Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Adoption Volljähriger gem.§1767 BGB

| 19.01.2009 10:55 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Ich beabsichtige, meine beiden volljährigen Nichten zu adoptieren.
Die eine ist ledig, die andere verheiratet.Ihre Mutter, meine Schwester,
ist vor 1 Jahr verstorben, der Vater lebt noch.
Fragen:
1.Kann der Antrag auf Adoption beim Vormundschaftsgericht(?) formlos
gestellt werden?
2.Worauf ist hierbei zu achten?
3.Welchen Familiennamen erhält die Adoptierte?
4.Muß bei der verheirateten Nichte der Ehegatte der Adoption zustimmen?
5.Ändert sich etwas am Verwandschaftsverhältnis zum leiblichen Vater?

19.01.2009 | 12:25

Antwort

von


(339)
Wessels Str. 13
49134 Wallenhorst
Tel: 05407-8575168
Web: http://www.scheidung-ohne-rosenkrieg.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

1. Bei der Volljährigenadoption muss sowohl vom Annehmenden als auch vom Anzunehmenden ein Antrag gestellt werden. Für das Verfahren ist das Vormundschaftsgericht zuständig. Die Anträge sind nicht nicht formlos möglich, sondern müssen notariell beurkundet werden.

2. Die Annahme ist nicht in jedem Fall zulässig, sondern gem. § 1767 BGB: Zulässigkeit der Annahme, anzuwendende Vorschriften nur dann, wenn sie "sittlich gerechtfertigt" ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn zwischen dem Annehmenden und dem Anzunehmenden bereits ein Eltern-Kind-Verhältnis entstanden ist. In dem Antrag müsste so gut wie möglich begründet werden, warum ein solches Verhältnis bereits vorliegt bzw. warum zu erwarten ist, dass nach der Annahme ein solches Verhältnis zustande kommt.

3. Ihre Nichten enthalten nach der Adoption als Geburtsnamen Ihren Familiennamen, § 1767 BGB: Zulässigkeit der Annahme, anzuwendende Vorschriften , § 1757 BGB: Name des Kindes .

Haben Ihre verheiratete Nichte und deren Ehemann den Geburtsnamen Ihrer Nichte zum gemeinsamen Ehenamen bestimmt, so erstreckt sich die Änderung des Geburtsnamens nur dann auch auf den Ehenamen, wenn sich der Ehemann der Namensänderung anschließt, § 1767 BGB: Zulässigkeit der Annahme, anzuwendende Vorschriften , § 1757 BGB: Name des Kindes . Die Anschließungserklärung muss vor dem Ausspruch der Annahme erfolgen. Sie ist gegenüber dem Vormundschaftsgericht abzugeben und muss öffentlich beglaubigt werden. Gibt der Ehemann keine Anschließungserklärung ab, bleibt es beim bisherigen Ehenamen. Lediglich der Geburtsname Ihrer Nichte ändert sich dann.

Haben Ihre verheiratete Nichte und deren Ehemann den Geburtsnamen des Ehemann zum gemeinsamen Ehenamen bestimmt, wirkt sich die Adoption darauf nicht aus.

Ändert sich der Ehename durch die Adoption nicht, so kann auf Antrag vor Ausspruch der Annahme der geänderte Geburtsname dem Ehenamen vorangestellt oder angefügt werden, sofern schwerwiegende Gründe hierfür vorhanden sind.

4. Zur Annahme der verheirateten Nichte ist die Einwilligung des Ehemannes erforderlich, § 1767 BGB: Zulässigkeit der Annahme, anzuwendende Vorschriften , § 1749 BGB: Einwilligung des Ehegatten .

5. Bei der Volljährigenadoption ändert sich das Verwandtschaftsverhältnis des Angenommenen zu seinen Verwandten grundsätzlich nicht, § 1770 BGB: Wirkung der Annahme . Der Angenommene erhält die rechtliche Stellung eines Kindes des Annehmenden. Der leibliche Vater bleibt aber auch weiterhin Vater im rechtlichen Sinne. Auch die gegenseitige Unterhaltspflicht bleibt weiter bestehen, allerdings ist der Annehmende dem Angenommenen gegenüber vorrangig unterhaltsverpflichtet.

Das Verwandtschaftsverhältnis zum leiblichen Vater würde nur dann erlöschen, wenn das Vormundschaftsgericht beim Ausspruch der Annahme bestimmt, dass sich die Wirkungen der Annahme nach den Vorschriften über die Annahme eines Minderjährigen bestimmen. Ein solcher Ausspruch erfolgt nur auf Antrag des Annehmenden und des Anzunehmen und ist nur unter den engen Voraussetzungen des § 1772 BGB: Annahme mit den Wirkungen der Minderjährigenannahme zulässig.

Ich hoffe, dies hilft Ihnen als erste rechtliche Orientierung in Ihrer Angelegenheit weiter.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.
Soweit ansonsten aus dem Bereich frag-einen-anwalt.de heraus eine Kontaktaufnahme an mich gewünscht ist, bitte ich zunächst ausschließlich um Kontakt per E-Mail.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin


Ergänzung vom Anwalt 20.01.2009 | 13:29

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage: Trägt Ihre verheiratete Nichte bereits einen "Doppelnamen" bestehend aus ihrem Geburtsnamen und ihrem Ehenamen, so ist fraglich, ob sie im Falle einer Adoption diesen "Doppelnamen" weiterhin beibehalten kann. Es ist rechtlich umstritten, ob ein Wahlrecht besteht, den bisherigen "Doppelnamen" unverändert weiterzuführen (so das BayObLG NJWE-FER 00,141) oder ob sich der Begleitname (= bisheriger Geburtsname) durch die Adoption automatisch in den neuen Geburtsnamen umändert (Palandt-Diederichsen, 67. Auflage 2008, § 1757 Rn. 6).

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 21.01.2009 | 09:16

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Gabriele Haeske »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 21.01.2009
4,2/5,0

ANTWORT VON

(339)

Wessels Str. 13
49134 Wallenhorst
Tel: 05407-8575168
Web: http://www.scheidung-ohne-rosenkrieg.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Familienrecht, Sozialrecht, Erbrecht, Miet und Pachtrecht, Zivilrecht