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Abstandsflächen Gartenlaube zu einer Wiese

22.04.2020 15:34 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Ein Gartenhaus mit Aufenthaltsraum muss in Nordrhein-Westfalen grundsätzlich eine Abstandsfläche von 3 Metern zur Grundstücksgrenze einhalten.

Wir wohnen in NRW in einem freistehenden Haus und wollen eine Gartenlaube bauen (also für personenaufenthalt und nicht als Geräteschuppen) von ca. 25 m² (Höhe 2,6 m). Wir haben gelesen, dass wir eine wie oben beschriebene Gartenlaube nicht auf die Grundstücksgrenze zu der benachbarten Wiese (ausgewiesen als "Fläche der Land- und Forstwirtschaft") bauen dürfen?

Dann folgende Frage: wenn wir über die gesamte Grundstücksbreite jetzt 3 m der Wiese hinzukaufen würden, dürften wir dann die Gartenlaube auf die ursprüngliche Grundstücksgrenze bauen?

22.04.2020 | 17:22

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Maßgeblich ist zum einen § 1 Abs. 1 des Nachbarrechtsgesetzes (NachbG NRW). Danach ist ein Mindestabstand von 2 Metern zur Grundstücksgrenze einzuhalten. Es heißt aber auch in § 1 Abs. 3 NachbG NRW:

In einem geringeren Abstand darf nur mit schriftlicher Einwilligung des Eigentümers des Nachbargrundstücks gebaut werden. Die Einwilligung darf nicht versagt werden, wenn keine oder nur geringfügige Beeinträchtigungen zu erwarten sind.

Als Beeinträchtigungen kommen die Entziehung von Licht und Luft, Geräuschbelästigungen, die Beeinträchtigung der Aussicht sowie sonstige sogenannte ideelle oder immaterielle Beeinträchtigungen infrage. Ob sie geringfügig sind, hängt von den Umständen des Einzelfalles ab, insbesondere vom Ausmaß der Abstandsunterschreitung, von der Nutzung der beteiligten Grundstücke sowie vom Standort des geplanten Gebäudes im Verhältnis zum Nachbargrundstück (Schäfer/Fink-Jamann/Peter, Nachbarrechtsgesetz Northeim-Westfalen, Kommentar, 17. Aufl. 2018, § 1, Rz. 61). Eine solche Beeinträchtigung könnte es darstellen, wenn das benachbarte landwirtschaftliche Grundstück dann nicht mehr bis zur Grenze mit landwirtschaftlichem Gerät bearbeitet werden könnte; so ist ein entsprechender Grenzabstand auch als Schwengelrecht des Landwirts anerkannt. Es wird daher nicht erzwungen werden können, das Gartenhaus ohne jeden Abstand an die Grenze zu setzen.

Zum anderen sind aber auch die Vorschriften des öffentlichen Baurechts zu beachten. So kann ein Bebauungsplan Einschränkungen in Hinblick auf die überbaubare Grundstücksfläche vorsehen. Nach Bauordnungsrecht (§ 6 der Landesbauordnung 2018 - BauO NRW 2018) gilt eine Abstandsfläche von 3 Metern, von der ausnahmsweise abgewichen werden kann nach Ermessen der Bauaufsichtsbehörde.

Ergebnis: Wenn der Nachbar 1.) einer Baulast von 3 Metern Tiefe auf seinem Grundstück zustimmt, dürfen Sie an die Grenze bauen; alternativ können Sie auch 2.) die notwendige Abstandsfläche des Nachbargrundstücks kaufen und mit Ihrem Grundstück vereinigen. Mit 3.) einer Abweichungsentscheidung der Bauaufsichtsbehörde dürften Sie die Abstandsfläche von 3 Metern auch gegen den Willen des Nachbarn unterschreiten (was aber schwierig werden dürfte).

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben, und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Gero Geißlreiter
Fachanwalt für Verwaltungsrecht

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