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Abzüge vom unterhaltspflichtigen Einkommen


11.06.2006 10:13 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich zahle Unterhalt (bisher 231 Euro, schon abzüglich der Hälfte des Kinderageldes) für einen Sohn (geb. 1996), der in Ostberlin bei seiner Mutter lebt. Ich war mit der Kindesmutter nicht verheiratet.

1. Ich arbeite seit April bei einer Liechtensteiner Firma und bin für diese in der Schweiz tätig. Dadurch habe ich auch eine Zweitwohnung in der Schweiz (Kosten monatl. 310 Euro) und zahle in die Schweizer Krankenversicherung (Kosten monatl. 185 Euro) separat (geht nicht direkt vom Arbeitgeber ab) ein. Ich bin allerdings verheiratet und meine Frau ist nicht berufstätig und ich finanziere somit die Erstwohnung (Kosten incl. 400 Euro)in Deutschland (Bayern) mit allen Nebenkosten, meine Frau, deren Kind (ist nicht mein leibliches) und die freiwillige Krankenversicherung (Kosten 121 Euro) der Beiden (Familienversicherung wie in Deutschland ist in der Schweiz nicht möglich). Inwieweit trägt dies zur Minderung meines unterhaltspflichtigen Einkommens bei?

2. Inwieweit würde sich der Unterhalt verändern, wenn ich das Kind (13 Jahre) meiner Ehefrau adoptieren würde?

3. Ich bekomme vom Arbeitgeber separate Zuschläge für Unterkunft, Fahrgeld, Essensgeld usw. Sind diese Beträge Einkommen oder ist auch dies abzuziehen? Insgesamt verdiene ich ca. 3200 Euro netto.

4. Ich fahre zweimal pro Monat mit dem eigenen PKW nach Hause zu meiner Familie. Die einfache Fahrtstrecke beträgt 515km. Kann ich diese mit 0,30 Euro pro Kilometer ebenso abziehen? Und kann ich die Strecke für Hin- und Rückfahrt geltend machen oder ist der Betrag von 0,30 Euro nur für die einfache Fahrt zu berechnen?

Ich bedanke mich bereits im Voraus für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen
yagesy

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Sehr geehrter Ratsuchender,

zu den Fragen ist folgendes anzumerken:

zu 1.)
Da es sich nicht um "Ihr" Kind handelt, werden Sie diese Aufwendungen im Verhältnis zum Kindesunterhalt des Sohnen nicht abziehen können.

zu.2)
Ja, da das adopierte Kind dann dem Sohn gleichstehen würde.

zu 3.)
Diese Beträge sind Einkommen, werden in der Regel aber zu 1/3 angerechnet, soweit sie sich nicht auf Erstattung nachgewiesener Auslagen schränken (dann wäre es nicht anzurechnen, aber auch nicht in Abzug zu bringen.

zu 4.)
Wenn es sich um die Erstattung nachgewiesener Auslagen (siehe 3.) handelt, kommt kein Abzug in Betracht; es bleibt dann bei der 5%igen Berufspauschale.

Wird es dem Einkommen zugerechnet (da eben keine Erstattung), können 0,30 EUR/Kilometer nach den unterhaltsrechtlichen Leitlinen für Hin-und Rückfahrt berechnet werden.



Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 12.06.2006 | 07:33

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

vielen Dank für Ihre Antwort. Zu Nummer 1 habe ich noch eine Frage:
Wie sieht das mit meiner Miete für meine Wohnung in der Schweiz aus (doppelte Haushaltsführung) und den Krankenversicherungen für mich in der Schweiz und die meiner Frau in Deutschland - kann ich diese Beträge vom Einkommen abziehen? Ohne Wohnung in der Schweiz kann ich auch nicht arbeiten und Geld für den Unterhalt verdienen...

Danke für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
yagesy

Nachfrage vom Fragesteller 12.06.2006 | 07:34

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

vielen Dank für Ihre Antwort. Zu Nummer 1 habe ich noch eine Frage:
Wie sieht das mit meiner Miete für meine Wohnung in der Schweiz aus (doppelte Haushaltsführung) und den Krankenversicherungen für mich in der Schweiz und die meiner Frau in Deutschland - kann ich diese Beträge vom Einkommen abziehen? Ohne Wohnung in der Schweiz kann ich auch nicht arbeiten und Geld für den Unterhalt verdienen...

Danke für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
yagesy

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.06.2006 | 09:51

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Kosten für die Zweitwohnung können in Abzug gebracht werden, wenn Sie darlegen können, dass Ihnen ein Umzug nicht zuzumuten ist. Bei der genauen Berechnung ist aber die Gegenüberstellung der vom Arbeitgeber gezahlten Zuschläge vorzunehmen. Die Kosten sind dann nur in der Höhe in Ansatz zu bringen, in welcher sie die Zuschläge übersteigen.

Ihre Kosten für die Krankenversicherung sind in Abzug zu bringen; die zuzätzlichen Kosten für die Ehefrau jedoch nicht. Dieses hat seinén Grund darin, dass Sie dem minderjährigen Kind gegenüber eine gesteigerte Unterhaltspflicht haben.

Sie sollten hier eine genaue Berechnung durch einen Kollegen vor Ort vornehmen lassen, da die genaue Berechnung die Einsicht in sämtliche Unterlagen erfordert.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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