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Abzocke beim Küchenkauf

19.01.2009 19:53 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mir über die Bauhaus München eine Eigentumswohnung in München / Neuried gekauft. Inklusive war ein Küchengutschein über 8.000,- Euro bei einem angegebenen Küchenlieferanten (Fachberater).

Ich bin also nun dort hin und habe mir ein Kostenangebot erstellen lassen. Nach einigem Nachverhandeln, habe ich letztendlich auch ein Angebot unterschrieben und angenommen. Die Küche wurde 6 Wochen später eingebaut (Kosten 8.600,- Euro)

Mit dem Einbau ansich bin ich sehr unzufrieden. Unsaubere Verarbeitung/Einbau und zum Teil schlechte Qualität der Schränke/Fronten. Die Fronten sind von absolut minderer Qualität. Nach etlichen Diskussionen wird er die Mängel beseitigen. Für einen neuen Einbau der Fronten, hat er mir einen Preis von 800,- Euro angeboten inkl. Montage (nur für die Fronten).

Nachdem mir das alles "ein wenig spanisch vorkam", habe ich 4 weitere Küchenanbieter angefragt, die mir die identische Küche noch einmal kalkuliert haben (identische Küche bzw. vergleichbare Küchen, inkl. Montage, Einbau, etc., einige Anbieter haben mir bereits von diesem Hersteller abgeraten, da die Reklamationsrate sehr hoch sei). Alle Kostenangebot liegen weit drunter (mindestens 2.500,- Euro bis 4.000,- Euro). Ich vermute nun, dass eine Absprache zwischen dem Bauunternehmer und dem Küchenanbieter existiert bzw. das hier noch zusätzlich eine Prämie kalkuliert wurde.

Kann ich hier noch irgendetwas machen bzw. kann ich den Anbieter "zwingen" mit dem Preis noch runter zu gehen? Macht es Sinn sich an den Verbraucherschutz zu wenden, bzw. sich einen Anwalt zu nehmen? Ich möchte das ungern einfach so akzeptieren.

Danke und Gruss

An dem vereinbarten Kaufpreis werden Sie nichts ändern können, selbst wenn es eine Vereinbarung zwischen den Verkäufern gegeben haben sollte. Es könnte sich höchstens um unlauteren Wettbewerb handeln.

Wenn die gelieferte Küche oder ihre Montage nicht der vereinbarten bzw. gewöhnlichen Qualität entspricht oder unfachmännisch aufgebaut wurde, steht Ihnen neben etwaigen Gararntien die gesetzliche Gewährleistung zu. Sie können eine Minderung des Kaufpreises geltend machen, Schadenersatz etwa für die Beauftragung eines Schreiners verlangen oder aber vom gesamten Vertrag zurücktreten. Diese Rechte stehen Ihnen aber erst dann zu, wenn Sie zuvor Nacherfüllung verlangt haben. Sie müssen dem Verkäufer der Küche also erst eine zweite Chance dazu geben, eine Küche zu liefern und zu montieren, die ordungsgemäß ist. Zur Nacherfüllung müssen Sie unter Setzung einer angemessenen (nicht zu kurzen Frist) auffordern (nachweisbar, Einschreiben Rückschein besser Bote oder noch besser per Gerichtsvollzieher). Nach Ablauf dieser Frist können Sie von oben genannten Rechten gebrauch machen. Die Mängel dürfen bei Rücktritt vom Vertrag und Schadenersatz aber nicht unerheblich sein. Nach Ihrem Vortrag dürfte dies aber nicht der Fall sein. Von einer Zuzahlung sollten Sie Abstand nehmen. Die Kosten der Nacherfüllung trägt allein der Verkäufer.

Ob Sie einen Anwalt beauftragen wollen, müssen Sie selber entscheiden. Spätestens nach Ablauf der Frsit sollten Sie dies tun. Wenn Sie eine Rechtschutzversicherung haben auch eher. Es gilt bereits im Vorfeld Fehler, die später teuer werden können zu vermeiden.

Sollten Sie noch Fragen insbesondere zum taktischen Vorgehen haben, können Sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen. Ich bin auf das Kaufrecht spezialisiert und bundesweit tätig.

Daniel Kuhlmann
Rechtsanwalt

in Kooperation mit Prof. Dr. Kraft
& Rechtsanwältin Heiermann

Tel.: 02365 94 94 87

Nachfrage vom Fragesteller 19.01.2009 | 21:36

Vielen Dank für Ihre promte Antwort.

Wie kann ich gegen evtl. unlauteren Wettbewerb vorgehen bzw. was bedeutet das genau? Ich gehe davon aus, dass er alle Mängel beseitigen wird (ich denke, er kennt sein Recht genau - er macht diesen Job bereits viele Jahre). Aus diesem Grund werde ich hier wenig Chancen haben. Die Fronten habe ich leider so bestellt - auch wenn ich im Nachhinein damit absolut nicht zufrieden bin.

Gegen wen muss ich vorgehen? Die Bauhaus oder den Küchenlieferanten?

Kann man gar nichts gegen einen so hohen Preis machen, der absolut über dem Marktpreis liegt? (fast 100% teurer als Mitbewerb)

Herzlichen Dank


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.01.2009 | 00:52

Gegen unlauteren Wettbewerb können Sie grndsätzlich gar nicht vorgehen, sondern nur andere Unternehmen die zu dieser Firma im Wettbewerb stehen oder Verbraucherverbände. Es handelt sich um "dubiose" Werbemethoden. In krassen Fällen können die Verträge auch sittenwidrig sein. Es kommt ggf. ein Anspruch gegen den Wohnungsverkäufer auf Schadenersatz in Betracht. Ob dies so ist, müsste aber genau geprüft werden. Die bereits genannten Ansprüche können Sie nur gegen den Verkäufer der Küche geltend machen. Der hohe Preis und die Tatsache, dass Ihnen die Küche nicht mehr gefällt ist bedauerliche Weise Ihr persönliches Pech. Ist der Preis höher als 110 Prozenz könnte unter Umständen eine Unwirksamkeit des Kaufvertrges Küche in Betracht kommen. Auch dies müsste aber ganz genau unter Beachtung aller Verträge und sonstigen Umstände geprüft werden.


Daniel Kuhlmann
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