhilft, von der 3-Jahres-Frist in § 1762 BGB ganz abgesehen. Zum anderen nach § 1763 BGB die Aufhebung von Amts wegen aus schwerwiegenden Gründen zum Wohl des Kindes. Dies ist aber eine sehr eng auszulegende staatliche Zwangsmaßnahme, welche nach allg. Auffassung nicht im Interesse der Adoptiv-Eltern liegt, sondern einen staatlichen Eingriff gerade gegen den Willen der Eltern vorsieht – die Rechtsprechung nennt hier als Musterbeispiel des Nichtvorliegens der Voraussetzungen die ungünstige Entwicklung des Adoptivkindes oder eine innere Lossagung vom Adoptivkind – also gerade die von Ihnen angedeuteten Beweggründe.

Deswegen dürfte Ihre zweite Frage leider gegenstandslos sein.

Ich kann Ihnen nur anraten, falls nicht ohnehin schon geschehen, mit dem Jugendamt Lösungsmöglichkeiten zu erörtern – Ihre rechtlichen Möglichkeiten sind aber wie geschildert sehr beschränkt.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort trotzdem zunächst einmal weitergeholfen zu haben, auch wenn der Inhalt Sie im Ergebnis eher enttäuschen dürfte. Für eine Rückfrage stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüssen!

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -


ra.schimpf@gmx.de


www.anwalt.de/rechtsanwalt_schimpf

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