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Abzocke von web.de

| 06.11.2016 22:58 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Guten Tag,

ich habe eine Frage bzgl. der schon bekannten Abzocke von web.de:

Mitte Juli ist meinem Freund (der momentan wegen seiner Abschlussprüfung nicht selbst in der Lage ist, sich darum zu kümmern) das gleiche Schicksal widerfahren, von dem schon viele andere hier und in etlichen Foren berichten.
Er bekam eine Mahnung von web.de, da er angeblich eine web.de-Klubmitgliedschaft gekauft hatte. Diese sollte, laut web.de, in einer Mail beworben gewesen sein, in der mein Freund auf einen "Jetzt kaufen"-Button gedrückt haben soll, was er aber bestreitet. Außerdem hat er nie die AGBs bestätigen müssen, was meiner Meinung nach unweigerlich zu einem Vertragsabschluss im Internet gehört (?).

Er hat den geforderten Betrag nicht gezahlt und er hat einen Musterbrief der Verbraucherzentrale an web.de gesendet, in dem er dem Vetrag widersprochen und ihn auch gekündigt hat. Daraufhin folgten jedoch Mahnungen des Inkasso-Unternehmens infoscore, auf die er ebenfalls nicht mit einer Zahlung reagiert hat, da er dem angeblich geschlossenen Vertrag ja schon widersprochen hatte und auf eine Stellungnahme von web.de diesbezüglich wartete.

Nach einiger Zeit gab die Anwaltskanzlei Rechtsanwalt Rainer Haas & Kollegen in einem Schreiben an, die Firma 1&1 Mail & Media GmbH (web.de) rechtlich zu vertreten und drohte mit einer Beantragung des Mahnbescheids bei Gericht.
Mein Freund wartete weiterhin auf eine Erklärung der ursprünglichen Situation durch web.de und konnte auch nicht überprüfen, ob er Mails erhalten hatte, die belegten, dass er diesen Vertrag wirklich geschlossen hatte. Web.de behauptete nämlich, sie hätten ihm mehrere Mails geschickt und ihn auf den geschlossenen Vertrag hingewiesen. Jedoch wurde sein Mail-Account nach dem zweiten Brief gesperrt. Er bezahlte wieder nicht.

Das Schreiben vom Gericht kam einige Zeit später und er widersprach diesem sofort. Von der RA-Kanzlei wurde er anschließend aufgefordert, seinen Widerspruch zu begründen und er hat noch einmal den Musterbrief der Verbraucherzentrale an die Kanzlei geschickt.

Gestern hat die Kanzlei ihm geantwortet, fordert nun noch mehr Gebühren und argumentiert gegen seine Angaben im Musterbrief (z.B., die nicht ausreichende Kenntlichmachung des Vertrags) mit teilweise (für einen Laien) unverständlichen Antworten. Er sieht immer noch nicht ein, das Geld zu zahlen, da er wissentlich nie so ein Abonnement abgeschlossen hätte und es auch gemerkt hätte, wenn web.de ihm mehrmals Mails zum Hinweis auf seine Zahlungspflicht geschickt hätte (was er ja jetzt nicht überprüfen kann).
Er war schon kurz davor, den Betrag aus Verzweiflung zu zahlen, obwohl er sich im Unrecht fühlt, doch dann fanden wir im Internet verschiedene sehr negative Bewertungen der Anwaltskanzlei Rainer Haas & Kollegen. In vielen Fällen sei es zu einer erneuten Forderung von (teils hohen) Geldbeträgen gekommen, obwohl schon längst gezahlt wurde. Es wurde dann unverständlich begründet und am Telefon konnte auch keine Auskunft gegeben werden.
Davor hat mein Freund auch Angst und möchte sich dagegen wehren, denn er hat diesen Vertrag nie wissentlich geschlossen.
Macht es Sinn, gegen web.de, das Inkassobüro infoscore und die Anwaltskanzlei Rainer Haas & Kollegen vorzugehen? Ist es rechtlich erlaubt, Geld einzufordern von jemandem, der nie wissentlich einen Verrag abgeschlossen hat?

Vielen Dank und freundliche Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Sache sollte gegebenenfalls in der Tat einmal zur Anzeige bei der örtlich zuständigen Rechtsanwaltskammer am Kanzleisitz (die gegnerische Kanzlei ist mir ebenfalls bekannt) und der Staatsanwaltschaft gebracht werden, um hier zu zeigen, dass man damit nicht einverstanden ist und gewillt ist, dagegen vorzugehen.
Denn vor kurzem wurde von einem Gericht entschieden, dass sowas schon als Betrug gewertet werden kann.
Ansonsten ist es zwar grundsätzlich ein allgemeines Lebensrisiko nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass man auch zu unrecht auf eine angebliche Leistung in Anspruch genommen wird.
Wenn hier aber ein Anwalt wissentlich an einem Betrug mitwirkt, ist es etwas anderes.
Ob hier beides vorliegt, kann ich natürlich nicht sagen und es wäre Sache der Staatsanwaltschaft das zu ermitteln, zumal hier eine gewisse Breitenwirkung erreicht wird.

Für die Wirksamkeit des Vertrages bedarf es keiner Einbeziehung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Die Einbeziehung ist nur deshalb wichtig, damit die AGB selbst wirksam in den Vertrag mit einbezogen sind und als solche gelten. Ob die AGBs im Einzelnen selbst wirksam sind, also die entsprechende Klausel, ist nochmals eine andere Frage.

Letztlich muss der Vertragsschluss nachweisbar sein, was er hier nicht ist. Deshalb war das Handeln zur Abwehr dieser unberechtigten Forderung absolut richtig.
Sollte die Sache jetzt vor Gericht gehen, also ein Gerichtstermin stattfinden, so wäre es hilfreich, wenn Sie eine Kollegen mit ihrer Interessenwahrnehmung beauftragen. Gewinnen Sie, muss die Gegenseite alle Anwaltskosten zahlen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 07.11.2016 | 23:34

Vielen Danke für Ihre ausführliche Antwort! Das hat mich schon einmal beruhigt, jedoch ist mir noch nicht ganz klar, was ich (bzw. mein Freund) in dieser Situation konkret tun kann.

Können Sie abschätzen, mit welchen Kosten und welchem zeitlichen Aufwand wir rechnen müssen, wenn wir die Kanzlei Rainer Haas & Kollegen - wie von Ihnen angeregt - anzeigen?

Sehen sie eventuell eine Möglichkeit, ein Schreiben aufzusetzen, mit dem Ziel, die Sache ohne Gerichtstermine zu beenden, und wie beurteilen Sie die Erfolgswahrscheinlichkeit?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.11.2016 | 09:27

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Ich würde wie folgt vorgehen:

Wenn die Gegenseite meint, die Sache vor Gericht bringen zu wollen, so möge sie dieses tun.

Erst dann würde ich wiederum einen Anwalt Ihrer Wahl konsultieren, der sich der Sache annimmt.

Die Anzeigen der Kanzlei sind kostenneutral, also ohne Kosten für Sie.

In der Sache selbst sehe ich wie gesagt gute Chancen, zumal dieses nicht rechtmäßige Vorgehen Methode hat und bekannt ist.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt


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Bewertung des Fragestellers 07.11.2016 | 23:29

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Stellungnahme vom Anwalt: