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Abzocke im Mobilfunk? (BASE + E-Plus)


28.07.2006 10:28 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Ich habe einen BASE Vertrag und kann somit kostenlos ins E-Plus Netz telefonieren. Darüber hinaus habe ich noch einen E-Plus Vertrag, den ich meiner Freundin zur Verfügung stelle. Mit diesem Vertrag telefoniert diese für 39 Cent pro Minute ins BASE Netz. Die erste Minute wird komplett abgerechnet, anschließend kommt ein 10 Sekunden Takt.

Aufgrund dieser Konstellation will ich wie folgt Kosten sparen: Wenn mich meine Freundin erreichen will, ruft sie auf meinem BASE Handy an. Ich sehe die Rufnummer und „drücke den Anruf weg“, d.h. ich betätige die rote „Auflegen-Taste“. Eine Verbindung kommt nicht zustande. Anschließend rufe ich meine Freundin sofort zurück und das Gespräch findet statt. Meistens noch während des Gespräches erhalte ich eine SMS: „Nicht vergessen! Sie konnten einen Anruf von 0177-xxxxxxx um 09:16 Uhr am 28.07.2006 nicht annehmen. Dieser Dienst steht ihnen kostenlos zur Verfügung“

Nun habe ich die letzte E-Plus Rechnung genauer geprüft. Dabei stellt ich fest, dass jeder dieser weggedrückten Anrufe mit 39 Cent tarifiert wurde. Bei vereinzelten Gesprächen fällt das eigentlich nicht auf. Meine Freundin hat jedoch mehrere Tage hintereinander nur mich angerufen. Und das bis zu 8 Mal täglich. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht sehe ich im Einzelverbindungsnachweis der E-Plus Rechnung, das jeder Anruf, ohne zustanden gekommene Verbindung berechnet wird. Ich habe mal auf die Schnelle die E-Plus Rechnungen der letzten beiden Monate geprüft. Der „Schaden“ beläuft sich auf um die 30 Euro pro Monat! Genau dasselbe passiert natürlich auch mit allen anderen Telefonteilnehmern, die mich anrufen und die ich wegdrücke, weil ich z.B. gerade in einer Besprechung bin. Da ich deren Rechnungen nicht sehe, kann mir das auch nicht aufgefallen.

Das ganze nennen E-Plus/BASE dann „Anrufbenachrichtigung bei nicht eingerichteter Mailbox“. Das ganze ist nach meiner persönlichen Meinung Abzocke pur, da die SMS gar keinen Mehrwert hat. Ich sehe jeden weggedrückten Anruf in der Anrufliste des Handys. Dazu bedarf es keiner SMS.

In einem Beschwerdeanruf bei der E-Plus Hotline druckste der Telefonist herum. Er konnte mir keine AGB oder Preisliste nennen, in der steht, dass ein Anruf in einem fremden Netz (BASE) bei "Wegdrücken" berechnet wird. Nach kurzer Rücksprache mit einem Vorgesetzten, wollte er mir sofort 5 Euro gutschreiben. Ich hatte den Eindruck, er wollte damit erreichen, dass ich die Sache nicht weiter verfolge.

1) Eine Reklamation wird derzeit von mir sowieso schriftlich verfasst. Habe ich einen Anspruch, die reklamierten Beträge von E-Plus zurückzubekommen, oder ist diese Art der Berechnung einwandfrei?

2) Wäre dieser Sachverhalt, in Bezug auf die vielen anderen Millionen Mobilfunkteilnehmer, ein Fall für den Verbraucherschutz?
Eingrenzung vom Fragesteller
28.07.2006 | 10:32

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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne will ich Ihre Anfrage beantworten.

Zu einer absolut sicheren Beurteilung der Lage müsste ich die AGBs sowie Ihre Vertragsunterlagen einsehen. Ohne dies jedoch tun zu können, kann ich Ihnen folgendes mitteilen: Eine Leistung des Mobilfunkbetreibers kommt grundsätzlich erst dann zu Stande, wenn der Anruf angenommen wird. Vorher entstehen grundsätzlich keine Kosten. Bei einem „Wegdrücken“ wird der Anruf nicht entgegengenommen, damit entstehen auch keinerlei Kosten. Daher haben Sie die Benachrichtigungs-SMSe auch bezahlt, ohne dass das Mobilfunkunternehmen hierauf einen Anspruch hatte – jedenfalls ohne genaue Kenntnis des Vertrages. Und daher können Sie die Beträge auch zurückfordern.

Das Angebot, eine Gutschrift zu bekommen, ist bei E-Plus, wie die Erfahrung zeigt, durchaus üblich und dient, wie Sie richtig ausführen, der „Befriedung“ des Kunden.

Die Vorgehensweise des Mobilfunkbetreibers ist natürlich ein Fall für den Verbraucherschutz, dahin sollten Sie sich auch wenden.

Ich hoffe, Ihre Anfrage beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jens O. Gräber
Rechtsanwalt


www.rechtsanwalt-graeber.de
info@rechtsanwalt-graeber.de

Nachfrage vom Fragesteller 28.07.2006 | 10:53


Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

"Eine Leistung des Mobilfunkbetreibers kommt grundsätzlich erst dann zu Stande, wenn der Anruf angenommen wird."

Bitte nennen Sie mir für diese Aussage eine gesetzliche Grundlage in Form eines Paragrafens, den ich in meiner Reklamation zitieren könnte. Da gibt es doch bestimmt etwas in einem Gesetz oder einer Telekommunikationsverordnung.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.07.2006 | 11:04

Sehr geehrter Fragesteller,

insoweit existiert leider keine Vorschrift, die diesen Grundsatz statuiert. Es ist aber allgemein in allen Bereichen so, dass eine Leistung nur dann vorliegt, wenn sie auch erbracht wird, nicht aber, wenn sie gerade nicht erbracht bzw. sogar verhindert wird.

Mit freundlichen Grüßen

Jens O. Gräber
Rechtsanwalt


www.rechtsanwalt-graeber.de
info@rechtsanwalt-graeber.de

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