Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Actio pro Socio als Gesellschafter

14.02.2019 16:48 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich bin Gesellschafter einer GmbH mit 25% Geschäftsanteilen. Gleichzeitig habe ich die Gesellschaft auch durch ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 200.000,00 EUR vor einigen Jahren mitfinanziert. Das Darlehen ist aktuell noch mit einem Betrag von etwa 175.000,00 EUR offenstehend.

Inzwischen befindet sich die Gesellschaft aufgrund des Verhaltens eines anderen Gesellschafters (ebenfalls mit 25% Geschäftsanteilen) in finanziellen Schwierigkeiten. Konkret schuldet ein anderer Gesellschafter der Gesellschaft etwa 200.000 EUR deren Auszahlung er jedoch verweigert. Aufgrund der durch diese Verweigerung fehlenden Liquidität kann der von der Geschäftsführung vorgelegte Geschäftsplan nicht durchgeführt werden. Die Geschäftsführung kann aktuell aufgrund zeitlicher und finanzieller Ressourcen nicht gegen den Gesellschafter vorgehen - sie ist allein damit das Tagesgeschäft trotz der knappen Situation aufrecht zu erhalten ausgelastet. Ansonsten würde auch sie die Zahlung der Forderung betreiben.

Meine Frage: Steht mir als Gesellschafter die Möglichkeit zur Verfügung die Zahlung der Schulden des anderen Gesellschafters gegenüber der Gesellschaft einzuklagen?

Weitere Frage: Stehen mir, sollte die Gesellschaft aufgrund der Zahlungsverweigerung des anderen Gesellschafters in Insolvenz geraten, grundsätzlich Schadensersatzansprüche wegen des Ausfalls meines Darlehens zur Seite?

Gerne detailliere ich die Vorgänge im Rahmen einer konkreten Beauftragung. Zunächst möchte ich jedoch wissen ob hier überhaupt grundsätzlich Möglichkeiten bestehen.

Vielen Dank.

14.02.2019 | 17:37

Antwort

von


(335)
Tannenweg 17
72654 Neckartenzlingen
Tel: 07127/349-1208
Web: http://www.rechtsanwalt-kromer.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie sprechen hier ein sehr komplexes und rechtlich teils noch nicht endgültig rechtlich geklärtes Thema an. Diese Antwort kann daher nur eine erste Hilfestellung sein, bei solchen Vorgängen kann es aber auf jedes noch so kleine Detail ankommen, so dass eine eingehendere Prüfung notwendig wäre, für die ich natürlich gerne zur Verfügung stehe.

Die „actio pro socio" ist eine bei der GmbH nicht explizit gesetzlich geregelte Ausnahmesituation, die Ihren Ursprung bei den Personengesellschaften hat.

Für die GmbH wird eine actio pro socia dann zuerkannt, wenn es um Eingriffe in eigene Mitgliedschaftsrechte geht (vgl. BGH, Beschluss vom 10.07.1990, Az. XI ZB 5/90 ). Auch der Verzicht auf die Verfolgung von Ansprüchen gegen Dritte oder Mitgesellschafter kann grundsätzlich eine solche Maßnahme sein.
Für die Verfolgung solcher Ansprüche ist aber natürlich grundsätzlich die Geschäftsführung der GmbH zuständig. D.h. ohne besonderen Anlass und Grund können Sie hier als Gesellschafter nicht direkt eine Klage erheben.

Die überwiegende Auffassung verlangt zudem, vor eine Klage im Wege der actio pro socia erhoben werden kann, dass der Gesellschafter seine Rechte in der Gesellschafterversammlung zuvor erfolglos geltend gemacht hat. Das führt zu einem weiteren Problem: wenn Sie in der Gesellschafterversammlung keinen Beschluss herbeiführen können, dass die Forderung gegen den Gesellschafter geltend zu machen ist, dann wäre vorrangig dieser Beschluss von Ihnen gerichtlich anzugreifen.

Ob Sie dann grundsätzlich einen Schadensersatzanspruch geltend machen können, lässt sich ebenfalls nicht allgemeingültig beantworten. Da – wie oben angedeutet – ja die Durchsetzung von Forderungen in erster Linie in der Verantwortung der Geschäftsführung liegt, kommt zu allererst ein Schadensersatzanspruch der Gesellschaft als solches gegen die Geschäftsführer in Betracht. Nur ganz ausnahmsweise kommt eine Haftung des Geschäftsführers direkt gegenüber einem Gesellschafter in Betracht. Ebenfalls nur ganz ausnahmsweise kann ein Gesellschafter einen eigenen Schadensersatzanspruch gegen einen Mitgesellschafter geltend machen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Johannes Kromer

ANTWORT VON

(335)

Tannenweg 17
72654 Neckartenzlingen
Tel: 07127/349-1208
Web: http://www.rechtsanwalt-kromer.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Gesellschaftsrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht, Maklerrecht, Vertragsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 90223 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Eine sehr sehr schnelle (<2h) und ausführliche sowie passende Antwort. Super Service vielen Dank. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Sehr freundlich und hilfreich. Würde ich bei einem nächsten Fall, gern wieder Fragen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell und kompetent. Danke ...
FRAGESTELLER