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Abzug von Minusstunden


28.01.2006 15:50 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Ich arbeite im handwerklichen Bereich in einer kleineren Firma.
Laut meinem Einstellungsschreiben habe ich einen monatlichen Bezug
Von 2600 € Brutto bei einer wöchentlichen Arbeitszeitvorgabe von 42,5 Std.
2004 und 2005 haben sich nun Minusstunden angesammelt die
teilweise durch eigenes Verschulden aber auch mangel´s
Arbeit entstanden sind.
Ich habe mich mit dem Arbeitgeber darauf geeinigt, dass wir
halbe/halbe machen d.h. ich bekomme die Hälfte der Minusstunden
in den Folgemonaten vom Lohn abgezogen ( 20 Std. pro Monat )
Der Arbeitgeber zieht bei einem Tag unbezahlten Urlaub 125,72 €
ab wonach ich bei 8,5 Std am Tag auf einen Stundenlohn von
14,79 € komme. -was meiner Meinung nach schon nicht korrekt ist.
(müsste der Monat nicht mit 21,75 Arbeitstagen gerechnet werden)
Mein Arbeitgeber zieht mir nun aber für die Minusstunden 17,91 € pro Stunde ab,mit der Begründung, daß er in den vorangegangenen
Monaten mit den Arbeitgeberanteilen in Vorleistung
gegangen ist obwohl mir diese wegen der fehlenden Stunden und
100 prozentiger Lohnauszahlung nicht zugestanden hätten.
Meiner Ansicht ist dies nicht richtig, da wenn ich diesen Monat
voll arbeite und er mir 20 std. vom Brutto abzieht, er Lohnnebenkosten
wieder einspart – oder liege ich da falsch.
Eventuell ist es möglich, daß ich in dem Falle irgendwas vergesse
zu berücksichtigen.(lange zurückliegende Minusstd.,Urlaub,Feiertage)
Wäre nett wenn sich jemand damit auskennt und mir weiterhelfen könnte.
Vielen Dank
Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung ihrer Angaben die Antworten darf.
Grundsätzlich muss in Ihrem Fall differenziert werden, wie die Minusstunden zustande gekommen sind, das heißt, ob sie durch Sie verursacht worden sind (Vertragsverletzung durch den Arbeitnehmer) oder, ob Minusstunden durch mangelnde Arbeit entstanden sind (Vertragsverletzung durch den Arbeitgeber).
In letzteren Fall ist es grundsätzlich unzulässig, Minusstunden mit Urlaubsansprüchen zu verrechnen. Wenn die Minusstunden nicht auf Ihr Verhalten zurückzuführen sind, sondern der Arbeitgeber nicht in der Lage war, Sie zu bezahlen, sind Sie berechtigt, Ihren Urlaub in vollem Umfang während des Arbeitsverhältnisses in Anspruch zu nehmen und müssen sich hier keine Gegenansprüche vorhalten lassen. Ihr Arbeitgeber kann Ihnen nicht den Urlaub mit dem Hinweis verweigern, dass bestimmte Urlaubstage mit den Minusstunden verrechnet werden müssen. Wenn Sie Ihren Urlaub nicht bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses in vollem Umfang genommen haben, muss der Urlaub ausbezahlt werden. Etwas anderes gilt lediglich dann, wenn das Arbeitsverhältnis zum 31.12. des Kalenderjahres beendet wird und Sie nicht aus krankheitsbedingten oder betriebsbedingten Gründen an der tatsächlichen Inanspruchnahme Ihres Urlaubes gehindert waren.
Die Berechnung hinsichtlich der Vereinbarung die Sie mit dem Arbeitgeber abgeschlossen haben, ist von Arbeitgeberseite nicht nachvollziehbar. Ich sehe es genauso wie Sie, dass bei einer Stundenanzahl von 8, 5 am Tag und der von Ihnen angegebenen Gesamtsumme pro Tag in Höhe von 125,72 € sich eine Stundenvergütung in Höhe 14,79 € ergibt.
Unzulässig dürfte es weiterhin sein, Ihnen Sozialversicherungsbeiträge in Rechnung zu stellen. Es ist Aufgabe des Arbeitgebers, eventuelle Zuvielzahlungen oder auch zu niedrige Zahlungen bei den jeweiligen Sozialversicherungsträger geltend zu machen.
Um genauere Auskünfte zu geben, müsste die Vereinbarung, die sie mit dem Arbeitgeber geschlossen haben, zu Rate gezogen werden. Grundsätzlich ist eine solche Vereinbarung auch möglich. Sie sollten dabei jedoch darauf achten, dass tatsächlich auch mögliche Minusstunden, die sie eben selbst verschuldet haben, in dem jeweiligen Verhältnis zu den Minusstunden stehen, die Ihr Arbeitgeber verschuldet hat. Ansonsten nehmen Sie Einbußen im Rahmen ihrer Entlohnung hin.
Ich hoffe Ihnen, mit meiner Antwort behilflich gewesen zu sein und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Christian Joachim
-Rechtsanwalt-
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