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Abwasser zum Nachbarn


12.03.2007 15:47 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Vor ca 6Jahren kaufte ich ein kleines Haus, das als Anbau an einem älteren Reihenhaus gebaut ist. Mein gesamtes Abwasser hat eigene Leitung, außer mein Küchenabwasser. Das geht in das Nachbarhaus. Da fließt es mit den anderen Rohren des Nachbarhauses zusammen und dann in ein altes Bleirohr. Diese Bleirohr hätte (laut Nachbarin) schon vor Jahren ereuert werden müssen und ist Verursacher von Verstopfungen.
Nun erwartet meine Nachbarin, ich solle die Hälfte der Kosten für die Rohrreinigung und noch viel schlimmer, den Austausch der alten Rohre in ihrem Haus mit bezahlen.
Kommt sie damit durch.
12.03.2007 | 16:48

Antwort

von


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63225 Langen
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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, welche ich aufgrund der von Ihnen mitgeteilten Informationen summarisch wie folgt beantworten will:

Ohne die genaue Grunstückssituation zu kennen (sind die Grundstücke im Grundbuch als verschiedene Grundstücke eingetragen oder handelt es sich um ein Grundstück, das etwa im Sinne einer WEG geteilt worden ist oder aber um ein Grundstück, welches im Miteigentum beider Parteien steht? Beinhaltet das Grundbuch Regelungen bezüglich eines Leitungsrechtes und existieren Vereinbarungen bezüglich der Kostentragung?, verläuft das Bleirohr auf Ihrem Grundstück oder im Haus der Nachbarin?), ist eine abschließende Beantwortung Ihrer Frage leider nicht möglich.

Grundsätzlich gilt, dass der Eigentümer des Grundstücks, auf dem die beschädigten Rohre verlegt sind auch als Eigentümer dieser Rohre anzusehen ist und daher auch allein für deren Zustand verantwortlich ist.Das bedeutet, dass Ihre Nachbarin Instandsetzungsarbeiten grundsätzlich selbst zu tragen hat. Sie könnten, da Sie hierzu nicht berechtigt sind, von vornherein keine Arbeiten an den (fremden) Rohren in Auftrag geben. Es ist dann insbesondere auch nicht Ihr Problem, wenn die Nachbarin schuldhaft notwendige Reparaturen an ihrem Eigentum unterlassen hat und die Rohre nun deshalb gänzlich ausgetauscht werden müssen.

Es wäre dann auch nicht Ihr Problem, wenn die Nachbarin die Durchleitung des Abwassers durch die eigenen Rohre ohne Kostenbeteiligung jahrelang wissentlich geduldet hat.Insoweit wäre zu fragen, wer den Anbau errichtet und für die Abwasserleitung gesorgt hat.Sollte die Nachbarin etwa eine Baugenehmigung für den später verkauften Anbau nur bekommen haben, weil sie die Durchleitung des Abwassers auf diesem Wege sicherstellen konnte, so muss sie sich hieran m.E. auch Ihnen gegenüber festhalten lassen, wenn dies nun nach dem Verkauf zu Mehrkosten führt.

Selbst wenn man eine Kostenbeteiligung - etwa nach den Grundsätzen einer ungerechtfertigten Bereicherung durch den in Gestalt der Durchleitung erlangten Nutzungsvorteil annehmen würde, so wäre ein Anteil von 50 % wohl überhöht, leiten Sie doch lediglich die Küchenabwässer zum Nachbarn, während dieser wohl sein gesamtes Abwasser durch das streitgegenständliche Rohr leitet. Hier wäre jedenfalls zu ermitteln, wie hoch die Belastung durch die beiden Haushalte prozentual tatsächlich ist und wie lange vor Ihrem Kauf bereits Abwässer durch das Rohr geleitet worden sind, mithin wer für welche Abnutzung verantwortlich ist.

Im Ergebnis würde ich - sollten Sie nicht lediglich gleichberechtigte Miteigentümer eines Grundstücks sein, die sich alle Lasten zu 50 % teilen - die Ansprüche mit diesen Argumenten zurückweisen.Sie sollten sich darum bemühen, fortan das Abwasser der Küche durch den eigenen Abfluss umzuleiten, um weitere Streitigkeiten zu verhindern.

Um Ihre Frage zu beantworten: Es dürfte für Ihre Nachbarin schwer werden, mit einer Klage durchzukommen, wenn nicht aus den genannten Unterlagen oder Vereinbarungen etwas anderes hervorgeht.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Fabian Sachse
Rechtsanwalt



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