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Abwanderung in die Schweiz


| 27.12.2012 10:42 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

Bisher habe ich (bis Ende 2012) eine Firma in Deutschland für den Ein- und Verkauf von gebrauchten fotografischen Artikeln mit UID-Nr.
Zum 1.1.2013 werde ich meinen Wohnsitz in die Schweiz anmelden und dort eine Firma betreiben für den Ein- und Verkauf von fotografischen Artikeln.
Geplant war, für einen meiner derzeitigen Kunden in Deutschland - ebenfalls in dem Bereich tätig - weiterhin tätig zu bleiben. Jedoch teilte deren Steuerberater mit, dass dies nicht möglich sei aufgrund des Verdachts auf Schein-Selbständigkeit.
Dazu ist zu sagen, dass ein Vertrag geplant war, bei dem die Kosten für Kfz, Telefon, Übernachtungen etc. (im Grunde also alles) vom Kunden getragen würden, ich dafür auf den Einkaufpreis 5% Provision erhalte. Ich wäre nicht weisungsgebunden. Jedoch hatten wir im Vertrag eintragen wollen, dass ein Durchschnitt von ca. 20% mind. an Gewinn (EK-VK) zu erzielen sei. Dies akzeptierte der Steuerberater nicht. Der Steuerberater meinte, dass ich angestellt werden solle, die Kosten von der Firma ja dann getragen würden. Ich arbeite so oder so eigenständig, da ich meine Beziehungen ja schon habe und nicht von Terminen der Firma abhängig bin. Auch habe und hatte ich immer mein eigenes Büro, würde also höchstens 1x in der Woche in die Firma des Kunden fahren, um die Ware abzuliefern. Sonst hätte ich nichts damit zu tun.

Meine Fragen sind nun folgende:
Muss ein Arbeitnehmer-Verhältnis sein oder gibt es eine Möglichkeit der selbständigen Zusammenarbeit aus der Schweiz? Welche Steuern / Abgaben sind wo zu zahlen und von wem?

- Einkommens- / Lohnsteuer
- Sozialversicherung
- Rentenversicherung
- Arbeitslosenversicherung
- Krankenversicherung
(derzeit privat versichert in Deutschland, zukünftig geplant privat in der Schweiz)
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:
Meines Erachtens macht es Sinn, was Ihnen Ihr Steuerberater rät, dass Sie sich anstellen lassen sollen von der Firma in Deutschland. Auch in der Schweiz gibt es das Merkmal der Scheinselbständigkeit. Scheinselbständigkeit lässt sich durch verschiedene Merkmale charakterisieren: Hier wären Sie wirtschaftlich abhängig von Ihrem Vertragspartner, da Sie nur von dem einen Vertragspartner ein Entgelt für Ihre Leistung erhalten und kein unternehmerisches Risiko tragen. Hieran ändert es auch nichts, dass Sie selbständig Termine vereinbaren und nur einmal die Woche bei Ihrem Vertragspartner vorstellig werden. Wo die Einkünfte als Arbeitnehmer versteuert werden, hängt davon ab, wo Sie Ihre Tätigkeit tatsächlich ausüben, also in Deutschland oder in Schweiz. Der für die Besteuerung maßgebliche Arbeitsort befindet sich dort, wo sich die Person als Arbeitnehmer zur Ausführung der Arbeit tatsächlich aufhält. Es spielt dabei keine Rolle, wo die Arbeit verwertet wird.
Falls Sie sich mit Wohnsitz in der Schweiz melden, müssen Sie auf jeden Fall eine Krankenversicherung nachweisen und die Bezahlung von AHV Beiträgen, es sei denn zb Sie sind in Deutschland selbständig tätig und zahlen hier in
Deutschland Krankenversicherungsbeiträge und für Ihre Altersvorsorge. Der Vertragspartner würde zudem gegen die in Art. 6 EntsG verankerte Meldepflicht verstossen, was von der jeweils zuständigen kantonalen Behörde gemäß Art.9 Abs. 2 lit.a. EntsG sanktioniert werden kann.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 04.01.2013 | 10:14

Sehr geehrter Herr Anwalt,

vielen Dank für die schnelle Antwort.
Leider kann ich damit aber nur sehr wenig anfangen.
Ich habe das Gefühl, dass wir hier aneinander vorbei geschrieben haben. Der Sachverhalt liegt folgendermaßen:
Ich bin zum 1. Januar 2013 nicht mehr in Deutschland ansässig und habe meinen Wohnsitz / Lebensmittelpunkt in die Schweiz verlegt.
Es besteht in der Schweiz keine Scheinselbständigkeit, da ich ein bestehendes Geschäft mit Personal übernehme.
Für mich ist immer noch unverständlich, dass trotz meiner Selbständigkeit mit eigenem Unternehmen in der Schweiz eine Scheinselbständigkeit in Deutschland vorliegen soll. Auch lag vorher in Deutschland keine Scheinselbständigkeit vor, da ich allein im Jahr 2012 mindestens 100 Kunden vorweisen kann im Einkauf sowie Verkauf.
Bezugnehmend zum deutschen Arbeitsverhältnis stellt sich hier die Frage, ob eine Befreiung der Krankenversicherung vorliegen würde sowie auch die Befreiung der Renten- und Arbeitslosenversicherung (Sozialabgaben). Ich
Bisher war ich (seit über 5 Jahren) privat krankenversichert und meinem Wegzug in die Schweiz werde ich mich natürlich in der Schweiz krankenversichern.

Laut eigener Recherchen im Internet würde keine Lohnsteuer fällig werden sondern eine Quellensteuer in Höhe von 4,5% vom in Deutschland gezahlten Lohn abgezogen werden. Die Regelung für Abwanderer und einer 5-jährigen weiteren Besteuerung kommt nicht zur Anwendung wenn man ebenfalls in der Schweiz tätig ist. Hier ist anzumerken, dass laut Telefonat mit dem Ausländeramt in der Schweiz selbständige Arbeit der unselbständigen Arbeit für einen Arbeitgeber gleichzustellen ist.

Folgendes habe ich dazu im Netz gefunden:

Wo muss ich Steuern zahlen?
Im Regelfall werden Grenzgängern aus der Schweiz in Deutschland maximal 4,5 % als Quellensteuer vom Lohn abgezogen. In der Schweiz sind Sie unbeschränkt steuerpflichtig.
Besitzen Sie jedoch nicht die Schweizer Staatsangehörigkeit und waren Sie vor ihrer Niederlassung in der Schweiz mindestens 5 Jahre in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig, gilt die Regelung für Abwanderer und Sie können weiterhin in Deutschland zur Steuerzahlung auf das dort erworbene Einkommen verpflichtet werden.
Wenn Sie früher in Deutschland gelebt und gearbeitet haben und in der Schweiz ansässig geworden sind, um dort eine echte unselbstständige Arbeit für einen Arbeitgeber auszuüben, wird diese Regelung für Abwanderer nicht angewendet. Dasselbe gilt, wenn Sie wegen der Heirat mit einem Schweizer Staatsangehörigen in die Schweiz gezogen sind. In diesen Fällen wird Ihnen in Deutschland nur der Pauschalsatz von 4,5% abgezogen.
Hier nochmals der Links dazu:
http://www.jobs-ohne-grenzen.org/fileadmin/template/main/images/news/downloads/3-1_Besteuerung.pdf

Nun meine abschließende Frage dazu:
Gilt es nun auch tatsächlich auch für meine Tätigkeit als Selbständige in der Schweiz oder nicht?
Sind gewisse Richtlinien zu beachten (z.B. höhere Einkünfte als in Deutschland)?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.01.2013 | 16:46

Wenn Sie eine Firma in der Schweiz mit Personal übernommen haben, kommt es gar nicht auf die Frage der Scheinbselbständigkeit an. Dies haben Sie ursprünglich nicht geschrieben. Sie sind mit den Einkünften in der Schweiz grundsätzlich steuerpflichtig und auch dort krankenversicherungspflichtig. Etwas anderes gilt dann, wenn Sie trotz Wegzuges aufgrund des Außensteuergesetzes noch in Deutschland steuerbar sind(sog. Wegzugsbesteuerung).

Ergänzung vom Anwalt 07.01.2013 | 16:51

Es hat sich so gehört als wären Sie alleine in der Schweit tätig und würden nur einen Kunden von der Schweiz aus in Deutschland betreuen.
Selbstverständlich können Sie also mit deutschen Firmen zusammenarbeiten und diesen gegenüber Ihre Leistungen in Rechnung stellen.
Dann frage ich mich aber, warum Ihr Steuerberater das Thema mit der Scheinselbständigkeit aufgeworfen hat.
Bewertung des Fragestellers 04.01.2013 | 15:06


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